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Über Rapunzel

Bio-Welt & Rapunzel Werte werden 2022 erlebbar 

Blog zum Baufortschritt des Besucherzentrums und zur Projektidee

Der Bau unseres neuen Besucherzentrums befindet sich in vollem Gange, im Herbst 2022 soll es in Legau eröffnet werden und "Bio" erlebbar machen. Wir freuen uns auf ein Gebäude mit Ausstellungs­bereich, Schaukaffeerösterei, Bio-Bäckerei, Gastronomie, Bio-Supermarkt, Yoga- und Kochstudio sowie umfangreichen Außenanlagen.

Hier halten wir Sie über die Fortschritte auf dem Laufenden und machen die Idee hinter dem Zentrum greifbar.


"Es gibt noch etwas anderes in dieser immer nüch­terner werdenden Welt, in der es für Menschlich­keit und Freude immer weniger Raum zu geben scheint. Deshalb ist das Wichtigste bei diesem Vorhaben nicht das Objekt selbst. Es sind die Menschen, die es beleben und Rapunzel erlebbar machen."

Joseph Wilhelm
Geschäftsführer Rapunzel Naturkost 

Kontakt: besucherzentrum(at)rapunzel.de

Von der Liebe zum Echtem

Echtholzmöbel von Schreinerei Konrad

[20.04.2022] "Da kam einer, der sah ein bisschen wilder aus in seinem Wollpullover und den Stiefeln und fragte uns nach Fenstern. 'Ob der die wohl zahlen kann', argwöhnten die Eltern. Hippies kannten wir bei uns im Dorf nicht." So erinnert sich Georg Konrad, Schreinermeister und Inhaber der Schreinerei Konrad in fünfter Generation in Kimratshofen, an sein erstes Treffen mit Rapunzel Gründer Joseph Wilhelm. Neun Jahre war er damals alt und damit vier Jahre älter als die Firma Rapunzel im Jahr 1979.
Die Skepsis der Eltern verflog schnell, das Vertrauen folgte. Heute ist Schreiner Konrad sozusagen der Haus- und Hofschreiner von Rapunzel – die Firmensitze liegen nur zehn Autominuten voneinander entfernt. Dank der schönen Holzarbeiten von Schreiner Konrad essen die Rapunzel Mitarbeitenden täglich in angenehmer Atmosphäre im Bio-Restaurant und arbeiten an höhenverstellbaren Holztischen in den Büros. Diese wunderbaren Möbel wünschten wir uns natürlich auch für die Innenausstattung im Besucherzentrum!
Georg Konrad ist sozusagen der Haus- und Hofschreiner von Rapunzel.
Georg Konrad ist sozusagen der Haus- und Hofschreiner von Rapunzel.
Georg Konrad ist sozusagen der Haus- und Hofschreiner von Rapunzel.
Hinter einem schönen urigen Allgäuer Wohnhaus versteckt sich die Halle des Schreinermeisters.
Hinter einem schönen urigen Allgäuer Wohnhaus versteckt sich die Halle des Schreinermeisters.
Hinter einem schönen urigen Allgäuer Wohnhaus versteckt sich die Halle des Schreinermeisters.
Aus massivem Eichenholz werden die Möbel für das Büro der Bio-Laden-Leitung gefertigt.
Aus massivem Eichenholz werden die Möbel für das Büro der Bio-Laden-Leitung gefertigt.
Aus massivem Eichenholz werden die Möbel für das Büro der Bio-Laden-Leitung gefertigt.

Massive Eichenholzmöbel und geradliniger Stil

Zwar leitet sich das Wort Schreiner von dem Wort „Schrein“ ab (kastenförmiger Behälter, Schränkchen), für das Besucherzentrum bauen Georg Konrad und seine vier Angestellten aber natürlich so viel mehr. Von der Garderobe im Untergeschoss, der Büroaustattung, den Akustik-Schrankwänden für den Seminarraum über die Theken für den Empfang und den Yoga-Raum bis zu einer Kochwerkstatt. Das meiste davon aus Massivholz Eiche gefertigt.
Die fast fertige Kochwerkstatt dürfen wir bei unserem Besuch in der Schreinerei in Kimratshofen begutachten. Sie steht in der großen Halle des Schreiners, die sich – von außen nicht sofort einsehbar – hinter einem urigen Allgäuer Wohnhaus versteckt.
Modern, klar, schlicht und geradlinig wirkt die Küchenzeile für die spätere Kochwerkstatt im Besucherzentrum, in der regelmäßig Kochevents stattfinden sollen. Man ist sofort versucht, seine Hände über die schönen Holzoberflächen gleiten zu lassen. Dass es sich dabei um Massivholz handelt, sehen wir, als wir die Schranktüre öffnen: Die Holzmaserung verläuft von der Frontseite bis auf die Rückseite durch.
Hier entstehen die Möbel für die Kochwerkstatt.
Hier entstehen die Möbel für die Kochwerkstatt.
Hier entstehen die Möbel für die Kochwerkstatt.
Dass der Küchenschrank aus Eiche massiv gefertigt ist, erkennt man an der durchgängigen Holzmaserung.
Dass der Küchenschrank aus Eiche massiv gefertigt ist, erkennt man an der durchgängigen Holzmaserung.
Dass der Küchenschrank aus Eiche massiv gefertigt ist, erkennt man an der durchgängigen Holzmaserung.
Möbel können heute auch digital – mit einer Chipkarte lässt sich der Schrank öffnen.
Möbel können heute auch digital – mit einer Chipkarte lässt sich der Schrank öffnen.
Möbel können heute auch digital – mit einer Chipkarte lässt sich der Schrank öffnen.
Nicht nur uns gefällt die Küche, auch der Schreiner ist von den Plänen des Architekten und dem zeitlosen Design überzeugt. Wir fragen ihn, ob er bei der Küchengestaltung noch viel eigene Meinung eingebracht habe. „Wenn es ein gutes Design ist, dann muss ich da nichts verbessern. Es ist nicht richtig, nur das eigene Ding super zu finden“, erklärt er und gibt uns damit gleich eine Weisheit fürs Leben mit.

Das Handwerk in die (Holz-)Wiege gelegt bekommen

In der Werkstatt gibt es Maschinen für alles. Die eine presst und verleimt Bretter, die andere schleift mit riesigen Schleifbändern. Klar, wie könnten sonst Möbel in solchem Maßstab produziert werden. Und trotzdem werde auch noch viel von Hand gemacht.

Daran erinnert auch der ehemalige Arbeitsplatz von Teammitglied Opi, wie es noch liebevoll auf der Firmen-Website steht, zu Ehren von Georgs Vater. Er habe immer viel gedrechselt und allen etwas geschenkt.
Werkstattleiter Florian Brauchle nutzt verschiedene Maschinen, macht aber auch noch viel von Hand.
Werkstattleiter Florian Brauchle nutzt verschiedene Maschinen, macht aber auch noch viel von Hand.
Werkstattleiter Florian Brauchle nutzt verschiedene Maschinen, macht aber auch noch viel von Hand.
Und ehe wir uns versehen, verschwindet schon die Hand des Juniors in einer der Schubladen des Opis und befördert einen gedrechselten Pilz für uns heraus.

Dass Georg Konrad Schreiner zum Beruf wählen würde, war eigentlich schon immer klar: "Du brauchst nicht studieren, du wirst Schreiner", sagte der Pfarrer im Religionsunterricht in der vierten Klasse. Zwar habe er gewusst, dass er alles hätte werden können, erzählt der heutige Inhaber, habe das Handwerk aber praktisch in die Wiege gelegt bekommen. Mit drei, vier Jahren habe er schon gesägt. Und eine Tradition, die verpflichtet eben auch: "Einer muss ja der Fels sein", sagt er mit einem Schulterzucken.

Echt muss es sein: im Handwerk wie im Leben

Holz ist ein Material, das wie kein anderes Wärme und Ruhe ausstrahlt. Zwar könne die moderne Technik heute unter Zuhilfenahme von Kunststoff, Digitaldruck und Pressspan (das sind zu Platten gepresste Holzspäne) Materialien herstellen, die in Struktur und Optik dem Original täuschend ähnlich sehen, sie fühlen sich aber kälter, einfach nicht echt an.

Und wie ist das bei Rapunzel Geschäftsführer Joseph Wilhelm? "Neulich", lässt uns Georg Konrad einblicken, "da war Joseph ganz stolz, als er das letzte Pressspanmöbel losgeworden ist. Von Rapunzel kriegen wir sogar alte Massivholzmöbel zurück und sollen etwas Neues daraus machen. Das ist für uns schon eine Seltenheit und wirklich konsequent nachhaltig gedacht."

Am Ende unseres Besuchs haben wir verstanden, was den Schreiner Georg Konrad und den Unternehmer Joseph Wilhelm verbindet. Der Wunsch nach Echtem. Sei es in Form von massiven Holzmöbeln oder in Form von echten Bio-Lebensmitteln, die im Einklang mit der Natur und den Menschen, die sie herstellen, produziert werden. Was für ein Glück, dass damals in den 70ern das Vertrauen über die Skepsis dem Fremden gegenüber siegte.
Georg Konrad, Inhaber Schreinerei Konrad, und Joseph Wilhelm, Gründer von Rapunzel
Georg Konrad, Inhaber Schreinerei Konrad, und Joseph Wilhelm, Gründer von Rapunzel
Georg Konrad, Inhaber Schreinerei Konrad, und Joseph Wilhelm, Gründer von Rapunzel

Den Boden für eine ganze Lebenseinstellung bereiten


Ausstellung von Atelier Markgraph


Uta Brinksmeier
Uta Brinksmeier
[April 2022] Herzstück des Besucherzentrums ist eine Ausstellung rund um Bio und das Engagement von Rapunzel für eine gesunde und gerechte Welt. An vielen interaktiven und anschaulichen Stationen gibt’s für die Gäste Bio zum Anfassen. Das Ganze entspringt der Feder von Markgraph, ein Atelier für Marken- und Themenerlebnisse aus Frankfurt am Main.

