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WARENKUNDE KOMPAKT - KAFFEE


Botanik


Die Kaffeepflanzen gehören zur botanischen Gattung Coffea und zählen zur Pflanzenfamilie der Rubiaceae (Rötegewächse).

Sämtliche Coffea-Arten haben ihren Ursprung in Afrika. Rund 60 Kaffeearten haben die Botaniker identifiziert, von Bedeutung für die Kaffeekultur sind jedoch nur wenige Arten: Die bedeutendsten 2 Varietäten sind Coffea Arabica (Arabica-Kaffee) und Coffea Canephora (Robusta-Kaffee). Zu nennen wären noch Coffea Liberica und Coffea Excelsa. Beide sind jedoch in Bezug auf Verbreitung und Produktionsmenge von geringer Bedeutung.

Arabica-Sträucher stellen hohe Ansprüche an Anbau und Kultur: Sie benötigen konstantes Klima, sorgfältige Pflege und gedeihen nur in Höhenlagen von ca. 600 bis 2.000 m über dem Meeresspiegel - daher auch die Bezeichnung Hochland-Kaffee. Auf Coffea Arabica entfallen fast 70 % der Welt-Kaffeeproduktion.

Coffea Canephora (Robusta), der "robuste Kaffee", ist mit einer natürlichen Resistenz gegen Krankheits- und Schädlingsbefall ausgestattet. Diese Kaffeeart ist besonders schnellwüchsig und ertragreicher als Arabica, jedoch kälteempfindlicher. Deshalb wird Robusta in Flachland-Plantagen oder in Höhenlagen bis maximal 600 m über dem Meeresspiegel angebaut. Annähernd 30 % der weltweiten Kaffee-Erzeugung werden von Robustas bestritten.

Kaffeepflanzen sind Sträucher, die bis zu 12-15 Meter hoch werden können. Für die Bewirtschaftung werden sie jedoch auf 1,5-3 Meter beschnitten. Sie bringen weiße Blüten und kirschähnliche Steinfrüchte hervor. Die Früchte werden je nach Art in 9 bis 11 Monaten (Arabica) oder 6 bis 8 Monate (Robusta) nach der Befruchtung reif. Die Steinfrüchte wechseln ihre Farbe entsprechend dem Reifegrad von grün über gelb nach rot. Jede Frucht enthält zwei Samen, die Kaffeebohnen. Diese sind im Fruchtfleisch, der so genannten Pulpa eingebettet. An einem Strauch befindet sich immer gleichzeitig noch unreife, reife und, falls nicht gepflückt, überreife Kaffeekirschen. Erste Erträge liefern 3 bis 4 Jahre alte Sträucher, ab einem Alter von etwa 20 Jahren geht der Ertrag je Strauch zurück.


Geschmack


Arabica-Kaffees bieten einen milden, harmonisch-ausgewogenen Geschmack. Das Aroma ist fein, vielschichtig und die Fruchtsäure besonders ausgeprägt, was in Nordeuropa als der eigentliche Kaffeegeschmack gilt. Im Espresso kann die konzentrierte Säure allerdings auch als störend empfunden werden, weshalb der RAPUNZEL Gusto Espresso eine Mischung aus Arabica und Robusta Bohnen ist. Robusta-Kaffee ist wesentlich kräftiger, mit einer deutlich erdig-holzigen Note, die vor allem in Verbindung mit Zucker an Karamell erinnert. Robusta ist nicht so nuancenreich wie Arabica, hat aber einen unschlagbaren Vorteil: er bringt viel Körper und Fülle ein. So ist gerade auch ein Kaffee mit der Kombination dieser beiden Sorten ein Genuss. Espresso mit einem Anteil Robusta besitzt zudem eine stabilere Crema, als solcher aus reinem Arabica-Kaffee.

Wie aber kann es sein, dass sich aus nur zwei Bohnensorten eine solche Geschmacksvielfalt ergibt, wie wir sie beim Kaffee kennen? Die vielfältigen Aromen, die die verschiedenen Kaffees bergen, entstehen vor allem durch die unterschiedlichen Herkünfte. Die Bedingungen des Klimas und die Bodenbeschaffenheit beeinflussen das Aroma des Kaffees. Auch die Erntetechnik und natürlich die sorgfältige Verarbeitung und die Kunst des Röstens spielen eine entscheidende Rolle, ob der Kaffee mild, harmonisch oder kräftig ist, ob feine Zitrusnoten oder eher ein Aroma von Nüssen, Gewürzen oder Schokolade zum tragen kommt.


