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28.02.2012: RAPUNZEL Kino
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LESUNG: TATORT GEMÜSEBEET - ANDREAS HOPPE & JACQUELINE ROUSSETY
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FRISCH AKTUALISIERT
Lieferantenportait: Basmati-Reis
Warenkunde: Cashew
Frühstücksbreie
Frühstück- die Kaiserdisziplin
Weihnachtsplätzchen
Weihnachts-Menü 2011
Warenkunde: Sultaninen
Warenkunde: Feigen
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Vanille-Cashew-Kipferl mit Samba-Glasur
Marzipan-Kamele
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INFORMATION: BIO-PALMÖL AUS KOLUMBIEN
Bio-Palmöl aus Kolumbien
Information über den aktuellen Stand
Legau, 26.05.2010
Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
die öffentliche Kritik an unserem Bio-Palmöl-Lieferanten in Kolumbien, dem unter anderem in einem ARD-Report Umweltverschmutzung, Regenwaldabholzung und Landvertreibung vorgeworfen wurden, nehmen wir sehr ernst. Es war uns sehr wichtig, uns selbst vor Ort kundig zu machen und ausführliche Gespräche mit den Betroffenen zu führen. Deshalb besuchte unsere Rohstoffexpertin im April Kolumbien. Dadurch konnten wir sehr differenzierte Fakten zusammentragen. Diese und die für unser Handeln wichtigen Schlussfolgerungen daraus wollen wir Ihnen darlegen.
Vorgeschichte
Am 22. März 2010 wurde im Rahmen einer ARD-Report-Sendung über Ölpalmen-Anbau und Landvertreibung von einer Finca (Las Pavas) in der Region Süd-Bolivar / Kolumbien berichtet. Der Palmöl-Lieferant Daabon Organic, von dem auch RAPUNZEL sein Bio-Palmöl bezieht, wurde damit in Zusammenhang gebracht.
Das Wissen um die Problematik von Primärwaldrodung zur Palmöl-Erzeugung hat RAPUNZEL bereits Anfang der 1990er Jahre veranlasst, sich aktiv um einen alternativen, nachhaltigen Öko-Anbau zu bemühen, dies schon damals mit der Firma Daabon in Kolumbien. Die Bio-Anbaugebiete von Daabon liegen im äußersten Norden des Landes in den Bezirken Magdalena und La Guajira. Die Anbauflächen für Ölpalmen, aber auch für Kakao, Bananen und Kaffee, die nach den Richtlinien des Ökologischen Landbaus kultiviert werden, sind seit 1994 regelmäßig bio-zertifiziert. Das Bio-Palmöl, welches RAPUNZEL bezieht, kommt ausschließlich aus diesem Anbaugebiet und nicht aus Süd-Bolivar.
In den letzten Jahren haben zahlreiche kolumbianische Firmen in der Region Süd-Bolivar Land erworben, um dort Ölpalmen anzupflanzen. Unter anderem auch das Konsortium El Labrador, an dem auch die Daabon-Tochterfirma C.I. Tequendama als Investor beteiligt ist. In den letzten Jahrzehnten war dieses Gebiet im kolumbianischen Bürgerkrieg immer wieder von zahlreichen Auseinandersetzungen betroffen. Bis in die heutige Zeit gibt es dort wie in vielen anderen Gebieten Kolumbiens noch Defizite in der Ordnungspolitik. Zudem besteht in Kolumbien unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit der Landnahme durch Bauern, sofern brachliegendes Agrarland nachweislich 5 Jahre lang durch sie bestellt wurde. Danach kann ein Antrag bei der zuständigen Behörde gestellt werden, dass das Land enteignet und ihnen überschrieben wird. Dabei sind lückenhafte Dokumentationen und zeitweise ungeklärte Zuständigkeiten der Behörden oft die Ursache für eine Vielzahl an Landkonflikten. Man spricht davon, dass in Süd-Bolivar gegenwärtig ca. 400 ähnlich gelagerte Konflikte verhandelt werden, u.a. der um die Finca Las Pavas in Zusammenhang mit dem Konsortium El Labrador und der Bauerngemeinschaft ASOCAB. Aktueller Stand ist hier, dass das Land dem Konsortium El Labrador wiederholt rechtswirksam per Gerichtsentscheid zugesprochen wurde.
