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BIOPIONIERE IM INTERVIEW
Im Gespräch mit Hans Hansel, Gründer und Vorstandsvorsitzender von LOGOCOS Naturkosmetik AGWie hat alles begonnen?
Die LOGOCOS Unternehmensgruppe ist aus der Öko-Bewegung der 70er Jahre entstanden. In einem der ersten deutschen Bio-Läden, der Alraune in Hannover, bot Firmengründer Hans Hansel, heute Vorstandsvorsitzender der LOGOCOS Naturkosmetik AG, neben Naturkost auch Naturkosmetik an. Spezielle Bio-Fachhandels-Lieferanten existierten damals noch nicht. Um der stetig wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, gründete der gelernte Heilpraktiker 1978 die Firma Lorien Goods und vermarktete Naturkosmetik-Artikel, die er zunächst aus England und Frankreich importierte. Zusammen mit einigen engen Freunden begann er kurze Zeit später, selbst Naturkosmetik herzustellen. Diese Entscheidung war nicht ohne Risiko, denn "Bio" wurde in den 70er Jahren eher als visionäre Idee einer idealistischen Randgruppe angesehen, weniger als ein wirtschaftliches Erfolgskonzept. Heute zählt die LOGOCOS Naturkosmetik AG zu den deutschen Top 3 Naturkosmetik-Unternehmen.
Welches waren Ihre persönlichen Beweggründe, Lorien Goods zu gründen?
Bereits zu Beginn der 70er Jahre waren mein engster Freundeskreis und ich in der aufkommenden Öko-Szene aktiv. Natürlich steckte eine große Portion an Idealismus hinter unserem Engagement. Wir wollten uns neben den Bereichen Politik und Umweltschutz auch für eine ganzheitlich gesunde Lebensweise engagieren, die den Bereich der Lebensmittel und auch der täglichen Pflege einschloss. Und vor allem wollten wir unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Zukunft bieten. Aus diesen Beweggründen gründeten wir die Alraune, den ersten deutschen Bio-Laden in Hannover, und importierten zunächst Naturkosmetik aus England und Frankreich. Relativ schnell stellten wir fest, dass die Qualität der Produkte weder unseren Anforderungen noch denen unseren Kunden gerecht wurde. Also entschlossen wir uns dazu, selbst Naturkosmetik herzustellen, und riefen 1978 die Marke Lorien Goods Naturkosmetik ins Leben.
Was war das wichtigste Ereignis, prägendste Erlebnis dieser Gründerzeit?
Für uns war die Herstellung von Naturkosmetik damals absolutes Neuland. Zwar bin ich gelernter Heilpraktiker, aber Kosmetik selbst zu produzieren, stellte uns alle vor große Herausforderungen. Wir haben viel gelesen, uns zusätzlich Rat eingeholt, experimentiert und nochmals experimentiert. Anders als heute war auch die Beschaffung der Rohstoffe eine beschwerliche Aufgabe. Blüten und Kräuter haben wir selbst gesammelt und extrahiert. Weitere benötigte Rohstoffe haben wir zum Teil von befreundeten Unternehmen bezogen. Wir mussten Lieferanten für Packmittel finden und natürlich auch den Vertrieb unserer Produkte organisieren.
Wie hat man damals ohne Internet zueinander gefunden? Von wem kamen die ersten Informationen über RAPUNZEL zu Ihnen?
Naja, die Branche hat ja klein begonnen. Man kannte sich eben.
Gibt es besondere Geschichten in Zusammenhang mit RAPUNZEL?
Gern erinnere ich mit an eine Anti-Atomkraft-Demo in Brokdorf, in deren Verlauf einige Mitarbeiter des damaligen Großhändlers "Schwarzbrot" verhaftet wurden, weil sie angeblich Plastiksprengstoff mit sich führten. Etwas später wurden sie dann wieder freigelassen und man sah sie genüsslich den vermeintlichen Plastiksprengstoff verzehren – es war das leckere RAPUNZEL Marzipan…
Wann haben Sie das erste Mal RAPUNZEL besucht/Joseph Wilhelm oder Jennifer Vermeulen persönlich kennengelernt?
Das muss auf einem der ersten RAPUNZEL-Festivals vor über 30 Jahren gewesen sein, aber genau erinnere ich mich nicht mehr.
Wie hat sich die Zusammenarbeit im Lauf der Zeit verändert?
Von Zusammenarbeit kann man in unserem speziellen Fall ja nicht wirklich reden, es ist vielmehr eine jahrzehntelange freundschaftliche Verbundenheit.
Was sind die größten Herausforderungen heute im Vergleich zu damals?
Damals waren wir jung, wild und idealistisch, unerschütterlich optimistisch und zu allem entschlossen. Und wir trugen nur Verantwortung für uns selbst. Heute trage ich neben der für meine Familie auch die Verantwortung für über 300 Menschen, die für uns arbeiten. Daneben sind wir mehr denn je der Natur und der Welt als Ganzheit verpflichtet. Ökonomische und ökologische Anforderungen stellen uns jeden Tag vor neue Aufgaben – ein harter, aber zutiefst befriedigender Job.
Wie würden Sie die Geschichte von LOGONA in 3 – 5 Stichpunkten beschreiben?
1975 Gründung der Alraune, Hannover, einem der ersten Naturkostläden Deutschlands 1978 Gründung von Lorien Goods Naturkosmetik 1985 Umbenennung des Unternehmens in LOGONA Naturkosmetik 1988 Umzug an die Kräuterwiese, Oldendorf und Gründung der LOGOCOS GmbH 2007 Übernahme der elektrobio Ernst Kunze GmbH & Co. 2008 Umfirmierung in die LOGOCOS Naturkosmetik AG
Welche Wünsche und Vorstellungen haben Sie für die Zukunft von LOGONA?
Langfristiges Ziel der LOGOCOS-Unternehmensgruppe ist es, sich noch mehr als bisher international zu orientieren, neue Märkte zu erobern und Kunden zu generieren. Geplant ist, auch die anderen Marken des Unternehmens weltweit zu etablieren. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem amerikanischen und dem asiatischen Markt, die beide großes Potential für Naturkosmetik versprechen. Wir wünschen uns, möglichst viele Menschen auf der ganzen Welt von der großartigen Qualität unserer Naturkosmetik zu überzeugen, weil sie nicht nur den Menschen, sondern auch der Umwelt gut tut. Oder, wie wir gerne sagen: "In herbs we trust!"
Welches ist Ihr RAPUNZEL Lieblingsprodukt?
Samba natürlich!
Das Interview mit Hans Hansel führte Heike Kirsten, Marketingleiterin RAPUNZEL NATURKOST
www.logocos.de
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