RAPUNZEL Gusto Café Anbau und Herstellung
Nachhaltiger Bio-Anbau in Mischkultur


Für unsere RAPUNZEL Gusto Cafés verwenden wir biologischen Arabica-Kaffee aus der Dominikanischen Republik und aus Peru. Robusta-Kaffee kommt aus Tanzania. Die Kaffeepflanzen werden als „Schattenkaffee“ in Mischkultur mit Bananen, Zitrusfrüchten und anderen Schattenbäumen angepflanzt, welche die empfindlichen Kaffeepflanzen pflanzt, welche die empfindlichen Kaffeepflanzen vor Wind und Sonne schützen. Diese nachhaltige Anbauweise in einer vielfältigen Mischkultur unterstützt und erhält das stabile Ökosystem in den Anbauregionen und schützt vor einem Auslaugen der Böden und Bodenerosion. Zum Schutz vor Schädlingen (z. B. dem Kaffeebohrer- und Pilzbefall müssen die Pflanzen intensiv gepflegt werden: Während der Ernteperiode werden immer nur die reifen Kaffeekirschen immer wieder von Hand abgepflückte. Nach der Ernte wird nochmals kontrolliert und an den Bäumen verbliebene Kirschen entfernt, denn am Strauch verbleibende Kirschen erhöhen das Risiko für Schädlinge oder Krankheiten. Auch andere Arbeiten, wie z. B. das Beschneiden der Kaffeesträucher, werden von den Bauern und Kaffeepflückern sorgfältig von Hand durchgeführt. Da die Kaffeepflanzen nach den Kriterien des ökologischen Landbaus angebaut werden. Wird auf jeglichen Einsatz von chemischen und synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln verzichtet. Lediglich der Kompost aus der bei der Verarbeitung der Kaffeekirschen abfallenden Pulpe wird als natürlicher Dünger verwendet. So wird der Nährstoffkreislauf geschlossen und die Umwelt sowie das Grundwasser geschützt und der Lebensraum erhalten.

Unterschiede Bio-Kaffeeanbau und konventioneller Kaffeeanbau im Überblick


Bio-Anbau

Mischkultur: Anbau unter Schattenbäumen
- Erhalt des natürlichen Ökosystems
- Erosionsschutz
- Schutz der Kaffeepflanzen (Sonne, Wind)

Kaffeepflanzenanschnitt
- Kräftigung der Pflanze
- Schutz vor Pilzbefall

Komplettes Abernten der Kirschen
- Schutz vor Kaffeekirschenkäfer

Kompostdüngung
- Wiederverwertung er Kaffeepulpe
- Erhalt der natürlichen Bodenfruchbarkeit
- Grundwasserschutz
- Nährstoffkreislauf geschlossen

Konventioneller Anbau

Monokultur
- Auslaugen der Böden
- Gefährdung des Ökosystems vor Ort
- Pfllanzenschutz- und Düngemittel nötig

Einsatz von chemischen und sysnthetischen Pflanzenschutzmitteln
- Belastung von Boden und Wasser
- Gefahr für die Menschen beim Ausbringen

Kompostdüngung Einsatz von Mineraldünger
- schnelles Auswaschen aus Boden
- Belastung des Grundwassers


Ernte und Verarbeitung


Nach der Ernte muss das rote Fruchtfleisch, die Pulpe, von den Kaffeebohnen gelöst werden. Die Pulpe wird zuerst mechanisch grob entfernt, dann werden die Kaffeekirschen mehrmals gewaschen und fermentiert, d.h. es findet ein Gärungsprozess statt, der Pulpe endgültig löst. Nochmals ist ein gründliches Waschen und Trocknen der Kaffeebohnen nötig. Danach wird der Kaffee in der Verarbeitungsfabrik gewissenhaft sortiert. Diese sehr sorgfältige Auslese der Kaffeebohnen ist der Grund für die hervorragende Qualität des RAPUNZEL Gusto Cafés. Mit dem Schiff in Deutschland angekommen werden die Kaffeebohnen in einem speziell schonenden Langzeitverfahren geröstet um das feine Aroma entfalten zu können.

