Bio & Fair

Ackergifte? Nein Danke!


Ackergifte? Nein Danke! ist eine Kampagne des "Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft", das sich aus Unternehmer­Innen zusammensetzt, die für 100 % Bio stehen. Einige der Bündnispartner zählen zu den GründerInnen der Bio-Bewegung. Dazu gehört auch Joseph Wilhelm, der Gründer von Rapunzel Naturkost.

Rapunzel ist von Anfang an Teil des Bündnisses und unterstützt die Kampagne "Ackergifte? Nein Danke!" und damit auch nachfolgende Generationen gesund leben zu können.

Unsere Motivation: Für Rapunzel gehören strenge Rückstandskontrollen bei allen Bio-Produkten zum Tagesgeschäft. Alle Zutaten für unsere Produkte stammen von Bio-Landwirten, die keine Pestizide einsetzen. Wenn nun vermehrt Pestizide auf Feldern – ob Bio oder konventionell – gefunden werden, ist das 100-Prozent-Bio-Versprechen der Bio-Bauern, -Hersteller und -Läden in Gefahr! Wir wollen daher wissen, woher die Belastungen kommen, und unterstützen aus tiefster Überzeugung die Kampagne "Ackergifte? Nein Danke!". 

Aktuelle Informationen zu den Entwicklungen seit Veröffentlichung der Studie finden sie hier. Werden auch Sie jetzt aktiv und helfen dabei, Ackergifte zu verhindern:

Wissenschaftliche Studien zur Pestizid-Belastung

Wesentliche Erkenntnisse über Ackergifte außerhalb des Ausbringungs­ortes lieferte erstmals die "Urinale". In dieser Studie ließen über 2.000 Frei­willige aus Deutsch­land ihren Urin untersuchen. Die Ergebnisse zeigten, dass ein großer Teil der Bevölkerung mit Glyphosat belastet ist. In 99,6 Prozent der Proben war das Mittel nachweisbar. Auch Menschen, die sich mit Bio-Produkten ernährten, waren belastet. Daher vermuteten die Forscher, dass die Pestizide möglicherweise über die Atemluft in den Körper gelangen.

Aus dieser Vermutung heraus haben sich Bio-Hersteller, Bio-Fachhändler und zivil­gesell­schaftliche Organisationen zusammen­geschlossen.

Zusammen mit dem Umweltinstitut München wurde eine wissenschaft­liche Studie in Auftrag gegeben. Diese Studie zeigt nun, wie stark die (Atem-)Luft in Deutschland tatsächlich mit Pestiziden belastet ist.

Studie: "Pestizid-Belastung der Luft"


Die wichtigsten Fakten

Bleiben Pestizide wirklich auf den Äckern, auf denen sie ausgebracht werden? Genau das suggeriert uns die Agrarchemie-Industrie seit Jahrzehnten. Doch dieser schöne Schein trügt. Denn bisher wurde der sogenannte Ferntransport von Pestiziden in den Zulassungsverfahren vernachlässigt. Und das obwohl bis zu 35.000 Tonnen Pestizid-Wirkstoffe jährlich in Deutschland verkauft werden.

Die Auswirkungen sind messbar und schockieren. Das zeigt die aktuelle und bislang umfassendste Studie zur Pestizidbelastung in der Atemluft.

Viele giftige Pestizide und ihre Abbauprodukte verbreiten sich in erschreck­endem Ausmaß über die Luft, bis in Städte und Nationalparks hinein – weit ab von den Flächen, auf denen sie ausgebracht werden.

Die Studie zur Ermittlung der Pestizidbelastung in unserer Luft untersucht mit Hilfe von tech­nischen Sammlern, Bienenbrot, Filtern aus Be- und Entlüftungsanlagen sowie Rindenmonitoring das Vor­kommen von Pestizid-Wirkstoffen – insbeson­dere Glyphosat – und ihren Abbauprodukten. Die Ergebnise sind besorgniserregend:

  • Pestizide sind überall!
    138 Pestizid-Wirkstoffe und Abbauprodukte wurden in der Luft nachgewiesen

  • Glyphosat ist überall!
    Glyphosat wurde in allen Regionen Deutschlands nachgewiesen

  • Pestizid-Cocktail in der Luft!
    Rund drei Viertel (73 %) der über ganz Deutschland verteilten Untersuchungsstandorte weisen mindestens 5 und bis zu 34 Pestizide auf

  • 30 Prozent aller gefundenen Pestizide sind nicht (mehr) zugelassen!

