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Right2Know-Marsch endet nach 16 Tagen in Washington D.C.

Mit einer Mehrfachstrategie zur Kennzeichnung von Gen-Food

Die letzten Kräfte für rund 500 km mobilisieren

Endspurt für GENFREI GEHEN goes America

GEMEINSAM MARSCHIEREN FÜR EINE GENTECHNIKFREIE WELT

Anti-Gentechnik-Bewegung in den USA wächst

UN nimmt IFOAM-Erklärung entgegen

GENFREI GEHEN GOES AMERICA

VOLLER EINSATZ FÜR BIENEN UND EINE GENTECHNIKFREIE WELT

80.000 UNTERSCHRIFTEN FÜR EINE GENTECHNIKFREIE WELT

Gekaufte Wahrheit - Gentechnik im Magnetfeld des Geldes

Joseph Wilhelm zur Überarbeitung

Forderung nach ökologisch bäuerlicher Landwirtschaft



Endspurt für "GENFREI GEHEN goes America"


Über die Hälfte der Strecke ist bereits geschafft - hier der nächste Zwischenbericht 


Seit nun mehr als 10 Tagen läuft der "Right2Know-March" von New York City nach Washington D.C. Ziel des Marsches ist es, das öffentliche und mediale Bewusstsein für gentechnisch veränderte Lebensmittel zu schärfen und die Einführung einer entsprechenden Kennzeichnung für genetisch veränderte Lebensmittel zu fordern. Dieses ist, insbesondere in den USA, wo 80% aller Lebensmittel genetisch veränderte Bestandteile enthalten, nicht sehr ausgeprägt.

Rückblickend waren die bisherigen Streckenabschnitte ernüchternd. Der Marsch führte entlang dicht befahrener mehrspuriger Highways, Fabriken und Industrieanlagen oder vorbei an heruntergekommenen "Neighbourhoods". So kam schwerlich eine euphorische Stimmung auf und oft wurde die Frage gestellt, wie man hier vom "American Dream" sprechen kann? Dennoch begleiten täglich 30 bis 40 Unterstützern den Marsch. Sie kommen aus Texas, Kaliforniern und Arizona. Mit dabei sind auch begeisterte Sympathisanten aus aller Welt, die sogar den weiten Weg aus Italien, Palästina und Deutschland nicht scheuten. Schon aus der Ferne ist die internationale Truppe an ihren zahlreichen farbigen T-Shirts und an bunten Luftballons, die an Rucksäcken, Fahrrädern oder Handgelenken befestigt sind, zu erkennen. Das ist auch sehr hilfreich, wenn wieder einer der zahlreichen und dicht befahrenen Highways überquert werden muss.
Zum Glück versorgt das Team von "Everybody’s Kitchen" sie mit einem biologischen veganen Mittagessen, so dass die Teilnehmer nicht auf die örtlichen gastronomischen Angebote angewiesen sind. Die "Everybody’s Kitchen"-Crew hilft normalerweise armen Menschen in Not oder ist bei Katastrophen für eine schnelle Notfallversorgung der Opfer sofort zur Stelle. An dieser Stelle von hier aus ein großes Dankeschön dafür, dass sie den Right2Know-March unterstützen.

Nicht unerwähnt sollte auch die Band "Sustainable Roadshow" bleiben. Sie hält die Läufer während der gesamten Zeit mit stimmungsvollen Lieder bei Laune. Das motiviert! Und last but not least möchten wir den vielleicht weniger unterhaltsamen, aber dadurch nicht weniger wichtigen "fahrenden Toilettenhäuschen" etwas Beachtung schenken, Sie sorgen für einen unkomplizierten Etappenablauf ohne zahlreiche Stopps, die sicherlich die Nerven des Einen oder Anderen unnötig strapazieren würden.

Jetzt noch zu der Frage, was passierte in den letzten Tagen. Hier eine Zusammenfassung der Tagebucheinträge auf www.genfrei-gehen.de und der Videos auf www.youtube.com/user/NaturkostRapunzel

Tag 5, 05. Oktober 2011
Die recht eintönigen 22 Meilen wurden durch einen willkommenen Besuch des Hautsponsors David Bronner unterbrochen. Zusammen mit Joseph Wilhelm verteilte er Flyer an interessierte Passanten, die oft fragten: "Where are you going?" Auf die Erklärung der Ziele des Marsches reagierten viel mit Unwissen und Erstaunen.