Qualität des RAPUNZEL Gusto Café


Die besondere Qualität der RAPUNZEL Gusto Cafés beruht neben dem rein ökologischen Anbau auf drei Prinzipien: dem sorgfältigen Pflücken der reifen Kaffeekirschen von Hand, der sorgfältigen Auslese der Bohnen und der besonderen Langzeitröstung.

Der Kaffeestrauch nimmt sich Zeit für die Reife, sie dauert viele Monate. So ist es nicht selten, dass an einem Strauch, am selben Zweig unreife, reife und schon faulige Kaffeekirschen hängen. Beim maschinellen ernten kann darauf keine Rücksicht genommen werden. Erntemaschinen kämmen alle Früchte ab. Alle Reifegrade landen in der Tasse - was sich grünen und muffigen Noten widerspiegeln kann. Die Ernte der RAPUNZEL Kaffeebohnen erfolgt von Hand und mehrmals während einer Ernteperiode. So werden immer nur die Früchte im idealen Reifezustand geerntet, für ein reines Aroma in der Tasse. Die sorgfältige Nachsortierung und das lange, schonende Rösten bringen die Aromen dann voll zur Geltung.


Besonderheit RAPUNZEL HAND IN HAND - ökologischer Anbau und fairer Handel


Wir beziehen die Kaffeebohnen in fairem Handel von unseren langjährigen HAND IN HAND­Partnern. Bei den HAND IN HAND­Partnern handelt es sich um Kleinbauern­Kooperativen. Das RAPUNZEL­eigene Fairtrade­Label verbindet ökologischen Landbau und fairen Handel.

HAND IN HAND für fairen Kaffee­Genuss bedeutet: RAPUNZEL zahlt einen vom Weltmarktpreis un abhängigen, stabilen Mindestpreis für den Rohkaffee. Dieser Mindestpreis wird direkt an die Bauern weitergegeben. Der faire Preis sowie langfristige Handelsbeziehungen und Abnahmegarantien sichern den Bauern bessere Lebensbedingungen und Zukunftsperspektiven. Zudem unterstützen und beraten RAPUNZEL Mitarbeiter die Bauern vor Ort in Fragen des ökologischen Landbaus, der Verarbeitung und Qualitätssicherung.

Ein Prozent des Einkaufs­wertes der HAND IN HAND­Rohwaren geht von RAPUNZEL an den HAND IN HAND Fonds, der von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) verwaltet wird. Mit Geld aus diesem Fond werden in Form von Spenden jährlich ökologische und soziale Projekte in Entwicklungsländern unterstützt. So besuchen Töchter unserer Kaffeebauern in Tan­zania die Hekima Girl`s School, die wir seit 2003 mit über 40.000 € unterstützt haben. Dies ist umso wichtiger, da eine Schulbildung für Mädchen in Tanzania leider noch keine Selbstverständlichkeit ist.

Unseren Kaffeebauern aus der Kooperative Américo Melo in der Dominikanischen Republik wurde durch Spenden aus dem Fonds der Bau von Wassertanks zum Auffangen des Regenwassers ermöglicht und die medizinische Versorgung der Bauern und deren Familien gewährleistet.


Warenkunde als PDF (2.4 MB)


Unreife Kaffeekirschen
Unreife Kaffeekirschen


Bäuerin beim Pflücken von Kaffeekirschen
Bäuerin beim Pflücken von Kaffeekirschen


Unreife grüne und reife rote Kaffeekirschen an einem Baum
Unreife grüne und reife rote Kaffeekirschen an einem Baum


Verteilen der Kaffeebohnen zum Trocknen
Verteilen der Kaffeebohnen zum Trocknen


Trocknen der Kaffeebohnen
Trocknen der Kaffeebohnen


Kleine Röstanlage in der Kagera Cooperative Union KCU in Tanzania
Kleine Röstanlage in der Kagera Cooperative Union KCU in Tanzania


Frisch geröstete Kaffeebohnen
Frisch geröstete Kaffeebohnen





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