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Einladung zum Right2Know March

Warum der Marsch / Hintergrund

Genfrei Gehen goes America



Donnerstag 13. Oktober 2011

12. Marschtag durch die Peripherie von Baltimore






Gentechnik-Aktivisten weiter auf dem Vormarsch 

Genächtigt hat fast die ganze Schar der Marschierer bei der Mitwandererin Geene in einem Vorort von Baltimore. Eine Gastfreundschaft, die sich wohl bis ins Schlafzimmer der Gastgeber verlagert hat, weil der Marschierer so viele waren. Am Morgen: Regen. Und durch diesen liefen wir dann auch den ganzen Tag – zunächst zu einem kleinen, urigen Health food Store mit Cafe.

Toiletten und kleine Stärkungen sind bei den LäuferInnen immer beliebt, vor allem, wenn es regnet. Bei mir auch, denn heute spürte ich deutlich die Anstrengung der letzen beiden langen Marschtage. Und vielleicht nicht nur dieser. Denn gestern Abend wollte ich unserem Team noch den "Inner Harbour" von Baltimore zeigen, was nach getaner Arbeit um 22.00 Uhr eine nächtliche Aktion war - aber halt die einzige Gelegenheit. Zu einem späten Imbiss gab es dann immerhin "sustainable and organic white wine". Bei den wenigen verbleibendenden Stunden Schlaf kann mensch dann am nächsten Morgen schon mal auf "low energy" sein.

Heute war die Gruppe durch neue Teilnehmer verstärkt. David Bronner war wieder dabei, Katherine de Matteo und Erik, ein Biobaumwollfarmer und Autor aus Texas. Zum nächsten Stopp mit einer sogenannten "Rally" in der "Maryland University of Art" war es nicht weit. Draußen waren Infostände das "teahouse" aufgebaut. Drinnen gab es diverse engagierte Redebeiträge, das war alles prima.

Und dann kam es wieder mal ganz abrupt: Keine "half mile" nach dem schicken Univiertel mit überwiegend weißen Studenten marschierten wir dann sicherlich 2 Meilen durch ehemals schmucke Gründerzeithäuser mit stuckartigen Fassaden. Nur dass jetzt 2/3 der Häuser leerstanden, zugenagelt, aus manchen eingestürzten Dächern wuchsen schon die Bäume. Wenige, ausnahmslos schwarze Bewohner lungerten apathisch dreinblickend herum oder standen in Gruppen vor einer geöffneten Haustür. In manchen Straßenzügen, in denen häufig nur noch die Fassade der Häuser intakt war, standen kaum Autos. Gespenstisch und trist. Nachts würde ich da nicht einmal als Gruppe durchlaufen. Wie kam es dazu? Wann hat das alles begonnen? Und wer soll das noch richten?

Das waren die Fragen, die wir mit unseren amerikanischen Mitmarschierern diskutierten. Sicher gibt es tausend Gründe komplexer Art. Aber bei mir drängt sich immer wieder folgendes auf: Geht das nicht alles auf die Tatsache zurück, dass diese Menschen jahrhundertelang in Afrika gefangen und als Sklaven hierher verschleppt wurden, entwurzelt und heimatlos in eine ihnen fremde und feindlich gesinnte Welt entlassen wurden? Die damit verbundenen Schmerzen und Leiden sind nicht in ein paar Generationen heilbar, wenn überhaupt. Da bräuchte es schon sehr viele Mr. Obamas, um dieser Traurigkeit und Trostlosigkeit eine andere Richtung zu geben. Und alle (WE) müssten mitmachen.

Danach geht´s durch eine dicke Nebelsuppe, bei fast tropischen Temperaturen, endlos die 4- bis 6-spurige Ausfallstraße entlang. Auch da wunderschöne Häuser mit Veranden und Treppen, leider die meisten verlassen.

Dann wieder Szenenwechsel: Shoppingcenter, Autohändler und Verkehr.
Der wird im immer dicker werden Nebel auch immer dicker. Der Gehsteig löst sich auf, ebenso die Bankette, so dass die Tourleitung den Marsch abbricht und das "shutteln" der Wanderer auf den restlichen paar Meilen bis zum Camp im Park anordnet. Never mind, die kann ich mit meinen bisherigen "Bonusmeilen" ausgleichen und auch wir lassen uns zum nahe gelegenen Hotel bringen.

Ein bisschen mehr Zeit, um zu regenerieren und unsere "Nebentätigkeiten" vor dem Endspurt Richtung Washington D.C. zu erledigen, kann uns auch nicht schaden. Und zum Essen gab es heute auch fast noch nichts.

Joseph Wilhelm
13.10.2011
Right2KnowMarch
Baltimore, Maryland






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