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Master of green lentils

Excursion to Rapunzel supplier Anton Scheidel in the town of Tauberfranken

Landwirt Anton Scheidel stolz mit der Linsenernte
Landwirt Anton Scheidel stolz mit der Linsenernte
Landwirt Anton Scheidel stolz mit der Linsenernte
Somewhere in the Main-Tauber county, in the granary of the Baden-Wuerttemberg state: here and there a wind turbine under a vast sky, a few clouds scattered in the pale blue sky. The gently rolling countryside is dominated by green and yellow colors: spruce and mixed deciduous forests, hedgerows and meadows, golden yellow grain fields, the strawy yellow of already harvested fields interchange with stony sunflower fields. Every view, every breath prove: this is a dry country.  

 

For lentils it is perfect.

Because nutrient-poor and stony soils - unfavorable for many crops - are good conditions for lentils. Meager, dry calcareous soil is perfect for the cultivation of legumes.

Wir stehen an einem Linsenfeld, leichte Hanglage, die Hülsenfrüchte treiben grün an diesem Augusttag, obwohl ihre Wurzeln bereits halb verdorrt sind. Sogar neue Blüten bilden die Pflanzen jetzt noch aus, zeigt Landwirt Anton Scheidel. „Was für eine Kraft“, sinniert er und dreht das Grün bedächtig in seiner Hand. Ein Lächeln umspielt seine Lippen.

Ein stolzer Landwirt

Landwirt Anton Scheidel erklärt Rapunzel Mitarbeiter Holger Epp die Besonderheiten der grünen Linsen
Landwirt Anton Scheidel erklärt Rapunzel Mitarbeiter Holger Epp die Besonderheiten der grünen Linsen
Landwirt Anton Scheidel erklärt Rapunzel Mitarbeiter Holger Epp die Besonderheiten der grünen Linsen
Anton Scheidel ist ein schlanker, großer Mann mit schmalem Gesicht, im Nacken kringeln sich ein paar blonde Locken. Sein Blick ist wach, ein feiner Schalk sitzt ihm in den blauen Augen, später wird er bei den Fotoaufnahmen beweisen, wie viel Geduld er besitzt, obwohl die Arbeit auf ihn wartet. Ein paar Mal blitzt sein Temperament auch anders auf, eine energische Hingabe, eine kämpferische Leidenschaft für das, was er tut, zeigen sich dann.

Bio-Landwirt Anton Scheidel beliefert Rapunzel mit grünen Linsen. Seine erste Berührung mit der ökologischen Landwirtschaft hatte er als Schüler. Heute freut er sich, wenn er anderen Interessenten auf seinem nach ECOLAND-Richtlinien geführten Hof den Biolandbau vermitteln kann. Den eigenen Hof hatte er 1992, vom Vater übernommen, auf Bio umgestellt. „Aus Überzeugung“, betont Anton Scheidel.

Im ersten Jahr säte er Dinkel und dann kamen doch Zweifel. Wächst das auch? Wird es wirklich gelingen? Da stand ihm sein Vater zur Seite: „Du wolltest es ausprobieren, jetzt lass es wachsen und schau mal.“ Und es wuchs. Vielfalt und Fruchtwechsel sind elementar für einen gesunden Bio-Landbau. Neben Dinkel, Einkorn, Luzerne und anderen Kulturen baut Anton Scheidel grüne Linsen an. Auf 15 von insgesamt 50 ha wächst auf seinen Feldern die französische Linsensorte, die der „Du Puy“ sehr ähnlich ist.

Die Schönheit der Linsen

Ab Ende Mai blühen die Hülsenfrüchte weiß mit einem leichten Blaustich. Jetzt im August ist ein Großteil der Früchte erntereif. Anton Scheidel hält einige der Linsen ins Licht. Sie sind grün gesprenkelt mit einer fast metallisch blauen Färbung.

"Was für ein schönes Blaugrün!"
"Wunderschön", bestätigt Anton Scheidel.
"Bleiben die nach der Verarbeitung auch noch so?"
"Ja, schonend gekocht, behalten sie ihre grüne Farbe."

Einst waren Linsen ein Klassiker in Süddeutschland. Inzwischen ist viel Wissen um den Anbau der Hülsenfrüchte verloren gegangen. Das ist doppelt bedauerlich: nicht nur, weil sie ein gesundes, proteinreiches und leckeres Lebensmittel darstellen, sondern auch weil Leguminosen hervorragende Stickstoffbinder im Boden sind und damit eine wichtige Rolle für die Gesundheit und Fruchtbarkeit des Bodens spielen. Ein Grund, weshalb Rapunzel zunehmend aus Hülsenfrüchte aus Deutschland und Europa setzt.

Die biologisch erzeugten Linsen in der Schote sind reif für die Ernte.
Die biologisch erzeugten Linsen in der Schote sind reif für die Ernte.
Die biologisch erzeugten Linsen in der Schote sind reif für die Ernte.