Mit Klick auf "Akzeptieren" stimmen Sie der Datenverarbeitung durch YouTube zu.

Proben: So wurde gemessen


Für die Studie „Pestizid-Belastung der Luft“ wurden in ganz Deutschland an 163 Standorten zwischen 2014 und 2019 Pestizide in der Luft gemessen.

Untersucht wurden im Umkreis von weniger als 100 bis hin zu mehr als 1.000 Metern Entfernung von den potentiellen Quellen – in Städten und auf dem Land, in konventionellen und Bio-Agrarlandschaften sowie in unterschiedlichen Schutzgebieten.
Die WissenschaftlerInnen des Forschungsbüros "TIEM Integrierte Umweltüberwachung" haben für diese Messungen verschiedene Methoden eingesetzt:
  • neu entwickelte technische Passiv­sammler
  • Filtermatten aus Lüftungsanlagen
  • Messungen in Bienenstöcken
Viele Privatpersonen haben die Studie unterstützt, indem sie die Pestizid­sammler nach Anleitung der WissenschaftlerInnen aufstellten und die Proben zur Auswertung ins Labor sendeten.
Mit Passivsammlern, Baumrindenproben, Bienenbrot und Filtermatten aus Lüftungsanlagen wurde unsere Luft auf Pestizide & Ackergifte untersucht
Christoph Stache
Karl Bär und Dr. Maren Kruse-Plaß mit dem neu entwickelten Passivsammler
Karl Bär und Dr. Maren Kruse-Plaß mit dem neu entwickelten Passivsammler
Sven Hill
Ein Passivsammler auf dem Brocken im Nationalpark Harz
Ein Passivsammler auf dem Brocken im Nationalpark Harz
BeL
Bienenbrot als Pestizid-Messmethode
Bienenbrot als Pestizid-Messmethode
Sven Hill
Wissenschaftlerin Dr. Maren Kruse-Plaß bei der Entnahme von Baumrinde
Wissenschaftlerin Dr. Maren Kruse-Plaß bei der Entnahme von Baumrinde

Pestizid-Studie mit bedenklichen Ergebnissen


Die Studie bringt den Beweis: skurile Fundorte von Glyphosat. Neben biologisch bewirtschafteter Flächen wurde Glyphosat im Nationalpark Harz auf dem Brocken, im bayerischen Wald und der Stadt Berlin gefunden

Die umfangreiche Studie „Pestizid-Belastung der Luft“ zeigt, dass Pestizide nicht nur biologisch bewirtschaftete Flächen und Städte belasten, sondern sogar Nationalparks wie den Brocken oder den Bayerischen Wald erreichen. 

Durch Abdrift und Ferntransport kommen Pestizid-Wirkstoffe wie Glyphosat in jeden Winkel Deutschlands

Pestizide bleiben nicht nur auf den Äckern, wo sie ausgebracht werden, sondern verteilen sich in der Luft. Der sogenannte Ferntransport von Pestizid-Wirkstoffen wird bislang im europäischen Pestizid-Zulassungs­verfahren nicht ausreichend berücksichtigt.

An insgesamt 163 untersuchten Standorten wurden bis zu 78 unterschiedliche Pestizid-Wirkstoffe pro Bundesland gefunden
Die Karte zeigt die Anzahl der gemessenen Pestizide pro Bundesland. Oft handelt es sich um einen "Pestizid-Coctail" aus unterschiedlichen Wirk­stoffen. Die Messungen wurden an insgesamt 163 Standorten in ganz Deutschland im Zeitraum zwischen 2014 und 2019 durchgeführt.
Standorte der Pestizid-Messungen aufgeteilt nach den unterschiedlichen Mess-Methoden durch Bienenbrot, Filtermatten, Passivsammlern und Baumrinden
Die unterschiedlichen Messmethoden über Passivsammler, Baumrinden­proben oder das Bienenbrot sorgen für eine umfangreiche Datenbasis und sichern die Ergebnisse wissenschaftlich fundiert ab. Die Messungen wurden in ganz Deutschland durchgeführt.

