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Einladung zum Right2Know March

Warum der Marsch / Hintergrund

Genfrei Gehen goes America



Dienstag 4. Oktober 2011
4. Marschtag von New Brunswick nach Princeton 





So allmählich fange ich an zu akzeptieren, dass wir eher in einem "roadmovie" unterwegs sind statt auf Wanderwegen. Für unsere heutige Etappe war die Vorgabe klar. Nach dem Start an einem grenzwertig alternativen Gelände und einem willkommenen Schöpfer voll Porridge mit Apfel von "everybodys kitchen" in New Brunswick hieß es nach ca. 2 Meilen links abbiegen und dann auf der Route 218 South ca. 14 Meilen (mal 1,6 = km) immer geradeaus. Mal auf einem schmalen Seitenstreifen aus Asphalt, mal auf dem Bankett und zwischendurch auch auf den meist perfekt gepflegten und gedüngten Lawns. Diese Rasenflächen um die (überwiegend) Holzhäuser sind häufig so groß wie ein Fußballfeld - oder größer. Von Meile zu Meile wurde die Gegend für unsere Maßstäbe zivilisierter.

Angenehm war, dass die großen, alten Bäume entlang der Straße angenehmen Schatten spendeten. Nach dem kalten, aber glücklicherweise überwiegend trockenen Wetter der letzten Tage gab´s einen angenehm warmen Herbsttag. Bald wird der "Indian Summer" voll durchkommen, die tolle Laubfärbung der vielen Laubbäume.
Irgendwann tauchte dann ein erstes Maisfeld auf und später noch ein kleines Sojabohnenfeld. Beide Pflanzen stehen ja beinahe symbolisch für die gentechnisch veränderte Pflanzenzucht.

An diesen Beispielen konnte ich gut erklären, dass das die EU 38 Millionen, Deutschland allein 5 Millionen Tonnen eiweißhaltige Futtermittel aus den USA und Südamerika importiert, davon 60 - 70 % gentechnisch verändert. Und so bekommen wir (sofern wir Fleisch essen) die Segnungen der Gentechnikindustrie dann auf dem Umweg über das Tier auf unsere Teller. Und wir wissen, dass die dadurch angestrebten riesigen Monokulturen die Biodiversität in Flora und Fauna zerstören. Wir wissen auch, dass seit Einführung der Agrogentechnik der Einsatz von Agrochemie um das Vielfache zugenommen hat. Dasselbe gilt für künstlich hergestellten Stickstoffdünger, wobei für die Herstellung einer Weltproduktion von ca. 90 Millionen Tonnen 110 Millionen Energie in Form von Erdöl und Gas verbraucht wird. Von den unnötigen Transporten zu den Anwendungsgebieten ganz zu schweigen, das ist darin noch nicht enthalten.

Leguminosen könnten ohne Transportaufwendungen überall vor Ort weltweltweit ca. 140 Millionen Stickstoff aus der Luft in den Boden bringen. Und jeder Bauer kann sich das leisten, es geht dabei nur um die richtige Methode. Inzwischen hat ja bereits die FAO, die Weltagrar- und Ernährungsorganisation der UN anerkannt, dass die Biolandwirtschaft die Methode ist, mit der Menschheit nachhaltig und gesund und ausreichend ernährt werden kann. Das nur nebenbei.

Bei unseren beiden Stopps und auch entlang der Route gab es heute mehrere interessierte Journalisten von Presse und TV, denen die beiden Speaker des Marsches, David Bronner und Joseph Wilhelm, Informationen zum Thema und zum Marsch liefern durften. Die Aufmerksamkeit der Presse ist ja nun mal eines der Hauptziele dieses Marsches - und die amerikanischen Medien scheinen das Thema aufzugreifen. Das Orgateam im Office-Van ist den ganzen Tag über am Emailen und twittern, was in den USA ein weitaus gängigeres Medium ist als bei uns.

Am frühen Abend marschierten wir dann, den Tour-Refrain singend und die Banner hissend, in der alten Universitätsstadt Princeton ein. Welche Gegensätze auf so kurzen Abständen. Fast europäisch anmutend und (vielleicht von daher) mit einem gewissen Wohlfühlfaktor für uns. Was aber auch an der auffallenden Sauberkeit gelegen sein mag, an den Buchläden und den historisch wirkenden Bauten.

Gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit kamen wir am ultimativen Tagesziel an. Es war eindeutig spürbar, dass es nach dem (wie immer bei Langzeitwanderungen) zähen dritten Tag bei den meisten MarschiererInnen bergauf ging.

21 Uhr und jetzt freu ich mich auf ein ausnahmsweise sehr frühes Abendessen.

Joseph Wilhelm






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