Vom Glück der Ernte

Früher wurden die Linsen zum Trocknen aufgebockt, gedroschen, handverlesen. Das ist heutzutage mit dem Mähdrescher einfacher. Wenn auch nicht risikofrei, etwa wenn Unebenheiten zur Gefahr für das Mähwerk werden. Einmal, erzählt Anton Scheidel, hatten Wildschweine das Feld umgegraben auf der Suche nach Egerlingen, sie hatten dabei Steine aufgewühlt, die dann die Vordertrommel des Mähdreschers blockierten. Und trocken muss es sein zur Ernte, damit die vielleicht 10 bis 20 cm hohen Pflanzen aufrecht stehen. „Wir müssen uns nach dem Wetter richten.“
Die Linsen aus biologischem Anbau werden mit dem Mähdrescher geerntet
Die Linsen aus biologischem Anbau werden mit dem Mähdrescher geerntet
Die Linsen aus biologischem Anbau werden mit dem Mähdrescher geerntet

Auf dem Hof unten im Tal hängt Staub in der Luft, ein Mann reinigt den Mähdrescher, der alte Labrador legt sich hechelnd auf den kühlen Hallenboden. Ein Trockenwagen mit Belüftungsschlauch steht vollbeladen mit den hübschen grünen Linsen unter dem Dach. Die Hülsenfrüchte sind vorgereinigt und trocknen nun. Einen Tag lang wird dazu Warmluft zugeführt. Die Hand fährt durch die Frucht auf dem Wagen, es ist ein schönes Gefühl. Später gehen die Linsen dann zur Feinsortierung.

Linsen aus Deutschland – eine Frucht mit Zukunft

Linsenerträge können von Jahr zu Jahr sehr schwanken – mehr noch als Getreide. Deshalb ist Vielfalt der Kulturen am Hof besonders wichtig. Wenn es notwendig ist, steht eine „Feldbereinigung“ an. Dann wird alles Beikraut händisch entfernt.

Und der Klimawandel? Anton Scheidel überlegt. Ja, die Wetterausschläge sind extremer geworden. Andererseits, wägt er ab, waren extreme Witterungen zu allen Zeiten eine Herausforderung für die Landwirte. Er zitiert seinen Großvater: „Die Sonne nährt den Laib Brot besser als der Regen.“ So war das immer schon. Feuchtigkeit fördert Krankheiten.

Seit sieben oder acht Jahren baut Anton Scheidel inzwischen Linsen an. „Ich bin immer noch am Experimentieren“, erklärt er und lässt den Blick übers Feld schweifen. „Aber die Zukunft, doch, die ist gesichert.“
Für die Fruchtfolge hat er kein festes Rezept, an das er sich hält. Er wehrt sich gegen verallgemeinernde Vorgaben. Probiert lieber aus. Schaut Jahr für Jahr genau hin, was der Boden braucht und was er gibt. Im ökologischen Landbau ist das wesentlich. Ein waches Auge ist dafür wichtig – aber auch die Frage: Was will der Markt? Auch ein Landwirt ist ein Unternehmer.

„Ich bin immer zufrieden“, fasst Anton Scheidel zusammen. Auch wenn nicht immer alles gut läuft. Rapunzel wird weiterhin die grünen Linsen aus Tauberfranken beziehen. Und die werden nach diesem Besuch noch besser schmecken.

Köstlichkeiten aus grünen Linsen


Die französischen Linsen zeichnen sich durch ihr nussiges Aroma und ihre bissfeste Konsistenz aus und eignen sich hervorragend für Salate und als Beilage. Und was ist Anton Scheidels Lieblingsgericht aus seinen Linsen? Seine Antwort kommt prompt. „Einfach nur Linsen – nicht zu viel dran, was den feinen Geschmack übertönt. Dazu Rauchfleisch und Spätzle aus Einkorn.“

Aber das geht auch vegetarisch, schiebt er nach. Seine Schwester ernähre sich vegan, und mit dem Einkorn klappen die Spätzle auch ohne Ei und sind dank der Färbung des Mehls trotzdem wunderbar gelb zum Blaugrün der Linsen. „Oder Linsensalat“, ergänzt Anton Scheidel, „mit Grünkern aus dem Dinkel.“
Rapunzel Rezept Vorschlag: Avocado-Apfel-Salat mit grünen Linsen
Rapunzel Rezept Vorschlag: Avocado-Apfel-Salat mit grünen Linsen

Landwirt Anton Scheidel baut für Rapunzel Grüne Linsen in Hohenlohe an (saisonal verfügbar) 

„Der Linsenanbau in Hohenlohe stellt für mich eine neue Perspektive dar. Zum einen sind Linsen sehr wertvolle Leguminosen für eine ausgewogene Fruchtfolge, indem sie Stickstoff aus der Luft binden und so zur Bodengesundheit und –fruchtbarkeit beitragen. Zum anderen bietet der Linsenanbau eine zusätzliche Einkommensquelle für mich und meine Familie sowie für die heimischen Bio-Bauern der Region Hohenlohe.“

Anton Scheidel baut auf seinem Familienbetrieb in Hohenlohe im Main-Tauber-Kreis auf 50 Hektar grüne Linsen an, die im Geschmack der bekannten „Du Puy“ ähnlich sind. Hohenlohe wird aufgrund seine fruchtbaren, kalkhaltigen Böden auch als die Kornkammer Württembergs bezeichnet.

Als historisches Bauernland spielt die Landwirtschaft rund um die fruchtbare und waldarme Hohenloher Ebene bis heute eine tragende Rolle. Neben Linsen baut Anton Scheidel auch Kümmel, Koriander, Dinkel, Einkorn, Emmer, Leinsaat und Leindotter in der Fruchtfolge an.


Landwirt: Anton Scheidel
Anbaugebiet: Hohenlohe - Baden Württemberg
Größe: Familienbetrieb / 50 Hektar
100% Bio-Anbau seit: 1992
Grüne Linsen

Die kleinen, grün gesprenkelten Linsen (lat:. Lens culinaris) kommen ursprünglich aus der Region Puy de Dôme in Frankreich. Daher werden sie meist auch als "Du Puy-Linsen" bezeichnet. Sie zeichen sich durch ihr nussiges Aroma und ihre bissfeste Konsistenz aus und eignen sich hervorragend für Salate und als Beilage.
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