Das von der Weltgesundheitsorganisation als 'wahrscheinlich krebserregend' eingestufte Totalherbizid Glyphosat findet sich überall in Deutschland – auch abseits von konventionellen Äckern.

Wir fordern den schrittweisen Ausstieg aus der Anwendung chemisch-synthetischer Pestizide bis 2035

Die EU-Kommission muss bis zum Jahr 2035 schrittweise alle chemisch-synthetischen Pestizide verbieten.

Eine der dringlichsten Forderungen des Bündnisses auf dem Weg dahin: Die Ackergifte, die sich am meisten verbreiten wie Glyphosat, Pendimethalin, Prosulfocarb und Terbutylazin müssen sofort verboten werden. Diese vier Wirkstoffe konnten am häufigsten und weit entfernt von potentiellen Quellen nachgewiesen werden.

1. Verbesserung des Zulassungsverfahrens


Der Ferntransport muss bei der Erst-Zulassung neuer Wirkstoffe berücksichtigt werden. Bereits zugelassene Wirkstoffe müssen hinsichtlich ihres Ferntransports bis 2024 erneut geprüft werden. Wirkstoffe, die weiter als 20 m vom Ausbringungsort nachgewiesen werden, müssen ihre Zulassung verlieren.

2. Sofortverbot

Ein Verbot der in der Luft am meisten verbreiteten Wirkstoffe ist unerlässlich: Glyphosat, Pendimethalin, Prosulfocarb und Terbuthylazin.

3. Pestizid-Monitoring


Die Bundesregierung muss ein jährliches, deutschlandweites Monitoring über die Verbreitung von Pestiziden in der Luft, in Böden, der Vegetation und im Wasser durch­führen und die Kombinations­wirkung unterschiedlicher Wirkstoffe in der Natur und im Menschen erforschen.

4. Pestizid-Abgabe und Schadensersatz 


Die Bundesregierung muss sicherstellen, dass der Bio-Landbau nicht durch den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden aus der konventionellen Landwirtschaft geschädigt wird. Dafür muss sie ab sofort einen Schadensausgleichs-Fonds einrichten, finanziert durch eine risikobasierte Pestizid-Abgabe.

Die Gründe dafür

Die bisher üblichen, isolierten Laborergebnisse für einzelne giftige Bestandteile sagen kaum etwas darüber aus, wie die verschiedenen Wirkstoffe zusammenwirken.
 
Die unterschiedlichsten ausgebrachten Chemikalien bilden in unserer Atemluft einen Cocktail aus Giften, die kombiniert wesentlich stärker wirken können als einzeln. Ferner ergibt sich durch den Ferntransport über weite Landstriche hinweg – wie es die TIEM-Pestizid-Studie erstmals beweist – die Möglichkeit zu weiteren Wechselwirkungen mit Umweltgiften aus anderen Quellen, z. B. Stickoxiden aus dem Straßenverkehr.
Das ist ein unkalkulierbares Risikopotenzial. Sollte sich also zeigen – ähnlich wie beim Ausmaß des Ferntransports – dass die bisherige Risikoeinschätzung auf falschen Annahmen fußt, stellt sich die Frage, wer für unsere Gesundheit haftet. Es ist nicht davon auszugehen, dass es die Pestizidindustrie tut. Sie verlässt sich darauf, dass einstweilen nicht eindeutig bewiesen ist, welche konkrete Gesundheitsgefahr von jedem einzelnen der Produkte ausgeht. Somit gelten diese weiterhin als ungefährlich.
 