In der Mittagspause sorgte – wie immer phantastisch – die "Everybody’s Kitchen"-Crew für eine gute Stärkung. Nach einem kurzen Schuhwechsel ging es dann auf die letzten 13 Meilen, die u.a. wieder von einem gegenseitigen Gedankenaustausch und mal einem In-sich-kehren und Meditieren begleitet wurden. Auch heute kam ab und an die Frage auf "Warum mache ich das eigentlich?" Schnell fand ich eine Anwort: "Es sind die Herausforderungen und diese Herausforderungen sind gut, um an ihnen zu wachsen." Pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit endete diese Etappe in Southampton.

Tag 6 begann mal wieder mir einem Alptraum-Frühstück, "bei dem Mensch, sofern er sich daran beteiligt, eine Monatsmenge an Plastik- und Styropor-Abfall produziert". Um nicht von Donkin Donuts o.ä. gastronomischen Einrichtungen abhängig zu sein, haben wir glücklicherweise ein Notvorrat mit Studentenfutter, Fruchtschnitten und Trockenfrüchten dabei, der für einen schnellen und gesunden Energieschub sorgt.

Frustrierend und enttäuschend war dann der mittägliche Stopp an einem der riesigen Wholefood-Supermärkte – dem unangefochtenen Markführer im Health Food-Bereich – vor dessen Türen es den Teilnehmern des Marsches verboten wurde, ihre Banner und sonstige "GMO-NO-Werbemittel" öffentlich darzustellen. Hat das möglicherweise etwas mit der Freundschaft des Wholefood-Geschäftsführers mit dem Vorsitzenden von Monsanto zu tun? Wholefood ist es gelungen, ein Image aufzubauen, das dem Konsumenten suggeriert, er sei in einem reinen Bioladen, was jedoch sehr fraglich ist, wenn der geschätzte Bio-Anteil unter 50% liegt.

Eine willkommene Abwechslung, sowohl für die Teilnehmer, als auch für die Anwohner, war die "Rally", eine Kundgebung vor einem kleinen Coop-Laden, bei der die Band der "Sustainable Roadshow" mal wieder für eine akustische und der frisch gepressten Apfelsaft für eine kulinarische Begeisterung sorgte. Der letzte Abschnitt des Tages war erstaunlicherweise einer der bisher schönsten Streckenabschnitte und ging entlang eines wunderschönen engen Flusstales und endete in Philadelphia. Die dortige Begrüßung war sehr bezeichnend für die Gegend und beinhaltete den Hinweis nur als geschlossene Gruppe aufzutreten und nachts auf keinen Fall die Unterkunft alleine zu verlassen. Untermalt wurde diese "Warnung" noch durch unbeleuchtete Häuserzüge mit verbarrikadierten Fenstern. "Welch ein Empfang ...!"

Nach sechs strapazierenden Tagen war der darauf folgende Tag 7 zur Entspannung und zum Regenerieren dringend notwendig. Nach einer einigermaßen erholsamen Nacht, was in den amerikanischen low-budget Unterkünften, die sich durch nicht zu öffnenden Fenster, lärmende Klimaanlagen und Plastikboxduschen auszeichnen, recht schwer fällt, konnte der freie Tag für eine kleine Sightseeing-Tour durch Phili, eine der wenigen geschichtsträchtigen Städten der USA, genutzt werden

Tag 8 und Tag 9 verliefen ohne große nennenswerte Überraschungen. Bei herrlichem Sonnenschein ging es entlang der üblichen industriellen Strecken-Szenerie. Nach dem Tag Pause war der Einstieg für die meisten recht schwer und machte sich trotz Schuhwechsels am Abend am Zielort durch Muskelkater bemerkbar. Große Freude löste das Mitwandern der langjähriger IFOAM-Präsidentin Katherine de Matteo aus. Für die Vorbereitung dieses Marsches war sie durch ihre vielen Verbindungen zu Organisationen und zur Politik eine wirklich große Hilfe.

Tag 10, 10. Oktober 2011, startete an der Bio-Farm der Amish People Community, von wo aus wir erstmals eine schöne, landwirtschaftlich geprägte Umgebung überblicken konnte. Die Amish People arbeiten noch immer nach traditionellen Methoden mit Pferden und beweisen damit, dass es sich auch ohne die vielen modernen technologischen Entwicklungen gut leben lässt. Freude bereitete uns ein weiterer Neuzugang: Journalistin Karin Heinze aus Deutschland, die sich durch eigenes Mitmarschieren ein Bild für ihre Berichterstattung machen möchte. Das nenne ich mal: "Engagement ...!"

Noch sechs Tage stehen den Teilnehmern bevor. Es bleibt spannend, ob sich landschaftlich doch noch eine Überraschungen auftun oder ob die Strecke weiterhin von industriellem "Charme" geprägt sein wird. Wir verfolgen den "Right2Know-March"gespannt weiter und wünschen Joseph Wilhelm und seinen Mitstreitern viel Kraft und Durchhaltevermögen.






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