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Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in den USA


Endlose Weiten - Zahlen zum Gentechnikanbau in den USA


Seit der kommerziellen Einführung transgener Pflanzen stellen die USA jeweils den mit Abstand größten Anteil der weltweiten Gentechnik-Anbaufläche. Was im Jahr 1996 als technologisches Experiment auf 400.000 Hektar begann, hat das Antlitz der US-Landwirtschaft mittlerweile nachhaltig verändert. Gentechnik auf dem Acker ist in den USA keine Anbauform unter anderen mehr: Sie hat bei einigen zentralen Nutzpflanzenarten alle übrigen Landwirtschaftsformen in die Nische gedrängt.

Gentechnik global
Laut Angaben des Gentechnik-Lobbyverbandes ISAAA wuchsen im Jahr 2010 gentechnisch veränderte Pflanzen weltweit auf einer Fläche von 148 Millionen Hektar. Der Anbau findet nach wie vor konzentriert in wenigen Staaten statt, rund 92 Prozent der Anbaufläche befindet sich in sechs Ländern. Führend sind die USA mit einer Anbaufläche von 66,8 Millionen Hektar – knapp der Hälfte des weltweiten Anbaus. Große Flächen befinden sich zudem in:
  • Brasilien (25,4 Millionen Hektar), 
  • Argentinien (22,9 Millionen Hektar), 
  • Indien (9,4 Millionen Hektar), 
  • Kanada (8,8 Millionen Hektar), 
  • China (3,5 Millionen Hektar).
Im großen Maßstab angebaut werden nur Soja, Mais, Baumwolle und Raps. Es werden zudem fast ausschließlich transgene Pflanzen mit einer Toleranz gegenüber Pestiziden angebaut oder Pflanzen, die Insektizide produzieren (so genannte Bt-Pflanzen).

USA: Der Stand der Dinge
Die Ackerfläche der USA umfasst rund 130 Millionen Hektar. Laut offiziellen Zahlen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) wachsen im Jahr 2011 transgene Sorten auf mehr als der Hälfte davon, nämlich 67 Millionen Hektar (zum Vergleich: die Fläche Frankreichs beträgt rund 55 Millionen Hektar). Wie auch auf globaler Ebene ist dies vor allem auf wenige Pflanzenarten mit außerordentlich hohen Flächenanteilen zurückzuführen: in den USA sind dies Soja, Mais und Baumwolle (siehe Abbildung). Daneben werden auch transgener Raps und transgene Zuckerrüben, jeweils mit eingebauter Toleranz gegenüber dem Wirkstoff Glyphosat (Markenname z.B. Roundup), großflächig angebaut.

usda.mannlib.cornell.edu

Der Gentechnik-Anteil bei an der Gesamtanbaufläche beträgt bei Mais 88 Prozent, bei Soja 94 Prozent, bei Baumwolle 90 Prozent und bei Zuckerrüben 95 Prozent. Nicht in der Statistik: Der Anteil von gentechnisch verändertem Raps, der meist mit rund 80 Prozent angegeben wird. Diese Zahlen zeigen, dass der US-Markt bei vielen der großflächig angebauten Nutzpflanzen von transgenen Pflanzen beherrscht wird. Die konventionelle Landwirtschaft ist bei den fünf genannten Pflanzenarten mehr oder weniger verschwunden. Die Bio-Landwirtschaft in den USA boomt zwar seit einigen Jahren, hat aber mit rund einer Million Hektar Ackerfläche nach wie vor einen Gesamtanteil von weniger als einem Prozent.
Abbildung: Anbau transgener Pflanzen in den USA (2011)

Trend Stapelgene
Bemerkenswert ist der in den letzten Jahren steigende Trend zu gentechnisch veränderten Pflanzen, die mehrere Genkonstrukte enthalten (so genannte gestapelte Gene). Diese Pflanzen entstehen durch konventionelle Kreuzung von transgenen Linien. Laut US-Landwirtschaftsministerium tragen derzeit schon 49 Prozent aller Gentechnik-Maispflanzen und 58 Prozent aller Gentechnik-Baumwollpflanzen mehrere Fremdgene in sich. Auf dem Markt finden sich dabei sowohl Kombinationen verschiedener Bt-Gene als auch solche von Bt-Genen mit Genkonstrukten, die Pflanzen herbizidtolerant machen. Bisheriger Höhepunkt dieser Entwicklung: Der Gentechnik-Mais SmartStax von Monsanto, der sechs verschieden Bt-Gifte bildet und gegen zwei Totalherbizide (Glyphosat und Glufosinat) resistent ist.

Verstopfte Pipeline …
Die rasche Verbreitung solcher Multigen-Pflanzen in den USA überdeckt jedoch (die Tatsache), dass die weitere Ausbreitung des Gentechnik-Anbaus derzeit an Grenzen stößt. So wuchs die Anbaufläche für Gentechnik-Pflanzen zwischen 2010 und 2011 nur noch marginal von 66,8 auf 67 Millionen Hektar. Dies liegt zum einen an den kaum noch ausdehnbaren Flächenanteilen bei gentechnisch verändertem Mais, Soja, Baumwolle und Zuckerrüben. Zudem kamen, abgesehen von der Zulassung transgener Zuckerrüben im Jahr 2008, seit der ersten Kommerzialisierungswelle Mitte der 1990er Jahre keine neuen genveränderten Pflanzenarten oder -eigenschaften auf den Markt. Zuletzt scheiterte Monsanto im Jahr 2004 bei der Einführung von transgenem Weizen.

…. oder neue Welle?
Nach dem jahrelangen Stillstand könnte es nun aber doch zu einer zweiten Gentechnik-Welle in der US-Landwirtschaft kommen. So hat der Monsanto-Konzern für 2012 den Startschuss für den Anbau der ersten trockenresistenten, transgenen Maislinie angekündigt. Und im Januar 2011 erteilte das US-Landwirtschaftsministerium ebenfalls dem Monsanto-Konzern die Genehmigung für den Anbau von glyphosatresistenter, transgener Luzerne. Mit rund 20 Millionen Hektar liegt Luzerne in den USA an vierter Stelle der am meisten angebauten Nutzpflanzen. Noch liegen keine Zahlen über die Anbauflächen der Roundup Ready-Luzerne vor. Es ist jedoch zu erwarten, dass gentechnisch veränderte Sorten in wenigen Jahren einen großen Teil des Luzerneanbaus in den USA dominieren werden. Verhindern könnte dies nur noch eine Klage von Umwelt- und Verbraucherverbänden gegen die Zulassung, über die bislang noch nicht entschieden wurde.

In wenigen Jahren sollen zudem auch transgene Rasensorten auf den Markt kommen. Im Juli 2011 erhielt zum Beispiel die US-Firma Scotts die Erlaubnis zur Vermarktung von transgener, glyphosatresistenter Wiesenrispe. Die Pflanze soll in Rasenmischungen in wenigen Jahren auf den Markt kommen. Da Scotts bei der Transformation auf die sonst in transgenen Pflanzen vielfach verwendeten Gensequenzen aus Viren oder Bakterien verzichtet hatte, beschloss das US-Landwirtschaftsministerium zudem, auf ein formelles Zulassungsverfahren komplett zu verzichten. Damit wird unklar, über welche neuen transgenen Pflanzen in den USA zukünftig überhaupt noch Informationen zugänglich sein werden.

aphis.usda.gov

Andreas Bauer-Panskus
epigen Wissenschafts- und Projektbüro




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