Als stets neugierige Tüftler und Bastler im Herzen beschreiben sich die Experten von Markgraph selbst. Im Interview erfahren wir von der Herstellungsleiterin Uta Brinksmeier, wie sie und ihr Team der Rapunzel Ausstellung Leben einhauchen.

Interview mit Uta Brinksmeier von Atelier Markgraph

Welche Rolle nimmt die Ausstellung neben den anderen Attraktionen im Besucherzentrum ein?

Uta Brinksmeier: Sie ist der Schlüssel, um das Erlebnis Bio ganzheitlich zu erfahren und vielleicht so auch den Blick für das übrige Angebot nochmal neu zu schärfen und wertzuschätzen. Wenn ich beispielsweise etwas über den Agroforstanbau gelernt und einige der Partner im HAND-IN-HAND-Fairhandels-Bereich kennengelernt habe, dann schmecke ich unten in der Cafeteria aus dem Kaffee doch vielleicht gleich ein wenig mehr die Liebe heraus …

Euer Claim ist „Step inside the story“. Wie findet ihr im ersten Schritt die Story des Kunden und wie geht ihr im zweiten Schritt in diese Geschichte hinein?

Uta Brinksmeier: Der Erstkontakt mit Rapunzel war ein persönliches Kennenlernen in Legau. Da gab es schnell einen guten Draht zueinander, der wurde dann mit der Zeit weiter verstärkt. Generell unterteilt sich unser Kreativprozess in vier Schritte:

1. Understand: Wir versuchen den Kunden umfassend kennenzulernen. Website, Social Media, Veröffentlichungen, Befragungen unter KollegInnen, ganz wichtig natürlich persönliches Kennenlernen, Besuche vor Ort, Betriebsführungen und Gespräche mit allen Beteiligten – und nicht zuletzt haben wir uns nochmal unter ganz neuen Gesichtspunkten den Bio-Laden angeschaut, den man von seinen normalen Einkäufen her kennt.

2.Transform: Dann gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse und Informationen in ein inhaltlich schlüssiges und atmosphärisches Raumkonzept zu verwandeln. Bei Rapunzel war relativ schnell klar, dass man die verschiedenen Themeneinheiten gut entlang der gesamten Entstehungskette der Produkte erzählen kann.

3. Connect: Im nächsten Schritt geht es dann um das Verknüpfen von Inhalten über Medienkanäle hinweg. So haben uns beispielweise die große Auswahl an Rezepten und die schöne Bildsprache von Rapunzel bei Instagram zu einem interaktiven Rezeptfinder in der Ausstellung inspiriert.

4. Fascinate: Das wichtigste Ziel ist natürlich, dass wir mit unserer Arbeit Momente schaffen, die nachhaltig berühren. Wir wollen Menschen begeistern und Resonanz auslösen. Wissensvermittlung, die Freude macht.
Wie löst man diese Resonanz aus – wie berührt man Menschen?

Uta Brinksmeier: Indem man ihnen etwas erzählt, was sie selbst betrifft – und das ist beim Thema Essen und Ernährung (sowie Einkauf und Anbau) natürlich eine sehr dankbare Aufgabe! Wir versuchen dabei auch immer die verschiedenen Vorkenntnisse und Altersstufen im Blick zu haben, sodass wirklich für alle etwas dabei ist.

Die Ausstellung habt ihr als Quintett konzipiert bzw. als Frauen-Power-Team, wie ihr so schön sagt. Wenn jede eine Idee in der Ausstellung nennen darf, die ihr besonders gefällt, welche wäre das?

Uta, Herstellungsleiterin: Als BOKU-Absolventin (Universität für Bodenkultur Wien) schlägt mein Herz für alle Ökolandbau-Themen. Insbesondere das Bodenexponat mit Audioaufnahmen der Bodenlebewesen ist einzigartig. Ohne fruchtbaren Boden – kein Leben!

Christina, Chefredakteurin: Ich finde die Haselnuss-Kugelbahn besonders charmant, weil man so spielerisch eine ganze Abfolge vom Haselnussstrauch bis ins SAMBA-Glas erzählen kann, die Alt und Jung begeistert.

Mareike, Architektin und Kreativdirektion: Mir gefällt besonders der illustrativ-prägende Stil der Ausstellung, welcher sich von großformatigen Raumgrafiken bis hin zu interaktiven Anwendungen zieht. Dies verleiht der Ausstellung eine ganz besondere Charakteristik mit Wiedererkennungswert. Eine botanische Reise von den Allgäuer Wiesen bis in den Dschungel.

Andrea, Grafikdesignerin und Illustratorin: Bei der Arbeit an der Ausstellung habe ich gelernt, dass alles mit allem zusammenhängt. Die Ausstellungsgestaltung greift dieses Prinzip auf. Viele liebevoll gestaltete Details fügen sich zu einer großen, bunten und vielfältigen Welt zusammen.

Sandra, Innenarchitektin: Vom Teller bis zurück aufs Feld – die Ausstellung gibt den BesucherInnen die Möglichkeit, ganz in die Welt von Rapunzel einzutauchen und alle Stationen, die die Produkte bei der Erzeugung durchlaufen, kennenzulernen. Jede Station stellt dabei eine eigene räumliche Inszenierung dar, in der die BesucherInnen zusammenkommen und sich austauschen können, beispielsweise an der langen Tafel. Alle Inhalte sind atmosphärisch und interaktiv erlebbar.
Eine Ausstellung entsteht: Mit Markgraph-Quintett (Mareike, Uta, Christina, Andrea, Sandra) hinter die Kulissen blicken. Titelbild: ©​​​​​​​Peter Eberhard
Was macht euch an der Zusammenarbeit mit Rapunzel Freude?

Uta Brinksmeier: Dass ihr alle im positiven Sinne genauso verrückt seid, wie wir! Spaß beiseite: Die Ernsthaftigkeit und das Expertenwissen, mit der jede und jeder Einzelne bei euch im jeweiligem Fachgebiet sich einbringt, uns bei Fragen zur Verfügung steht, Ideen einspeist und uns ab und an in die richtige Richtung stupst – diese Zusammenarbeit ist sehr angenehm. Unser Ziel war von Beginn an auch die Einbindung der Partner und des ganzen Netzwerks in der Ausstellung. Und dieser Input, der dann zum Beispiel in Form von liebevoll gepackten, selbstgeschnitzten Kisten aus der ganzen Welt kam, ist natürlich toll!
Ist dein Job ein Teil von dir oder legst du ihn morgens an und abends ab?

Uta Brinksmeier: Das Tolle ist, dass man mit jedem Projekt auch selbst wieder neue Dinge lernt und sich neue Verbindungen auftun. Und die kommen einem, wenn man sich drauf einlässt, überall, also auch im Alltag, entgegen.

Wie kann man Erlebniswelten wie die Rapunzel Ausstellung mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit gestalten?

Uta Brinksmeier: Zu Nachhaltigkeit gehört im Kontext der Ausstellung sicherlich zum einen die Wissensvermittlung. In Abstimmung mit Rapunzel war es immer auch ein Anliegen über den Tellerrand hinaus zu informieren und auch ganz praktische Tipps zu geben, etwa zum Thema Lagerung und Haltbarmachung von Lebensmitteln, um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken.

Außerdem achten wir bei der Materialauswahl auf eine ökologische und auch strapazierfähige und damit dauerhafte Nutzung. Besonders hervorzuheben ist hier die Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Handwerkern vor Ort, die heimische Hölzer zum Einsatz bringen.
Das heißt, so ein Projekt lässt euch nach der Fertigstellung nie ganz los?

Uta Brinksmeier: Nein, warum auch? Wir werden wohl keine Feigen oder kein Haselnussmus mehr essen können, ohne an Zahnstocher und Schwarzlicht zu denken und ohne das Scheppern einer rollenden Kugel im Ohr zu haben. Aber das sind ja nicht die schlechtesten Nebenwirkungen!

Was sollen die Besucher am Ende der Ausstellung mitgenommen haben?

Uta Brinksmeier: Am besten sagen sie: „Da geh‘ ich nochmal hin!“ Man soll Spaß gehabt, aber auch etwas gelernt haben – das gilt für jedes Alter und für jede (Wissens-)voraussetzung.
… und dass Rapunzels Leitsatz, „Wir machen Bio aus Liebe“, in jedem Schritt der Entstehungskette eines Produktes tatsächlich gelebt wird. Und dass wir alle, also jede und jeder Einzelne von uns, tatsächlich einen Unterschied machen kann: kaufen wir fair und bio oder nicht. Denn das ist ja am Ende nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern bereitet im wahrsten Sinne den Boden für eine ganze Lebenseinstellung.