Dabei sollte es umgekehrt sein: Solange der Verdacht auf mögliche Gesundheitsgefahren durch Pestizid-Wirkstoffe besteht, dürften sie nicht in Verkehr gebracht werden. Das schreibt das EU-Vorsorgeprinzip vor.
BeL
Karl Bär, Referent für Agrar- und Handelspolitik Umweltinstitut München

Karl Bär, Agrarexperte Umweltinstitut München: „Die Ergebnisse unserer Studie sind schockierend. Glyphosat und andere Ackergifte verteilen sich als wahrer Pestizid-Cocktail bis in die hintersten Winkel Deutschlands. Pestizide landen in schützenswerten Naturräumen, auf Bio-Äckern und in unserer Atemluft. Wir fordern die Bundesregierung auf, umgehend zu handeln und Mensch und Natur besser zu schützen.“


Leonhard Wilhelm, Geschäftsführer Rapunzel Naturkost GmbH

Leonhard Wilhelm, Rapunzel Geschäftsführer unterstreicht: „Mich schockiert sehr, dass Glyphosat und über 130 andere Pestizid-Wirkstoffe in allen Regionen in Deutschland gefunden wurden.

Die Politik muss endlich reagieren und den Einsatz von Pestiziden massiv einschränken. Denn wir haben nur diese eine Welt. Sie soll auch für unsere Kinder und Enkel lebenswert bleiben! Ich sehe die gesamte Erde in all ihrer Vielfalt bedroht und alle, die sie noch bewohnen dürfen.“


Übrigens: Dass eine Landwirtschaft ganz ohne chemische Pestizide funktioniert, beweisen 16.000 Bio-Betriebe in Deutschland seit Jahren.

Mitmachen und Ackergifte verhindern!


Das können Sie tun:

  • Informieren Sie sich: Unter https://www.enkeltauglich.bio/ finden Sie die wichtigsten Fakten zu diesem brisanten Thema sowie Details zur Studie. Antworten von ausgesuchten Experten zu Ihren weiteren Fragen zum Thema Pestizide in der Luft finden Sie bei Whispert.
     
  • Bestellen Sie Infomaterial: Unter https://www.enkeltauglich.bio/bestellen/ können Sie die neue Broschüre 8 Wahrheiten über Pestizide, Buttons und Sticker bestellen.
     
  • Aktionsprodukte kaufen: Seit Juni 2021 steht das Bündnis-Display mit Produkten der Bündnismitglieder bei teilnehmenden Bio-Fachhändlern. Dort finden Sie zusätzlich die Infomaterialien des Bündnisses.
     
  • Petition unterstützen: Europaweit können Sie sich gegen den Pestizideinsatz einsetzen mit der Europäischen Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten!“ (EBI). Mehr Informationen unter www.savebeesandfarmers.eu/deu.
Ackergifte sind überall!

Ackergifte betreffen uns alle!


Unabhängige Studien zu Pestiziden


Glyphosat im Urin: Die Urinale

Die Urinale untersuchte Ende 2015 den Urin von 2011 Bürgerinnen und Bürgern auf Glyphosat.

Von Oktober 2015 bis Januar 2016 hat die Bürgerinitiative Landwende eine »Urinale« durchgeführt. Dabei haben insgesamt 2011 Bürgerinnen und Bürger aus Deutschland ihren Urin auf Glyphosat untersuchen lassen. Diese weltweit größte Daten­sammlung zur Glyphosat­belastung der Bevölkerung war vollständig privat finanziert worden.

In 2001 von 2009 verwendbaren Proben war Glyphosat nach­weisbar – das sind 99,6 Prozent. Lediglich 8 Proben – also 0,4 Prozent – lagen unter der Nachweisgrenze des angewendeten Testverfahrens. Bei 79 Prozent der Proben lag die Belastung 5- bis 42-fach höher als der Rückstandshöchstwert für Pestizide in Trinkwasser – dieser beträgt 0,1 Nanogramm pro Milliliter. Die Urinproben von Kindern und Jugendlichen wiesen die höchsten Messwerte auf.

Rund die Hälfte der Teilnehmenden verzehrten vorwiegend Lebensmittel aus ökologischem Landbau. Doch ihre Glyphosatwerte lagen nur wenig niedriger als diejenigen von Menschen, die sich konventionell ernährten – gleich, ob sie auf dem Land oder in der Stadt lebten.