123 Bauernfamilien, welche über die Bauerngemeinschaft ASOCAB organisiert sind, hatten bereits gegenüber dem Vorbesitzer offiziell Ansprüche angemeldet und beanspruchen Land in Süd-Bolivar für sich, dabei auch Flächen der Finca Las Pavas. Sie bauten nach eigener Auskunft über die Jahre immer wieder auf Teilflächen u.a. Yucca, Mais und Bohnen an und errichteten in der Vergangenheit auch einmal eine Jungpflanzenanzucht für Kakao. Das Gebiet ist fruchtbares Schwemmland und große Teile davon werden bereits seit Generationen landwirtschaftlich genutzt.
Nach einem für sie positiven Gerichtsentscheid ließ das Konsortium El Labrador am 14. Juli 2009 das bereits 2007 gekaufte Gelände der Las Pavas-Finca (1.127 ha) durch die örtlichen Behörden räumen. Dies deshalb, da es aus ihrer Sicht zu einer illegalen Besetzung durch die Bauerngruppe gekommen war. Die Umstände dieser Räumung werden von verschiedenen Seiten unterschiedlich dargestellt. Die Bauerngemeinschaft zweifelt grundsätzlich die Rechtmäßigkeit des Verkaufes von Land in der Region Süd-Bolivar an und fordert 20 ha Land pro Bauernfamilie. Im Moment arbeitet eine unabhängige Experten-Kommission vor Ort unter der Koordination der Nicht-Regierungsorganisation (NGO) Christian Aid an einer konkreten Kompromiss-Lösung für diesen Fall. Ziel ist es, unter Einbezug verschiedenster beteiligter Interessengruppen wie der Bauerngemeinschaft, dem Konsortium, vor Ort tätigen Nicht-Regierungsorganisationen sowie Kirchenvertretern eine für alle Beteiligten tragfähige und faire Lösung zu finden. Ein umfangreicher Bericht wurde für Ende Mai angekündigt. Von diesem erwarten wir uns eine konstruktive Lösung.
Was hat das alles mit RAPUNZEL zu tun?
Die Firma Daabon, von der wir unser Bio-Palmöl beziehen, wurde beschuldigt, mitverantwortlich an der Vertreibung von Bauern in Süd-Bolivar (Las Pavas-Finca) zu sein. Zusätzlich wurde ihr vorgeworfen, Regenwald für die Neupflanzung von Plantagen zu roden und die Umwelt durch unsachgemäße Lagerung von Palmöl zu verschmutzen.
Unsere Rohstoffexpertin ist all diesen Punkten vor Ort nachgegangen.
Ergebnisse des Besuchs:
Unserer Agraringenieurin wurde sowohl zu den Plantagen zur Bio-Palmölproduktion im Norden von Kolumbien, zur Verarbeitung sowie zur Verschiffung ungehinderter und unkontrollierter Zugang eingeräumt. Sie konnte spontan Bauern und Mitarbeiter befragen.
1. Die Plantagen, aus denen RAPUNZEL sein Palmöl bezieht, sind hinsichtlich Öko-Anbau und nachhaltigem Umweltschutz sehr gut geführt. Da es sich um Land handelt, das seit vielen Generationen bereits landwirtschaftlich genutzt wurde, ist für die Anlagen der Bio-Ölpalmenplantagen auch kein Regenwald abgeholzt worden. Durch die Umstellung auf kontrolliert biologischen Anbau wurde die Bodenfruchtbarkeit der landwirtschaftlichen Flächen über die Jahre verbessert.
Zudem legt die hinter dem Unternehmen Daabon stehende Familie Dávila immer sehr großen Wert darauf, umfangreiche Ausgleichsflächen zu erhalten und - wo möglich - auch neue zu schaffen. Für ihre Flächen bestehen Landnutzungspläne beispielsweise auch im Hinblick auf Wasserschutz und Sicherung der Wasserversorgung.