Mit Effizienz auf alle Energiefragen antworten

Technische Gebäudeausrüstung für das Besucherzentrum

[März 2022] Kennen Sie das – man merkt erst, wie wichtig etwas ist, wenn es nicht mehr da ist. "Story of my life" würden da Heizung, Kühlung und Lüftung sagen. Funktioniert die Temperaturregelung, fühlen wir uns wohl und denken nicht weiter darüber nach. Ist es nur ein paar Grad zu warm, zu kalt oder zu luftig, fällt uns erstmals auf, was da alles im Hintergrund funktionieren muss.
An einem Tag im Winter treffen wir Harald Kretschmann, Geschäftsführer bei der Julius Gaiser GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Ulm, und deren Projektleiter für das Besucherzentrum, Michael Stoll, auf der Baustelle in Legau. Die beiden verantworten die technische Gebäudeausrüstung im Besucherzentrum, sprich, die gesamte Technik rund um Wärme, Kälte, Sanitär, Lüftung und Klima. Als wir das bald fertige Besucherzentrum betreten, fällt uns in dem ehemals zugigen Rohbau sofort auf: es ist warm. Die Heizung ist schon in Betrieb.
Weil Energie ein so unauffälliges Phänomen ist, spricht Harald Kretschmann gerne in Metaphern. Begriffe wie „Betonkernaktivierung“ und „Wärmeübertragung“ lassen sich für den Laien nur schwer erklären. Da wird die Hand über dem heißen Kochtopf zum Sinnbild für einen Wärmeübertrager und der Maßanzug die Metapher für individuelle Energiekonzepte. Wer Harald Kretschmann übrigens aus der Reserve locken möchte, benutzt den im Volksmund gängigen Begriff „Wärmetauscher“. Wärme kann nämlich gar nicht getauscht werden, nur übertragen.
Gaiser Geschäftsführer Harald Kretschmann (rechts) ist stolz auf seinen Projektleiter Michael Stoll (Mitte) und seinen Bauleitenden Monteur Gerhard Gogeissl (links).
Gaiser Geschäftsführer Harald Kretschmann (rechts) ist stolz auf seinen Projektleiter Michael Stoll (Mitte) und seinen Bauleitenden Monteur Gerhard Gogeissl (links).
Gaiser Geschäftsführer Harald Kretschmann (rechts) ist stolz auf seinen Projektleiter Michael Stoll (Mitte) und seinen Bauleitenden Monteur Gerhard Gogeissl (links).
Der Maßanzug, also das individuelle Konzept, ist im Fall von Rapunzel aus dem Stoff „Nachhaltigkeit“ gefertigt und sitzt schon seit 2008 perfekt. Da wurde nämlich das erste eigene Biomasseheizkrafwerk in Betrieb genommen. Im Laufe der Jahre ist auf dem Rapunzel Firmenareal ein Energieverbund entstanden (bestehend aus Blockheizkraftwerk, Hackschnitzelheizung und Abwärmenutzung), an den nun auch das Besucherzentrum angeschlossen ist.
Nachhaltiger Energieeinsatz bedeutet aber nicht nur, nachhaltige Ressourcen einzusetzen – zum Beispiel Holzabfälle von Durchforstungsmaßnahmen für das Rapunzel Biomasseheizkraftwerk. Es bedeutet auch, vorhandene Energie nicht entwischen zu lassen: „Es ist immer die Energie am nachhaltigsten und kostengünstigsten, die ich gar nicht erst erzeugen muss“, erklärt Kretschmann. Und hier kommt die Rösterei im Besucherzentrum ins Spiel.

Kaffeerösterei heizt gesamtes Gebäude

Einer der großen Besuchermagnete im Besucherzentrum wird neben u. a. einer Ausstellung, einem Bistro und umfangreichen Außenanlagen die Schaukaffeerösterei sein. Hier gibt es dem Namen gemäß allerlei zu schauen. Aber dass Dank der Röstung meist das komplette Gebäude mit der Wärmeauskopplung der Abwärme geheizt werden kann, ist für das bloße Auge unsichtbar. Mit dieser energieeffizienten Maßnahme spart Rapunzel nicht nur Ressourcen, sondern schützt auch die Umwelt, in die keine warme Luft abgegeben wird.
Ein Wärmeübertrager macht die Abwärme der Rösterei nutzbar.
Ein Wärmeübertrager macht die Abwärme der Rösterei nutzbar.
Ein Wärmeübertrager macht die Abwärme der Rösterei nutzbar.
Ist die Kaffeerösterei in Betrieb, entstehen bei einem Röstprozess ca. 600 Grad – das will und soll genutzt werden! Versteckt in einem silbernen Kasten (s. Bildmitte) und angeschlossen an die Rösterei sitzt ein Wärmeübertrager. Er fängt mithilfe von Lamellen, die sich erwärmen, die Abwärme auf. Eine Heizkreispumpe schiebt die gewonnene Abwärme dann in zwei Pufferspeicher im Keller.
Zwei Tanks speichern die Abwärme aus der Rösterei.
Zwei Tanks speichern die Abwärme aus der Rösterei.
Zwei Tanks speichern die Abwärme aus der Rösterei.
Dieser Speicher funktioniert wie eine Batterie. Die zwei großen Tanks mit je 5000 l sind mit Wasser gefühlt und einer 18 cm dicken Isolierung ummantelt. Das Wasser, hier in seiner Funktion als Speichermasse, kann sich in den Behältern auf bis zu 85 Grad erhitzen und ca. zwei Tage dort gehalten und abgerufen werden.
An die Speicher angeschlossen sind mehrere Temperaturfühler. Über eine übergeordnete Steuerung (Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik) wird permanent abgefragt, ob in den Speichern genügend Heizwärme vorhanden ist, um das gesamte Gebäude zu beheizen. Diese Steuerung koordiniert und steuert die gesamte Wärmeversorgung des Gebäudes. Wo immer möglich, wird zuerst die Abwärme der Rösterei zur Wärmeversorgung verwendet.

Im Heizungsraum sitzt sozusagen das Gehirn der Heizung. Die Steuerung hier heizt bedarfsgerecht und arbeitet überwiegend mit der Abwärme aus der Rösterei. An besonders kalten Tagen, oder bei Stillstand des Röstprozesses, greift die Steuerung auf den Rapunzel Energieverbund zu. Damit man sich das vorstellen kann: Das wären dann bis zu 60 kW Wärmeenergie aus Holz-Hackschnitzeln und 140 kW von der Röstung, die dafür sorgen, dass es die Gäste im Gebäude mollig warm haben.
Im Heizungsraum wird geprüft, ob die Abwärme von der Rösterei für die Gebäudeerwärmung reicht.
Im Heizungsraum wird geprüft, ob die Abwärme von der Rösterei für die Gebäudeerwärmung reicht.
Im Heizungsraum wird geprüft, ob die Abwärme von der Rösterei für die Gebäudeerwärmung reicht.
Vom Heizungsraum aus wird die Wärme dann über Rohrleitungen ins gesamte Gebäude geschickt. Insgesamt wurden im Besucherzentrum rund 24 km Rohrleitungen verlegt. Das System dahinter: Betonkernaktivierung und Flächenheizung. Hierbei liegen engmaschig verlegte Rohrleitungen im Boden und der Decke. Sie können sowohl heizen als auch kühlen. Das Ergebnis ist eine gleichmäßige angenehme Wärme – anders, als wenn man frontal von einem Heizkörper angestrahlt werden würde.

16.000 m3/h geben dem Gebäude die Luft zum Atmen

Neben dem großen Steckenpferd Heizung verantwortet Gaiser auch die Lüftung im Gebäude. In einem eigenen Raum, der Lüftungszentrale, laufen große strömungsgünstig geformte Lüftungskanäle ein, über die die Luft transportiert wird. Pro Sekunde legt die Luft darin 0,5 Meter pro Sekunde zurück, 16.000 m3 Luft laufen pro Stunde durch die Anlage. Zum Vergleich: Um einen WC-Raum durchzulüften, braucht es 60 m3/h.
Also denken Sie daran: Wenn Sie das Besucherzentrum ab Herbst 2022 in Legau/Allgäu besuchen und überhaupt gar nichts merken, sich im Raum einfach wohlfühlen, dann haben Harald Kretschmann und sein Team einen ausgezeichneten Job gemacht.
Durch große Lüftungskanäle strömt die Luft durchs Gebäude.
Durch große Lüftungskanäle strömt die Luft durchs Gebäude.
Durch große Lüftungskanäle strömt die Luft durchs Gebäude.
Harald Kretschmann und Michael Stoll zeigen den aufwendigen Plan für die Gebäudetechnik.
Harald Kretschmann und Michael Stoll zeigen den aufwendigen Plan für die Gebäudetechnik.
Harald Kretschmann und Michael Stoll zeigen den aufwendigen Plan für die Gebäudetechnik.

Hauptsache außergewöhnlich

Thekenbau und Großküchentechnik von AllgäuGast

[19.01.2022] Als wir an einem kalten Wintertag vor dem Gebäude der AllgäuGast GmbH stehen, sind wir zunächst nicht sicher, ob wir hier richtig sind. Nur ein kleines Schild mit dem Firmennamen bestärkt uns darin. Doch nachdem wir eine Laderampe erklimmen und das schwere Rolltor hochfährt, öffnet sich dahinter eine andere Welt. Es riecht nach Kaffee und Holz, es ist angenehm warm und das Radio röhrt durch die modern eingerichtete Halle. Einer der beiden Geschäftsführer, Umut Arin, hat uns in seinem Büro aus Glas schon entdeckt und winkt. Er plant den Gastro-Bereich im Besucherzentrum.
Umut Arin ist eine Erscheinung für sich: Schwarze, zum Zopf gebundene Haare, Tatoos auf den Armen und der Schalk im Nacken. Wir fühlen uns, als würden wir ihn bereits Jahre kennen. Gleichzeitig ist er kein Typ, den man mental sofort in eine Schublade steckt.

Da ist zum einen der praktische, bodenständige Geschäftsführer, der in der CAD-Software Großküchen bis ins Detail plant, sich stundenlang in seinen Computer vertieft und das Unternehmen samt zugehöriger Rösterei schnell groß gemacht hat.
Und da ist zum anderen der visionäre, ruhelose Künstler, der privat wie beruflich das Außergewöhnliche sucht und jedes Sonderprojekt mit Feuereifer angeht.

Diese Mischung macht ihn zum perfekten Partner für Rapunzel und die Gastro-Ausstattung des Besucherzentrums. Für seine Kunden macht er alles möglich – „Ihr wollt die längste Theke, die ich je gebaut habe, ihr kriegt sie“ – und weiß, wie er luftige Visionen in konkrete Formen bringt.
Umut Arin plant und realisiert die Gastro-Ausstattung für das Besucherzentrum.
Umut Arin plant und realisiert die Gastro-Ausstattung für das Besucherzentrum.
Umut Arin plant und realisiert die Gastro-Ausstattung für das Besucherzentrum.
Für Rapunzel fertigt Umut Artin die längste Theke, die er je gebaut hat.
Für Rapunzel fertigt Umut Artin die längste Theke, die er je gebaut hat.
Für Rapunzel fertigt Umut Artin die längste Theke, die er je gebaut hat.

Moderne und naturbelassene Ausstattung für Rapunzel

Die Vorgaben von Rapunzel für die Gastro-Innenausstattung im Besucherzentrum sind eindeutig: Geradlinig und modern soll der Stil sein und es darf nichts Chemisches eingesetzt werden. Stattdessen werden – anders als bei 90 Prozent der Aufträge, die AllgäuGast sonst erhält – hochwertige naturbelassene Beschichtungen gewählt, wie etwa Naturöl.