Wie ist das möglich? Am Essen kann es nicht liegen, denn Bio-Produkte werden streng auf Rückstände kontrolliert. Kann es sein, dass sich Glyphosat – anders, als es die Industrie behauptet –, auf dem Luftweg bis in die Städte hinein verbreitet?


Ackergifte in Bäumen: Die Baumrindenstudie

Sven Hill
Entnahme von Baumrinde durch Wissenschaftlerin Dr. Maren Kruse-Plaß zum Nachweiß von Pestizid-Wirkstoffen

Bäume lügen nicht! Das unab­hängige Institut TIEM Integrierte Umweltüberwachung untersuchte 2018 im Auftrag des Bündnisses für enkeltaugliche Landwirt­schaft Baumrinden auf ihre Belastung durch Ackergifte.

Unter den 47 Standorten in Deutschland waren Schutzgebiete, Bio-Anbauregionen und Innenstädte. In den Proben fanden sich über 100 Wirkstoffe, die über die Luft in die Rinde gelangt sein mussten; über ein Dutzend kamen sehr häufig vor. Die Wirkstoffe Pendimethalin und Prosulfocarb, die leicht verdunsten, gehören dazu.

Doch auch Glyphosat, ein Feststoff, der sich laut Zulassungsbehörden nicht über die Luft verbreiten dürfte, ist unter den ersten fünf – ein neues und beunruhigendes Ergebnis!


FAQ's 


Die Wahrheit: Bio-Landwirtschaft ist in Dürrezeiten bis zu 31 % ertragreicher. Ackergifte zerstören viel mehr als sie unterstützen.
Die Wahrheit: 739 mal wurden in 4 Jahren die Grenzwerte erhöht. Ackergifte lassen sich kaum kontrollieren.
Die Wahrheit: 30 % der Ackergifte in der Luft sind gar nicht zugelassen. Ackergifte bleiben nicht nur auf dem Acker. Dass es Abdrift und Verfrachtung von Pestiziden gibt, ist schon lange bekannt.
Die Wahrheit: Gyphosat hat Auswirkungen auf das bakterielle Ökosystem im Darm. Die Forschung steht noch ganz am Anfang.
Die Wahrheit: In 80 % aller Bienenbrot-Proben fanden sich Pestizide. Der Schaden ist schon längst viel größer.
Die Wahrheit: Im Discounter bezahlen wir den Einkauf doppelt. Bis zu 35.000 Tonnen Ackergifte werden ausgebracht – jedes Jahr, allein in Deutschland.
Die Wahrheit: Ackergifte sind nach wie vor tabu. Bio-Landwirte nutzen Mittel, die biologisch abbaubar sind, und keine chemisch-synthetischen Wirkstoffe.
Die Wahrheit zeigt ein düsteres Bild. Wenn wir jetzt nicht handeln. 

Die meilenweit durch die Luft verfrachteten Pestizide aus der konventionellen Landwirtschaft bedrohen die Biobauern und -bäuerinnen im Umkreis und darüber hinaus. Das macht ihre Arbeit und die Qualität ihrer Produkte zunichte – und zerstört die Lebensgrundlage der ökologisch wirtschaftenden Betriebe. 

Deshalb muss die Bundesregierung die Koexistenz von Biobauern und konventioneller Landwirtschaft auch in Zukunft sicherstellen, indem sie Maßnahmen ergreift, die dazu geeignet sind, den Ferntransprot von Pestizid-Wirkstoffen durch die Luft zuverlässig zu unterbinden. 
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Grundsätzlich gilt, dass im kontrolliert biologischen Anbau keine chemischen und/oder synthetischen Pestiziden eingesetzt werden.

Lebensmittel dürfen sich nur „Bio“ nennen, wenn sie und die enthaltenen Rohstoffe kontrolliert biologisch sind. Das heißt, diese müssen den Anforderungen der gesetzlich vorgeschriebenen Bio-Zertifizierung nach EU-Bio-Verordnung entsprechen. Abgesichert wird dies durch jährliche Kontrollen jedes Bio-Betriebes von unabhängigen Inspektoren, sowie durch Analysen der Bio-Kontrollstellen und Rapunzel.
 