2. Der Umgang von Daabon mit ihren Mitarbeitern ist vorbildlich. Das Unternehmen bezahlt seine Mitarbeiter über Tarif sowie alle geforderten und darüber hinausgehende Sozialleistungen. Deshalb ist die Stimmung unter den Mitarbeitern sehr gut, egal ob in den Plantagen, bei der Verarbeitung oder bei der Verschiffung. Die Mitarbeiter sind gut informiert und gut ausgebildet. Die Situation der Kleinbauern, welche über sogenannte „Allianzen“ mit Daabon zusammenarbeiten und über gesicherte Abnahmeverträge mit Daabon ebenfalls Bio-Ölpalmen kultivieren, wurde in unabhängigen Studien als sehr positiv herausgestellt. Die Bauern erhalten von Daabon professionelle Beratung im ökologischen Anbau und profitieren auch von den über die Jahre von Daabon-Mitarbeitern entwickelten natürlichen Methoden des Pflanzenschutzes. Ein Daabon-Team kümmert sich um die sozialen Belange der mit Daabon zusammen arbeitenden Kleinbauern.
3. Aus den Fehlern der Vergangenheit hat Daabon gelernt. Damit kein Palmöl die Umwelt, Wasser oder Meer verschmutzen kann, wurden alle Anlagen in Verarbeitung, Lagerung und Verschiffung auf den neuesten Stand gebracht. Modernste Umweltschutzmaßnahmen und neueste Sicherheitssysteme sind heute Standard. Gerade deshalb investierte Daabon vor Jahren auch in die Beteiligung an einem Terminal des Hafens von Santa Marta.
4. Die Situation im mehrere hundert Kilometer entfernten Süd-Bolivar hingegen ist sehr komplex. Es entspricht den Tatsachen, dass mithilfe der Behörden das Land des Konsortiums El Labrador geräumt wurde. Die Bauern fühlen sich aber insbesondere auch durch die Behörden im Stich gelassen, da nach ihrer Meinung das Land nicht an das Konsortium hätte verkauft werden dürfen. Sie hätten schon vor dem Verkauf berechtigte Ansprüche auf das Land angemeldet. Dies sei durch die Behörden nicht in der korrekten Form durchgeführt worden. Wir haben uns den Vorgang von allen Beteiligten ausführlich schildern lassen. Aufgrund des komplexen Sachverhaltes ist es sowohl für alle Beteiligten als auch für Außenstehende sehr schwierig, sich hier ein klares Bild der Situation zu machen. Grundsätzlich scheint es schwierig zu sein, diesen über längere Zeit währenden Landkonflikt noch zweifelsfrei zu klären. Wir sehen die Notwendigkeit, dass neben einer rein juristischen Bewertung auch das moralische Rechtsempfinden der Betroffenen bei einem Lösungsansatz mit berücksichtigt werden muss. Die unabhängige Kommission vor Ort unter Koordination der NGO Christian Aid arbeitet an einem Lösungsansatz unter Einbeziehung aller Beteiligten. Das Ergebnis soll bis Ende Mai vorliegen.
Resümee:
Die Firma Daabon, von der unser RAPUNZEL Bio-Palmöl stammt, macht eine sehr gute Arbeit in Hinblick auf den ökologischen Anbau von Ölpalmen. Auch alle sozialen Standards werden aus unserer Sicht dort eingehalten.
Die Situation in Süd-Bolivar (Finca Las Pavas) ist sehr komplex und unter Umständen nach rechtlichen Kriterien nicht mehr eindeutig aufzuarbeiten. Solange die Vermittlung der Kommission läuft und wir eine gute Chance sehen, dass der Konflikt um die Las Pavas-Finca einvernehmlich gelöst werden kann, werden wir unsere Lieferantenbeziehung mit Daabon weiterhin fortsetzen. Nur durch eine langfristige geschäftliche Beziehung können wir Einfluss auf Entscheidungen unserer Geschäftspartner nehmen.
Wir erwarten von unserem Lieferanten, dass er sich weiterhin aktiv in den Prozess um eine Lösungsfindung einbringt und respektvoll mit den Bauern in Süd-Bolivar umgeht. Sollte dies erkennbar nicht der Fall sein, werden wir trotz der zwei Jahrzehnte währenden vorbildlichen Arbeit im Bio-Palmanbau zukünftig ein neues Projekt aufbauen.
Mit freundlichen Grüßen RAPUNZEL Naturkost AG Die Geschäftsleitung gesamter Text als PDF (60 KB)
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