Bei den Holzmöbeln und der zwölf Meter langen Küchentheke im Bistrobereich verwendet AllgäuGast Buche Multiplex (zusammengepresstes Naturholz) und Eiche Massiv (natürliches, zusammengeleimtes Schnittholz).
An der Theke werden später Pizza, Pasta und Pane ausgegeben, es gibt eine Kuchentheke und frisch gemahlenen Kaffee sowie Platz für zwei Kassen. Was er sich wünsche, dass die Gäste später sagen, wenn sie die Theke sehen, fragen wir ihn. "Geil", kommt es wie aus der Pistole geschossen und er lacht aus vollem Herzen.

Neben den Teilen aus Holz wird bei AllgäuGast auch viel mit Stahl gearbeitet, etwa für die Küche, die Backstube und das Backstubenlager. Darüber hinaus umfasst der Großauftrag von Rapunzel die Frischtheke im Laden, die Weinbar, die Clubbar, den Vorbereitungsraum für die Bar und das Backstubenlager im Keller, die Kühlzellen fürs ganze Haus, eine mobile Küche für die Kochshows und mobile Tische. 
In CAD werden alle Teile für das Bistro geplant.
In CAD werden alle Teile für das Bistro geplant.
In CAD werden alle Teile für das Bistro geplant.
Technische Zeichnung der zwölf Meter langen Theke im Bistro
Technische Zeichnung der zwölf Meter langen Theke im Bistro
Technische Zeichnung der zwölf Meter langen Theke im Bistro
Und nicht zu vergessen: den großen, hölzernen Baum, der am Ende der Ausstellung im Besucherzentrum zum Verweilen einlädt. Sein Stamm ist der einer alten Linde aus dem Heimatdorf von Joseph Wilhelm, dem Rapunzel Gründer. Die Konstruktion lässt sich sehen. Sie verbindet den bereits existierenden Stamm mit den kreativen Ideen für die Baumkrone von AllgäuGast. "Ich mag nichts, was normal ist", beschreibt sich der Geschäftsführer.
Zeichnung des Baums, der zentral im Besucherzentrum aufgestellt wird.
Zeichnung des Baums, der zentral im Besucherzentrum aufgestellt wird.
Zeichnung des Baums, der zentral im Besucherzentrum aufgestellt wird.

CAD, CNC, und ganz viel Teamgeist

Für Umut Arin ist jeder seiner acht Mitarbeitenden wichtig. Die Frage, ob er hier alle Tätigkeiten zur Not selbst übernehmen könnte, quittiert er mit einem Stirnrunzeln. Hier funktionieren er und sein Team wie eine Kette, in der kein Glied fehlen darf. Wenn sie etwas bauen, freuen sie sich gemeinsam am Ergebnis und sagen: „Schaut, was ich gebaut habe!“ Seine Tätigkeit fühlt sich für ihn nicht wie Arbeit an. Sie ist sein Leben.
Nachdem uns Umut Arin seine technisch hoch­spannende Tätigkeit in der Planung mit CAD gezeigt hat, nimmt wieder das Spielerische überhand. "Kommt, ich mach euch was Lustiges", sagt er, und geht mit uns zu der modernen 5-Achsen-CNC-Maschine. Das Bauen habe sich verändert, erklärt er, er arbeite viel am Computer und viele Arbeits­schritte übernimmt die Fräse. Vor unseren Augen fräst die Maschine dann "Rapunzel" in das Holz. Wir dürfen es mitnehmen. Und freuen uns wie Kinder darüber.

Früher, erzählt Arin, da war er viel unterwegs. Heute ist er ruhiger geworden und hat sich gefunden. Und dabei stets auf der Suche nach neuen Heraus­forderungen wie dem Rapunzel Besucherzentrum.
AllgäuGast arbeitet mit einer modernen 5-Achsen-CNC-Maschine.
AllgäuGast arbeitet mit einer modernen 5-Achsen-CNC-Maschine.
AllgäuGast arbeitet mit einer modernen 5-Achsen-CNC-Maschine.
In Sekundenschnelle fräst die CNC-Maschine 'Rapunzel' ins Holz.
In Sekundenschnelle fräst die CNC-Maschine 'Rapunzel' ins Holz.
In Sekundenschnelle fräst die CNC-Maschine 'Rapunzel' ins Holz.

"Ein bisschen dicht gibt's nicht"

Spenglerarbeiten schützen vor Wind & Wetter

[12.01.2022] Spengler, Flaschner, Blechner oder Klempner? All das sind Bezeichnungen für einen Handwerksberuf, bei dem Bleche verarbeitet oder zum Verkleiden und Abdichten genutzt werden. Für das Besucherzentrum übernimmt die Spenglerei Lerchenmüller in Dietmannsried/Allgäu (18 km von Rapunzel entfernt) diese Tätigkeiten und sorgt dafür, dass das Gebäude gut vor Wettereinflüssen geschützt ist. Getreu dem Motto des Firmeninhabers: Ein bisschen dicht gibt’s nicht.
Bleche wie Kupfer …
Bleche wie Kupfer …
Bleche wie Kupfer …
… schützen das Gebäude vor Wettereinflüssen.
… schützen das Gebäude vor Wettereinflüssen.
… schützen das Gebäude vor Wettereinflüssen.
Kupfer ist langlebig und kann immer wieder recycelt werden.
Kupfer ist langlebig und kann immer wieder recycelt werden.
Kupfer ist langlebig und kann immer wieder recycelt werden.
Markus Lerchenmüller, der das Familien­unter­nehmen mit Bruder Daniel in dritter Generation führt, zeigt uns seine Spenglerei. Rapunzel kennt er fast von Anfang an und hat viele Projekte mit dem Bio-Hersteller umgesetzt. Nur zu Beginn der Firmengeschichte, da baute Rapunzel Gründer Joseph Wilhelm – ganz der Pionier – am liebsten alles selbst.

Markus Lerchenmüller erklärt uns, dass Bleche auf dem Bau ersatzlos sind. Sie bieten Dichtigkeit gegenüber Wasser, Wind, Frost und Sonne.
Geschäftsführer Markus Lerchenmüller arbeitet schon lange mit Rapunzel zusammen.
Geschäftsführer Markus Lerchenmüller arbeitet schon lange mit Rapunzel zusammen.
Geschäftsführer Markus Lerchenmüller arbeitet schon lange mit Rapunzel zusammen.
Beim Flachdachbau etwa gilt es hundertprozentig zu arbeiten. Im Gegensatz zu schrägen Dächern führt beim Flachdach jede Undichtigkeit direkt zum Schaden.

Zudem sind Bleche wie Kupfer so gut wie unzerstörbar. Sicher haben Sie schon mal ein grünes Kirchturmdach gesehen. Diese Patina ist sozusagen der Rost von Kupfer und schützt das Material über Jahrhunderte. Kupfer ist langlebig, kann immer wieder recycelt werden und ist damit sehr nachhaltig. Die ideale Wahl für das Rapunzel Besucherzentrum.

Runde Form für Eckig-Liebhaber

Für das Besucherzentrum kümmert sich Lerchenmüller vor allem um das Flachdach, montiert die eckigen Kastenrinnen, die um das Gebäude herum verlaufen, und verkleidet die Gauben mit Kupfer. Wussten Sie, dass die Ummantelung eines Objekts aufwändiger sein kann als die Erstellung des Objekts selbst?

Die runde Form des Besucherzentrums ist übrigens gar nicht so ohne für Spengler. „Spengler lieben Eckiges“, bringt es Markus Lerchenmüller auf den Punkt. Warum das so ist, können Sie sich am Beispiel einer Tischdecke vorstellen, die in dem Bild für das Blech steht. Es ist ein Leichtes, die Decke auf einem viereckigen Tisch glatt auszulegen. Bei einem sechseckigen Tisch gilt es, die Decke zu falten und sorgfältig übereinander zu legen. Im Fall der Spengler: Falzen, nieten, löten und schweißen.
Die Gauben werden von Lerchenmüller mit Kupfer verkleidet.
Die Gauben werden von Lerchenmüller mit Kupfer verkleidet.
Die Gauben werden von Lerchenmüller mit Kupfer verkleidet.
Rundgebogene, eckige Kastenrinnen verlaufen um das Gebäude herum.
Rundgebogene, eckige Kastenrinnen verlaufen um das Gebäude herum.
Rundgebogene, eckige Kastenrinnen verlaufen um das Gebäude herum.

Einpendeln zwischen kreativen Ideen und Praxiserfahrung


Besonders spannend ist die Konstruktion eines individuellen Fallrohrs für Rapunzel, über welches das Regenwasser an neun Stellen um das Gebäude verteilt ablaufen soll. Hintergrund ist der weite Dachvorstand, durch den ein klassisches Fallrohr, das an der Hauswand entlang läuft, obsolet wird. Bei der Konstruktion werden mehrere Kupfereimer (ca. 150 insgesamt) übereinander an einer Kette aufgehängt. „Ob er diese kreative Arbeit verantworte“, fragen wir Lerchenmüller. „Einer alleine macht gar nichts“, erklärt er. Es sei ein Einpendeln zwischen den Ideen der Architekten und der Praxiserfahrung der Handwerker.

Der Besuch bei der Spenglerei Lerchenmüller zeigt uns einmal mehr, dass es beim Bau auf das perfekte Zusammenspiel der Berufe ankommt. Und keiner wichtiger als der andere ist – ob die Arbeit nun auf den ersten Blick sichtbar ist oder sich wie die der Spengler eher im Hintergrund hält.
Individuelles Fallrohr für Rapunzel
Individuelles Fallrohr für Rapunzel
Individuelles Fallrohr für Rapunzel
Die ersten Rinnen werden schon am Dach angebracht.
Die ersten Rinnen werden schon am Dach angebracht.
Die ersten Rinnen werden schon am Dach angebracht.
Das Gebäude des seit 1928 bestehende Familienunternehmen steht nur wenige Kilometer von Rapunzel entfernt.
Das Gebäude des seit 1928 bestehende Familienunternehmen steht nur wenige Kilometer von Rapunzel entfernt.
Das Gebäude des seit 1928 bestehende Familienunternehmen steht nur wenige Kilometer von Rapunzel entfernt.