Das unternimmt Rapunzel zusätzlich, um seine Bio-Produkte abzusichern:


Erstens: Rapunzel vertraut auf langjährige und verlässliche Lieferantenbeziehungen. Alle Lieferanten unterziehen sich regelmäßigen Audits. Rapunzel Fachleute besuchen die Partner persönlich vor Ort. Daher haben sie die gesamte Herstellungskette – vom Anbau bis zum verpackten Produkt – im Blick.

Zweitens: Alle Produkte werden mehrfach auf Pestizide geprüft und analysiert. So durchläuft bei Rapunzel Naturkost jede Lieferung von Rohstoffen strengen Qualitätskontrollen und wird mit der Multimethode überprüft. Diese Screeningmethode untersucht auf Rückstände von bis zu 750 Einzelsubstanzen. Für bestimmte Pestizide wie Glyphosat werden zusätzliche Untersuchungsmethoden angewendet, die gezielt eine Substanz nachweisen können.

Drittens: Im konventionellen Anbau werden diverse Pestizide angewendet und es kann z.B. bei ungünstiger Wetterlage durch Drift oder durch Ferntransport über die Luft zu minimalen Einträgen in die Bio-Ware kommen. Diese sehr geringen Mengen können heute analytisch nachgewiesen werden. Allein für Pestizidanalysen wendet Rapunzel jährlich rund 250.000 Euro auf. Dazu kommen zusätzliche Analysekosten, um weitere Rückstände wie Schwermetalle auszuschließen.

Viertens: Rapunzel Naturkost orientiert sich an den besonders strengen Vorgaben des deutschen Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN). Dieser Orientierungswert beträgt für Bioprodukte 0,01 mg/kg für jede Substanz und bezieht sich auf das unverarbeitete Ausgangsprodukt. Die beprobten Produkte dürfen nur vermarktet werden, wenn dieser Orientierungswert eingehalten wird und nicht mehr als 2 Substanzen nachgewiesen werden. Wir hinterfragen aber auch Spuren unter 0,01mg/kg und nur wenn es keine Hinweise gibt, dass gegen die Bio-Vorschriften verstoßen wurde, bringen wir die Produkte auf den Markt.

Zum Vergleich: Die gesetzlichen Rückstand-Höchstwerte für konventionelle Agrargüter sind um ein Vielfaches höher und werden spezifisch pro Produkt und Pestizid angegeben.

Ein Beispiel: Bei konventionellem Hafer beträgt der europäische Rückstandshöchstwert für das Pestizid Glyphosat 20mg/kg. Er ist also 2.000-fach höher als der für Bio-Rohstoffe zugelassene Wert.

Deshalb unterstützt Rapunzel die Studie Pestizid-Belastung der Luft

„Wie kann es sein, dass selbst Menschen wie ich, die sich ausschließlich biologisch ernähren und mit Bio-Produkten aufgewachsen sind, Glyphosat im Körper haben können? Dieses Ergebnis der „Urinale“ hat uns 2015 sehr erschüttert.

Aus unserem Alltag bei Rapunzel kenne ich die strengen Rückstandskontrollen, die wir bei unseren Bio-Produkten durchführen, und die wir in dem Maßstab auch beibehalten wollen! Alle Zutaten für unsere Produkte stammen von Bio-Landwirten, die keine Pestizide ausbringen. Wenn nun vermehrt Pestizide auf Feldern – ob bio oder konventionell – gefunden werden, sehe ich das 100-Prozent-Bio-Versprechen der Bio-Bauern, -Hersteller und -Läden in Gefahr! Um dem entgegenwirken zu können, wollen wir wissen, woher die Belastungen kommen, und unterstützen deshalb aus tiefster Überzeugung die Studie.“

Leonhard Wilhelm, Geschäftsführer Rapunzel

RAPUNZEL NATURKOST GmbH
Rapunzelstraße 1, D - 87764 Legau
Telefon: +49 (0) 8330 / 529 - 0
Telefax: +49 (0) 8330 / 529 - 1188
E-Mail: info@rapunzel.de
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