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BIOPIONIERE IM INTERVIEW
Ein Gespräch mit Joseph WilhelmWas war Ihr wichtigster Beweggrund für die Gründung von RAPUNZEL? Das war alles andere als ein "Geschäftsmodell". In diesem Moment hatten wir ja einen ganz anderen Plan, wir wollten auswandern nach Tasmanien. Das war vielmehr dieser innere Drang, aus dem eigenen Wohlergehen heraus im Erleben von gesunden und lebensfördernden Lebens-Mitteln etwas zu tun, zu bewegen für unsere Mit-Welt. Ich wollte andere teilhaben lassen an diesem Hochgefühl und gleichzeitig mit der Biolandwirtschaft einen Beitrag zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen leisten. Ich spürte eine Mission, der ich absichtslos folgen musste.
Ihr schönstes Erlebnis bei RAPUNZEL? Es fällt mir schwer, diese Frage zu beantworten. Spontan kommt mir, dass das schönste daran ist, dass dieses Erlebnis nun schon 35 Jahre andauert und an Intensität ständig noch zunimmt. Und zu spüren, dass es Sinn macht und dass wir gebraucht werden.
Was ist Ihr RAPUNZEL Lieblingsprodukt? Samba!
Welche Werte sind Ihnen am wichtigsten? Menschlichkeit, Nachhaltigkeit, Verlässlichkeit, Spontanität, Liebe. Materielle Werte sind uns vom Leben nur geliehen. Ich bin täglich dankbar für meine Gesundheit.
Was waren Ihre Aufgaben bei RAPUNZEL in der Gründerzeit? Alles was angefallen ist und notwendig war. Im Speziellen: Säcke und Kisten schleppen, Bauern auf Bio umstellen, Müslimischen, Ware ausfahren, Schreiben, Gartenarbeit, Kuhmelken, Bauen, Kommunizieren, mit den Kindern spielen und vieles mehr
Und was machen Sie heute bei RAPUNZEL? Über meinen aktuellen Tagesablauf wollte ich immer schon mal Buch führen: In vielen Besprechungen und AGs (Arbeitsgruppen) dabei sein, für die richtigen Rahmenbedingungen im Arbeitsumfeld sorgen, mit Innen und Außen kommunizieren, repräsentieren, bauen, schreiben, verkosten, auf dem Hof arbeiten.
Wo sehen Sie RAPUNZEL in Zukunft? Natürlich würde ich mich freuen, wenn in 35 Jahren die ganze Landwirtschaft weltweit auf Bio umgestellt wäre. Aber mit Wünschen bin ich vorsichtig, die führen meist nur zu Enttäuschungen. Ich halte es da eher mit dem Vorstellungsvermögen, da habe ich viel Phantasie. Und das ist nichts Verwerfliches, das ist notwendig, damit Realität entstehen kann. Das gelingt am besten, wenn wir jeden Moment unsere aktuelle Aufgabe in Eigenverantwortung so gut wie möglich erledigen. Damit tun wir das Beste für eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen auf diesem Planeten Erde. Ich bin kein Hellseher und möchte auch keiner sein, wir werden sehen, welche Herausforderung sich uns dann stellen.
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