Schwebender Charakter mit Pfosten-Riegel-Fassade


[Dezember 2021] Das Besucherzentrum soll Mensch und Umwelt architektonisch in Kontakt bringen. Möglich macht das eine sogenannte Pfosten-Riegel-Fassade mit großen Glasflächen. Diese Fassade verbindet das Gebäudeinnere mit der Natur, bringt Licht und Leichtigkeit und lässt das Gebäude förmlich schweben.
Eine Pfosten-Riegel-Fassade verbindet das Geäudeinnere mit der Natur, …
Eine Pfosten-Riegel-Fassade verbindet das Geäudeinnere mit der Natur, …
Eine Pfosten-Riegel-Fassade verbindet das Geäudeinnere mit der Natur, …
… bringt Licht und Leichtigkeit und lässt das Gebäude förmlich schweben.
… bringt Licht und Leichtigkeit und lässt das Gebäude förmlich schweben.
… bringt Licht und Leichtigkeit und lässt das Gebäude förmlich schweben.
Nomen est omen: Vertikale Pfosten und horizontale Riegel ergeben zusammen mit eingespannten Füllelementen eine Fassade. Beim Besucherzentrum bestehen die Pfosten und Riegel sowohl aus Stahl als auch aus Holz und die Füllelemente sind Glasscheiben, Holzpaneele und Türen. Ein bisschen wie bei einem Baukastensystem.

Um die perfekte Fassade zu erhalten, die übrigens nur ihr eigenes Gewicht trägt, spielen mehrere Handwerke zusammen. Von Schreinern über Metallbauer bis zu Glasexperten und Bauingenieuren.

Hier stellen wir Ihnen die vier beteiligten regionalen Betriebe vor.
Holz
Holz
Stahl
Stahl
Glas
Glas
Fassadensystem
Fassadensystem

"Bei Holz, da hüpft das Herz"

[06.12.2021] Güthler Glasfassaden setzt für Rapunzel die Pfosten-Riegel-Fassade hauptverantwortlich um. Als wir in Lauben, 20 Kilometer von Rapunzel entfernt, ankommen, sind wir zunächst überrascht: Auf dem Firmenareal des Unternehmens mit dem Wort „Glas“ im Namen ist weit und breit kein Glas zu sehen. Vielmehr finden wir uns in einer Schreinerei wieder, in der auch mit Metall gearbeitet wird. Hier geht es um alles, was das Glas später hält: Fensterrahmen, Pfosten und Riegel.
Güthler Glasfassaden setzt für Rapunzel die Pfosten-Riegel-Fassade um.
Güthler Glasfassaden setzt für Rapunzel die Pfosten-Riegel-Fassade um.
Güthler Glasfassaden setzt für Rapunzel die Pfosten-Riegel-Fassade um.
Gerhard und Johannes Güthler im Familienbetrieb
Gerhard und Johannes Güthler im Familienbetrieb
Gerhard und Johannes Güthler im Familienbetrieb
Fassaden können sowohl aus Holz als auch aus Metall sein. Im Familienbetrieb Güthler gehen daher Metallbau und Holzbau eine Synergie ein. Wo andere Unternehmen sich nur auf ein Material und dessen Eigenheiten spezialisieren, plant Güthler in der Schreinerei die Metallteile gleich mit. Das liegt vor allem auch an den Personen hinter dem Unternehmen: Geschäftsführer Johannes und seinem Bruder Gerhard Güthler. Sie waren sowohl im Holzbau als auch als Metallbauer tätig und sind Meister im Umgang mit beiden Materialien. Letztlich liegt der Fokus aber auf Holz. „Im Herzen sind wir Schreiner. Bei Holz, da hüpft das Herz“, lächelt Gerhard Güthler.
Für die Fassade des Besucherzentrums wird Brettschicht-Leimholz aus Eiche verwendet.
Für die Fassade des Besucherzentrums wird Brettschicht-Leimholz aus Eiche verwendet.
Für die Fassade des Besucherzentrums wird Brettschicht-Leimholz aus Eiche verwendet.
Der Namenszug Rapunzel findet sich an vielen Stellen in der Halle – ob auf Holz
Der Namenszug Rapunzel findet sich an vielen Stellen in der Halle – ob auf Holz
Der Namenszug Rapunzel findet sich an vielen Stellen in der Halle – ob auf Holz
… oder auf den Metall-Deckleisten.
… oder auf den Metall-Deckleisten.
… oder auf den Metall-Deckleisten.
Warum es nicht ohne ist eine Mischfassade anzufertigen, wird klar, als Gerhard Güthler über die Materialeigenschaften spricht. Stahl dehnt sich bei Wärme in Breite und Länge aus, Holz reagiert auf Feuchtigkeit, weitet sich aber nur in die Breite, nicht in die Länge. Und Beton, an den die Fassade nach oben hin anschließt, befindet sich zwei Jahre in der Schwindungsphase, in der er Wasser verliert und sich zusammenzieht. Daher ist ein vertikal beweglicher Abschluss am oberen Fassadenpunkt Pflicht.
Hier schließen später die Riegel aus Holz an welche aus Stahl an.
Hier schließen später die Riegel aus Holz an welche aus Stahl an.
Hier schließen später die Riegel aus Holz an welche aus Stahl an.
Eine Doppelgärungssäge schneidet die Metallprofile auf den Millimeter genau zu.
Eine Doppelgärungssäge schneidet die Metallprofile auf den Millimeter genau zu.
Eine Doppelgärungssäge schneidet die Metallprofile auf den Millimeter genau zu.

Mit Köpfchen zur perfekten Fassade

Sowohl für die Erstellung als auch für die Planung der Fassade benötigt Güthler je ca. drei bis vier Monate. Als gelernter Maschinenbautechniker und Metallbauer ist Gerhard Güthler der Kopf hinter den Fassadenplänen: „Der Architekt gibt zwar das fertige Bild vor, Bauphysik und Detailplanung kommen aber von uns und vom Statiker.“ So weisen seine Pläne die Handwerker z. B. dazu an, an welcher Stelle in der Fassade die Elektrik versteckt werden soll.

Ebenfalls viel Planung verlangt die runde Gebäudeform. Eine moderne High-End-CNC-Fräsmaschine sägt, bohrt und fräst die gebogenen Riegel, die um das Gebäude herum verlaufen. Am Ende unseres Besuches sehen wir die fertige Glasfassade förmlich vor uns – ohne ein einziges Mal Glas gesehen zu haben.
Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist gut, das merken wir sofort.
Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist gut, das merken wir sofort.
Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist gut, das merken wir sofort.
Getreu den Plänen von Gerhard Güthler wird ein Hohlraum im Pfosten geschaffen, in dem die Elektrik verschwindet.
Getreu den Plänen von Gerhard Güthler wird ein Hohlraum im Pfosten geschaffen, in dem die Elektrik verschwindet.
Getreu den Plänen von Gerhard Güthler wird ein Hohlraum im Pfosten geschaffen, in dem die Elektrik verschwindet.
Eine moderne Fräsmaschine fräst gebogene Riegel.
Eine moderne Fräsmaschine fräst gebogene Riegel.
Eine moderne Fräsmaschine fräst gebogene Riegel.

Feuer und Wasser in perfekter Harmonie

[07.12.2021] Seinen höchsten Punkt erreicht das Gebäude im Bereich des Atriums und der Schaukaffeerösterei. Hier ist die Fassade neun Meter hoch und die Pfosten-Riegel-Fassade geht bis unter die Decke. Wenn man sich nun vorstellt, dass eine Glasscheibe bis zu 630 kg wiegt, versteht man, was die Pfosten und Riegel hier tragen müssen. Für den Statiker war klar: Dafür brauchen wir Stahl.
Die aus Stahl gefertigten Tragprofile kommen ganz aus der Nähe, von der Kurt Übele GmbH in Memmingen. Wir besuchen Kurt Übele in seiner Wirkungsstätte. Beständig und geradlinig wirkt er, ein bisschen wie der Werkstoff, den er zum Beruf gemacht hat. Auf die Frage, was das Herausfordernde an einem Projekt wie dem Besucherzentrum sei, antwortet er bescheiden: „Sollt‘ halt dicht sein.“ Und unterschlägt damit sein hohes fachliches Know-how und die 25 Jahre Erfahrung, die ihm z. B. bei den kniffligen Eckpunkten des Gebäudes gute Dienste erweisen.
Kurt Übele zeigt uns seinen Betrieb.
Kurt Übele zeigt uns seinen Betrieb.
Kurt Übele zeigt uns seinen Betrieb.
Nerven aus Stahl haben heißt es, wenn das bestellte Material einmal nicht lieferbar ist, wie es bei der Anfertigung der Elemente für Rapunzel geschah. Kein Problem für Herrn Übele. Stahl unterscheidet sich nämlich in seiner Belastbarkeit, messbar wird das über die Güte bzw. anhand der Zugfestigkeit in N/mm². Ist der gewünschte Stahl also nicht verfügbar, kann man auf eine höhere Güte ausweichen. Und erhält gleichzeitig die Möglichkeit, schlanker zu gestalten.
Starke Pfosten aus Stahl …
Starke Pfosten aus Stahl …
Starke Pfosten aus Stahl …
… tragen die Fassade
… tragen die Fassade
… tragen die Fassade

Die Elemente des Metallbauers

Kurt Übeles Schmiede wird von den Elementen Feuer und Wasser geprägt. Da ist die Glut in der Esse, wenn er den Stahl weich macht, und sprühende Funken bei den Schweißarbeiten. Und da ist Wasser, wenn der Stahl mit einem 4000 bar starken Wasserstrahl zugeschnitten wird. Oder wenn Kurt Übele seiner Leidenschaft, dem Kunstschmieden, nachgeht und Wasserspiele zaubert, die sich auf dem gesamten Gelände bewundern lassen.

Wer nach Eröffnung des Gebäudes nach den Pfosten und Riegeln aus Stahl Ausschau hält, findet sie ab dem ersten Riegel (ungefähr ab 2,60 m), der um das gesamte Gebäude verläuft. Unterhalb davon wird der Stahl von Beton und Holz verdeckt.
Rotes Feuer und heiße Glut in der Esse, …
Rotes Feuer und heiße Glut in der Esse, …
Rotes Feuer und heiße Glut in der Esse, …
… blaue Funken beim Schweißen …
… blaue Funken beim Schweißen …
… blaue Funken beim Schweißen …
… und 4000 bar starkes Wasser beim Schneiden
… und 4000 bar starkes Wasser beim Schneiden
… und 4000 bar starkes Wasser beim Schneiden

Auch nach 20 Jahren noch herausfordernd

[08.12.2021] Zum Feierabend die Glasproduktion abstellen und morgens wieder anstellen, so funktioniert das nicht in der Welt des Glases. Bei der Floatglas- oder Flachglasherstellung handelt es sich um ein Endlosband, bei dem 24/7 flüssiges Glas auf einem Zinnbad fließt (engl.: to float). Da Glas leichter als Zinn ist, schwimmt es glatt obenauf, bevor das Gemisch aus Quarzsand, Kalk, Dolomit und Soda erkaltet und erstarrt.
In die Geheimnisse des Glases weiht uns Ralf Patscheider, Leiter der Auftragsvorbereitung bei Glas Trösch, ein. Bei unserem Besuch werden am Standort in Memmingen die großen Scheiben für die Fassade des Besucherzentrums produziert, die bis zu 630 kg wiegen!

Als wir die heiligen Hallen betreten, fährt gerade ein Spezial-Glastransporter, ein sogenannter Float-Liner, mit 20 Tonnen Glasware ein. Damit es nicht zum Bruch kommt, öffnet der LKW einfach seinen Boden und setzt die Glasscheiben behutsam ab. Die Scheiben, die der Fahrer für das Besucherzentrum geladen hat, sind farbneutral, damit die Besucher später die Kaffeerösterei hautnah bestaunen können. Sind Gläser grün, ist der Eisenoxid-Anteil höher und nicht extra herausgefiltert.
Ralf Patscheider, Leiter Auftragsvorbereitung bei Glas Trösch in Memmingen
Ralf Patscheider, Leiter Auftragsvorbereitung bei Glas Trösch in Memmingen
Ralf Patscheider, Leiter Auftragsvorbereitung bei Glas Trösch in Memmingen
Ein Float-Liner fährt das Glas direkt in die Halle.
Ein Float-Liner fährt das Glas direkt in die Halle.
Ein Float-Liner fährt das Glas direkt in die Halle.
Die Glasscheiben, die hier angeliefert werden, sind sechs Meter lang und 3,21 Meter breit. Seltsames Maß, woher kommen die 21 Zentimeter? Das liegt zum einen an dem eingangs erwähnten Floatbad, das in seiner Breite begrenzt ist. Zum anderen gibt die EU vor, dass die Fahrzeughöhe inkl. Ladung (hier die aufgerichteten Scheiben) nicht höher als vier Meter sein darf.

Rapunzel Nussmus-Gläser in der Fassade des Besucherzentrums?

Nach einer kurzen Lagerung geht’s für die Glasscheibe auf den Schneidetisch. Dort wird sie lediglich angeritzt und dann sauber auf die gewünschte Größe gebrochen. Ralf Patscheider plant im Vorhinein genau, wie viele Scheiben er aus einer großen Fläche herausholen kann. So bleiben meist nur ca. vier Prozent Glas übrig, welches wieder eingeschmolzen und zu neuem Glas wird.

Wir fragen uns, ob es möglich wäre, dass sich ein eingeschmolzenes Rapunzel Nussmus-Glas in der Fassade des Besucherzentrums wiederfindet. "Leider nein", schmunzelt Ralf Patschneider. "Flachglas und Hohlglas haben unterschiedliche Schmelzpunkte und werden nicht vermischt."
Nach einer kurzen Lagerung ...
Nach einer kurzen Lagerung ...
Nach einer kurzen Lagerung ...
... geht’s für die Glasscheibe auf den Schneidetisch.
... geht’s für die Glasscheibe auf den Schneidetisch.
... geht’s für die Glasscheibe auf den Schneidetisch.
Als wir den Glas-Fachmann auf dem Hof vor der Firma nach seinem persönlichen Bezug zu dem Material fragen, lässt er uns sofort hinter die Fassade blicken, Glas begeistert ihn einfach. Es gäbe nichts, was mit dem zukunftsorientierten und nachhaltigen Material nicht machbar wäre. So hat er bei sich daheim Fenstersimse aus Glas, aber auch eine Treppe mit gläsernen Stufen wäre möglich. In der Fußgängerzone in Memmingen bleibt er schon mal stehen und begutachtet ausführlich die verbauten Scheiben. Und wann hat man Glas verstanden und weiß damit umzugehen? „Nach der Lehrzeit nochmal vier bis fünf Jahre dazu. Ich arbeite hier seit 20 Jahren und Glas fordert mich immer noch heraus.“

Aus drei mach eins: ein Verbundsicherheitsglas entsteht

Bei der Fassade des Besucherzentrums kommt ein Dreifach-Isolierglas zum Einsatz, wobei die innere und die äußere Scheibe als Verbundsicherheitsglas ausgeführt wird – mit Eigenschaften wie man sie beispielsweise von einer Windschutzscheibe beim Auto kennt. Zwischen jede Lage Glas wird eine Folie geklebt. Beschädigt dann z. B. ein Stein die äußere Scheibe, verhindert die Folie, dass sich Scherben lösen.
Wie werden nun aber drei Scheiben zu einer? Zunächst laufen die einzelnen Scheiben durch eine Art Waschmaschine. Dann bringt ein sogenannter Applikator eine Abstandshalterung rund um das Glas an. An der Visitierstation prüfen erfahrene Mitarbeitende die Scheibe auf mögliche Kratzer oder Bruchstellen. Bei so einer großen Scheibe steht dann schon mal der Leiter des Qualitätsmanagements mit dabei. Nach ein bisschen Polieren sind alle erleichtert: Keine Kratzer. Es kann weitergehen
An der Schnittanlage schneidet ein Heißdraht die Folie für das Verbundsicherheitsglas.
An der Schnittanlage schneidet ein Heißdraht die Folie für das Verbundsicherheitsglas.
An der Schnittanlage schneidet ein Heißdraht die Folie für das Verbundsicherheitsglas.
Eine Mitarbeiterin untersucht die Scheibe auf mögliche Fehler.
Eine Mitarbeiterin untersucht die Scheibe auf mögliche Fehler.
Eine Mitarbeiterin untersucht die Scheibe auf mögliche Fehler.
Im nächsten Schritt werden die Gläser miteinander verpresst und Argon-Gas in die Zwischenräume gegeben, die dank der Abstandshalterung bestehen. Das Gas ist schwerer als Luft und leitet schlecht, somit bleibt später die warme Luft im Gebäudeinneren. Das spart Energie und Heizkosten.

Am Ende des Fertigungsbands erscheint eine wunderschön intakte Scheibe. Geschafft. Abschließend wird die Scheibe mit Dichtstoff ringsum versiegelt und ein Kran hebt sie vom Band. Nachdem sie in der Kommissionierhalle getrocknet ist, wird sie im Hof verladen und direkt zur Baustelle transportiert.
Und wie erkennt man nun, wie viele Scheiben in einen Verbund gepresst wurden? Ralf Patschneider zeigt uns einen Trick und fragt seine Kollegen nach einem Feuerzeug. Ganz nah gehen wir an die Scheibe und die Flamme ran und siehe da, es spiegeln sich sechs Flammen, eine Flamme pro ursprünglicher Oberfläche.

Zwei Flammen leuchten röter als die anderen, hier befindet sich der Wärmeschutz. Wie die Profis können wir mit Sicherheit sagen: "Dreifachverglasung mit Wärmedämmung."
Wie viele Scheiben zu einer gepresst wurden, verrät der Feuerzeug-Trick.
Wie viele Scheiben zu einer gepresst wurden, verrät der Feuerzeug-Trick.
Wie viele Scheiben zu einer gepresst wurden, verrät der Feuerzeug-Trick.
Von Glas Trösch werden die Scheiben direkt zur Baustelle in Legau transportiert.
Von Glas Trösch werden die Scheiben direkt zur Baustelle in Legau transportiert.
Von Glas Trösch werden die Scheiben direkt zur Baustelle in Legau transportiert.

Von der freien Architektenidee in die Realität

[09.12.2021] Unser letzter Besuch zum Thema führt uns zur Raico Bautechnik GmbH in Pfaffenhausen. Dank ihrem Fassadensystem halten die einzelnen Elemente wie Pfosten oder Füllelemente überhaupt erst zusammen und die Fassade dichtet perfekt nach außen ab. "Wir sind wie Versandhaus, mit dem Unterschied, dass wir auch selbst entwickeln", erklärt uns RAICO Gründer Albert Inninger mit einem Augenzwinkern, als wir durch die große Halle gehen. Bei ihnen wird getüftelt und getestet und das fertige Produkt vertrieben.
Was das weltweit agierende Familienunternehmen Raico besonders macht, davon bekommen wir in dem Büro des Gründers einen ersten Eindruck. Da schließt eine Pfosten-Riegel-Fassade nach außen ab, die aus Stahlpfosten und Holzriegeln besteht. "Diesen Mix können nur wir", erklärt Inninger nicht ohne Stolz.

Für die Rapunzel Fassade schwebten dem Architekten im Bereich der Kaffeerösterei große Glaselemente sowie Riegel und Pfosten aus Holz vor. Letztere sollten ab dem ersten Riegel versetzt sein.
Wie ein Versandhaus beschreibt sich Raico, das aber auch selbst entwickelt.
Wie ein Versandhaus beschreibt sich Raico, das aber auch selbst entwickelt.
Wie ein Versandhaus beschreibt sich Raico, das aber auch selbst entwickelt.
Raico geht frühzeitig mit den Architekten ins Gespräch und bringt deren freie Gedanken in die technische Umsetzbarkeit. So wurde unter dem Gesichtspunkt der Hygiene und der Belastbarkeit bei der Lebensmittelverarbeitung statt dem angedachten Holz als Trägermaterial auf Stahl gesetzt. Und statt der optisch reizvollen versetzten Rasterung der Fassade wurden zumindest ein paar belastbarere, durchgängige Haupttrageglieder eingeplant.

12 Millimeter halten das Gewicht

Raico ist Inhaber von über 80 Patenten. Aber nur eines davon ist das Herzstück. Mit diesem Profil, das auf höchstem Niveau Holz- und Stahlkonstruktionen miteinander verbindet, macht Raico weltweit auf sich aufmerksam.

Besagtes Profil ist eine Art Verbindungstechnik, ein Fassadensystem mit integriertem Schraubkanal. Sie verbindet das Füllelement (z. B. Glas) mit der Trägerkonstruktion (z. B. einem Pfosten aus Stahl). Für diese Verbindung muss keine Schraube direkt ins Holz gebohrt werden. Stattdessen befindet sich eine thermische Trennung zwischen Träger und Füllelement und die Schraube wird durch einen Schraubkanal reingedreht.

Der Vorteil: Die Schraube geht nicht direkt ins Holz, wo Wasser kondensieren könnte. Alles an dem Profil – sogar die Schraube –wird von Raico entwickelt.
Mit diesem Profil macht Raico europaweit auf sich aufmerksam.
Mit diesem Profil macht Raico europaweit auf sich aufmerksam.
Mit diesem Profil macht Raico europaweit auf sich aufmerksam.
Geschäftsführer Manfred Hebel und Gründer Albert Inninger vor dem Firmengebäude, das mit einer Pfosten-Riegel-Fassade abschließt.
Geschäftsführer Manfred Hebel und Gründer Albert Inninger vor dem Firmengebäude, das mit einer Pfosten-Riegel-Fassade abschließt.
Geschäftsführer Manfred Hebel und Gründer Albert Inninger vor dem Firmengebäude, das mit einer Pfosten-Riegel-Fassade abschließt.
Schauen wir uns den Aufbau der Fassade genauer an: Die Pfosten und Riegel aus Holz oder Stahl tragen das Gewicht des Glases. Das Raico-Profil sorgt für die nötige Dichtigkeit, den Wärme- und den Schallschutz. Denn gerade an den Stellen, wo die verschiedenen Teile der Fassade zusammengeführt werden, droht Wärme oder Schall zu entweichen oder Wasser einzudringen.

Zunächst wird auf das Holz oder den Stahl ein Grundprofil angebracht, darauf folgt eine Glasanlagedichtung und außen eine Pressleiste mit Außendichtung. Die Glasscheiben ragen nur 12 Millimeter in das Profil hinein. Auf diese 1,2 Zentimeter wird mittels Verschraubung Anpressdruck ausgeübt und die Fassade gegen Luft und Regen abgedichtet.

Fazit: Ohne dieses kleinste Teil in der Fassade wäre die imposante, neun Meter hohe Glasfassade nicht in dieser Perfektion machbar.

Die Idee hinter dem Besucherzentrum

Bio be-greifen und zusammenkommen

Bio erlebbar machen – wie geht das? Im Besucherzentrum werden wir uns dem ökologischen Landbau und allem, was im weiteren Sinn dazu gehören kann, mit allen Sinnen und gemeinsam mit den Gästen nähern – sei es mittels einer Ausstellung, einer Schaukaffeerösterei, zahlreichen Events oder ganz einfach kulinarisch.
Herzstück des Zentrums ist eine Ausstellung rund um Bio. Bio, das wird oft am Beispiel vom Pionier Rapunzel erklärt werden. Zu Beginn begeben sich die Gäste daher auf eine kleine Zeitreise durch das Rapunzel Universum. Weiter geht’s mit interaktiven Stationen zu Bio-Anbau, fairem Handel, der Produktherstellung in bester Bio-Qualität oder Lebensmittelverschwendung.


Wer nach der Ausstellung Lust bekommen hat, selbst in der eigenen Küche loszulegen, findet alles, was das Bio-Herz begehrt, im Rapunzel Bio-Laden – vom gesamten Rapunzel Sortiment bis zu Produkten von anderen Bio-Marken. 
Projektleiterin Seraphine Wilhelm und Architekt Martin Haas auf der Baustelle.
Projektleiterin Seraphine Wilhelm und Architekt Martin Haas auf der Baustelle.
Projektleiterin Seraphine Wilhelm und Architekt Martin Haas auf der Baustelle.
© haascookzemmrich

© © haascookzemmrich
Gleich neben dem Laden findet sich die beeindruckende Schaukaffeerösterei. Hier kann durch eine Glaswand live mitverfolgt werden, wie erfahrene Röstmeister die Bohnen gemäß ihrer Herkunft und mit der richtigen Zeit und Temperatur rösten. Vom ausgezeichneten Geschmack der gerösteten, gemahlenen und frisch aufgebrühten Kaffeekirsche können Sie sich im Bistro überzeugen, wo neben Pizza und Pasta frische Backwaren aus der Bio-Bäckerei auf Sie warten.
Wenn Sie wissen möchten, wie eine Kaffeepflanze aussieht, besuchen Sie das Tropenhaus. Es ist Teil der umfangreichen Außenanlagen mit Bauerngarten und Müsli-Feld. Eine große Picknickwiese lädt zum Verweilen ein, verschiedene Erlebnisstationen und für die Kleinen einen Abenteuerspielplatz lassen keine Langeweile aufkommen. Für Jakobswegpilger planen wir eine Unterkunft und für Reisende Wohnmobilstellplätze. Das bunte Treiben im Garten lässt sich von der Dachterrasse und dem oberen Stockwerk des Gebäudes wunderbar beobachten.
Die Form des imposanten Dachs ist einzigartig.
Die Form des imposanten Dachs ist einzigartig.
Die Form des imposanten Dachs ist einzigartig.
Schritt für Schritt nimmt das Besucherzentrum Gestalt an.
Schritt für Schritt nimmt das Besucherzentrum Gestalt an.
Schritt für Schritt nimmt das Besucherzentrum Gestalt an.
Hier stärken Yoga-Kurse und Koch-Events Körper und Geist. Neben Tagesbesuchern sind im Besucherzentrum auch an größere Gruppen willkommen, private wie geschäftliche. Tagsüber kann in Seminarräumen gemeinsam gearbeitet werden, abends Kochkurse oder die Bar, Bistro oder der Weinkeller gemietet werden.

Kurzum: Damit es nicht beim Träumen von einer fairen und gerechten Welt bleibt, kommen wir im Besucherzentrum mit Menschen aus aller Welt zusammen. Um zu lernen, uns gegenseitig zu inspirieren, Freude zu teilen und mancherorts vielleicht neu zu denken.

Interview mit Seraphine Wilhelm, Projektleiterin Besucherzentrum

[27.09.2021] Was der künftigen Leiterin des Besucherzentrums bei der Planung des Besucherzentrums besonders viel Freude bereitet, worauf sie am meisten gespannt ist und wie es zu der außergewöhnlichen Form des Dachs kam, erfahren Sie im Interview mit ihr. Die Fragen stellte der Schweizer Ziegelhersteller, der die 130.000 Tonziegel fertigte, mit denen das Dach eingedeckt ist.

Die Entscheidung für das Material Ton machte sich Rapunzel nicht leicht. Möglichst regional, nachhaltig, keine einheitliche Industrieware und wetterfest fürs Allgäu sollte das Dach sein. All das bringen die Tonprodukte aus der Schweiz mit. 

Wir wünschen gute Lektüre!

zum Interview

Ein Dach, das seinesgleichen sucht

[22.07.2021] Fast senkrecht verläuft die hölzerne Dachkonstruktion nach unten, um dann nur Zentimeter vor dem Erdboden zu stoppen. Das sieht nicht nur beeindruckend aus, sondern hat auch ganz praktische Gründe. Denn das tiefgezogene Dach wird später zusammen mit Tonziegel eine mechanische Klimatisierung weitestgehend überflüssig machen.

Lesen Sie hier mehr zu dem Unternehmen hinter der herausfordernden Dachkonstruktion.

Come fly with me: Drohnenflug durch die Baustelle

[19.07.2021] Fliegen Sie mit unserer Drohne durch das entstehende Besucherzentrum, in dem ab Herbst 2022 der Duft von frisch geröstetem Kaffee in der Luft liegt und Sie auf der Dachterrasse oder im Grünen die umfangreiche Ausstellung rund um bio-fairen Anbau Revue passieren lassen können. Zur Stärkung erwarten Sie Leckereien in einer Bio-Bäckerei und der Gastronomie oder Sie schlendern durch den Bio-Supermarkt und zaubern sich zuhause etwas Schönes. Geheimtipp: Mit einem Picknickkorb können Sie rund um das Besucherzentrum die Seele baumeln und den Tag ausklingen lassen.
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Wir freuen uns auf die Eröffnung und sagen jetzt schon danke an die Firma Filgis für diesen perfekten Rohbau!

Menschen, Welt und Umwelt in Balance


Die Architektur des Besucherzentrums


Architekt Martin Haas von haascookzemmrich STUDIO2050
Architekt Martin Haas von haascookzemmrich STUDIO2050
Architekt Martin Haas von haascookzemmrich STUDIO2050
[Juni 2021] Der Bau des Rapunzel Besucherzentrums ist in vollem Gange. Die kreativen Köpfe hinter dem Projekt sind die Architekten von haascookzemmrich STUDIO2050. Mit ihren Entwürfen streben sie menschen- und umweltfreundliche Lösungen an. 2019 erhielt das Architekturbüro den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Die architektonische Idee hinter dem Besucherzentrum ist es, Menschen, Welt und Umwelt in Balance zu bringen.

Das bedeutet, dass das Gebäude seinen Besuchern einen Mehrwert liefert und ihr Alltagsleben bereichert, ohne dafür Raubbau an der Natur zu betreiben. Ökologische Kriterien sind daher fester Bestandteil des Konzepts. Ressourcenschonendes Bauen mit einer Rückbesinnung auf traditionelle Baumethoden zieht sich durch alle Ebenen des Projekts.

Interview mit Martin Haas von haascookzemmrich STUDIO2050

Herr Haas, Sie haben einmal gesagt, dass das Besucherzentrum den Rapunzel Leitsatz "Wir machen Bio aus Liebe" veranschaulichen soll. Wie manifestiert man ein Motto in einem Gebäude und woran erkennen das die BesucherInnen später?

Martin Haas: Das schwebende, alles umspannende, organisch geschwungene Dachband, die in den Naturraum gestreckten Gebäudeflügel und die sorgfältige Wahl der Baumaterialien werden dem Besucher, so hoffe ich, unsere Leidenschaft bei der Entwicklung des Besucherzentrums veranschaulichen. Das Gebäude besitzt trotz seiner Größe viel Poesie und Natürlichkeit. Es ist offen und einladend und kann begangen und erwandert werden. Man kann ihm sogar aufs Dach steigen! Es steckt buchstäblich viel Liebe im Detail und die Hingabe bei der Entwicklung der mannigfachen Erlebnisse eines Besuchs werden von den Menschen sicherlich gespürt.

Das Besucherzentrum soll Bio erlebbar machen. Welchen Teil trägt die Architektur dazu bei?

Martin Haas: Die natürlichen Kreisläufe der Natur zu beachten ist eine Grundlage ökologischen Landbaus. In der Ausstellung des Besucherzentrums erfährt der Besucher alles über die Teilaspekte gesunder Ernährung. Vom Anbau über die Verarbeitung bis zum Teller. Diesem Grundsatz einer ökologischen Kreislaufwirtschaft fühlt sich auch die Architektur verpflichtet. Wir haben eine Ökobilanz erstellt und die Materialien nach eingebundener Energie, der Wiederverwertbarkeit und dem Transport gewählt. Nachwachsenden oder wiederverwertbaren Baustoffen wurde, wann immer möglich, der Vorzug gegeben. Selbst die Dämmung des Kellers besteht aus recyceltem Schaumglas.

Die Haustechnik wurde auf ein notwendiges Minimum reduziert und wir nutzen, was uns die Natur vor Ort als Mikroklima zur Verfügung stellt. So wurden die Lage und Anordnung der Räume und die Fensteröffnungen nach mikroklimatischen Gesichtspunkten festgelegt. Der weite Dachüberstand sorgt für eine natürliche Verschattung der tageslichtoptimierten Räume und wir verzichten weitestgehend auf eine mechanische Klimatisierung.
Was ist das Besondere an der Architektur des Rapunzel Besucherzentrums und worauf sind Sie und Ihr Team stolz?

Martin Haas: Es fällt schwer, einen einzelnen Aspekt herauszugreifen. Ich denke, dass gerade die Vielschichtigkeit der Erlebnisräume ein besonderer Wesenszug des Besucherzentrums wird. Das geschwungene hölzern-tönerne Dachband, welches sich zu einem Rapunzel Turm aufschwingt, wird sicherlich der Hingucker. Diese „märchenhaften" Assoziationen sind erwünscht und steigern den hohen Wiedererkennungswert des Gebäudes.
Das Spielerische setzt sich in den Freianlagen fort. Herzlichkeit und Einladung sind Kriterien, die Joseph Wilhelm und mich bei der Entwurfsentwicklung als Leitmotive sehr geleitet haben. Stolz sind wir dann, wenn die Menschen gerne und wiederholt kommen!

Was müssen sich die Besucher nach Eröffnung unbedingt ansehen?

Martin Haas: Na alles! Die Schaurösterei und ein herrlicher Kaffeeduft werden den Besucher in der Eingangshalle begrüßen. Der Zopf der Rapunzel in Form der großen, gewendelten Holztreppe will beklettert werden und lädt ein, die drei Geschosse mit dem Weinkeller, der Ausstellung und der Dachterrasse mit dem Vogelnest und dem tollen Rundumblick zu ergründen. Die Ausstellung ist nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung, sondern auch ein Raum der Inspiration mit vielen Mitmachstationen in atmosphärischer Umgebung. Allein dieser Besuch lohnt schon voll und ganz.

Man kann aber auch ganz faul im Café sitzen und den Blick durch den Märchengarten schweifen lassen, während frischer Brotduft aus der Bäckerei zum Mittagssnack verführt. Oder gleich im Garten auf der Picknickdecke schlummern, während im Pizzaofen ein Leckerbissen duftet. Darüber hinaus wird der neue Rapunzel Laden neben dem normalen Sortiment auch viele besondere Waren bieten. Das Haus hat so viele unterschiedliche Erlebnisräume, dass jeder seinen eigenen Lieblingsort schnell findet. Wenn es dann eröffnet ist, verrate ich Ihnen auch den meinen …

Herr Haas, wir bedanken uns für das Gespräch.
Die Form des imposanten Dachs ist einzigartig.
Die Form des imposanten Dachs ist einzigartig.
Die Form des imposanten Dachs ist einzigartig.
Bald ermöglicht das 2. OG den Zugang zur Dachterrasse.
Bald ermöglicht das 2. OG den Zugang zur Dachterrasse.
Bald ermöglicht das 2. OG den Zugang zur Dachterrasse.
Projektleiterin Seraphine Wilhelm und Architekt Martin Haas auf der Baustelle.
Projektleiterin Seraphine Wilhelm und Architekt Martin Haas auf der Baustelle.
Projektleiterin Seraphine Wilhelm und Architekt Martin Haas auf der Baustelle.

Lebendig wie die Natur: Biberschwanzziegel für das imposante Dach

[April 2021] Waren Sie schon mal in einer Ziegelei? Nein? Dann stellen Sie sich einfach vor, wie es in einer Bäckerei zugeht – nicht von ungefähr gab es früher den Beruf des Ziegelbäckers. Wie das Korn wird auch der Ton zunächst fein vermahlen. Mikroorganismen sorgen – wie die Hefe beim Teig – für die gewünschte Konsistenz, Wasser macht die Masse formbar. Und am Schluss wird bestrichen und gebacken.

Ganz so einfach gestaltet sich das alte Handwerk natürlich nicht. Es braucht viel Erfahrung, um Ton zu hochwertigen und langlebigen Produkten zu verarbeiten. Eine Ziegelei, die dieses Know-how mitbringt, ist Gasser Ceramic in der Nähe von Bern. Aus dem Schweizer Familienunternehmen kommen die ca. 120.000 Biberschwanzziegel à 1,8 kg, die das imposante Dach des Besucherzentrums von Rapunzel bedecken werden. Der Name des Ziegels, man ahnt es schon, leitet sich von der optischen Ähnlichkeit mit dem Nagetier ab.
Matthias Schönle (hier vor der Tongrube) ist seit 25 Jahren bei der Firma Gasser Ceramic.
Matthias Schönle (hier vor der Tongrube) ist seit 25 Jahren bei der Firma Gasser Ceramic.
Matthias Schönle (hier vor der Tongrube) ist seit 25 Jahren bei der Firma Gasser Ceramic.
Der Ton in Rapperswil entstand mit der Alpenentstehung und ist 23 Mio. Jahre alt.
Der Ton in Rapperswil entstand mit der Alpenentstehung und ist 23 Mio. Jahre alt.
Der Ton in Rapperswil entstand mit der Alpenentstehung und ist 23 Mio. Jahre alt.
Jährlich werden in der Grube ca. 65.000 Tonnen Ton abgebaut.
Jährlich werden in der Grube ca. 65.000 Tonnen Ton abgebaut.
Jährlich werden in der Grube ca. 65.000 Tonnen Ton abgebaut.
Die Entscheidung für das Material Ton machte sich Rapunzel Gründer Joseph Wilhelm nicht leicht. Möglichst regional, nachhaltig, keine einheitliche Industrieware und wetterfest fürs Allgäu sollte das Dach sein. All das bringen die Tonprodukte aus der Schweiz mit. Ton ist langlebig, natürlich und eines der ältesten Baumaterialien der Welt. Die Ziegel atmen förmlich, nehmen Wasser auf und geben es wieder ab. So wird sich das Klima im Besucherzentrum auf natürliche Weise regulieren. Auch dank des Schattens, den der weite Dachüberstand bringt.

Ton, Wasser, vielleicht ein bisschen Sand und ganz viel Leidenschaft und Erfahrung. Das ist das Erfolgsrezept.

Ziegeleien wie die der Gassers haben eine ganz besondere Ausstrahlung. Hier wird von langjährigen Mitarbeitern noch alles an einem Ort gefertigt. Auf dem gesamten Gelände finden sich die Farben Ocker bis Rostbraun – sei es in der Tongrube oder im Werk bei der Verarbeitung.

Dieses Erdige strahlt ganz viel Wärme aus. Und charakterisiert mit seiner Ursprünglichkeit ein ehrliches Handwerk. Ton, Wasser, vielleicht ein bisschen Sand und ganz viel Leidenschaft und Erfahrung. Das ist das Erfolgsrezept.
Ziegelhersteller siedeln sich dort an, wo Tongruben sind. Der Ton in Rapperswil im Kanton Bern entstand mit der Alpenentstehung und ist 23 Mio. Jahre alt – das ist in der Geologie tatsächlich jung! Ton, das ist verwitterter Granitstein und das Mineral Feldspat. Jährlich werden in der Grube ca. 65.000 Tonnen Ton abgebaut, das ist ein halber Meter pro Jahr. Nach der Abtragung liegt das Material für ein Jahr in der Grube auf einem sogenannten Rüsthaufen, wo Mikroorganismen Elastizität in das Material bringen. Da, wo Ton bereits abgetragen wurde, werden Bäume angepflanzt. Das Credo der Ziegelei: „Was wir der Natur nehmen, geben wir ihr auch wieder zurück.“
In der Ziegelproduktion ist es nach der ruhigen Tongrube vorbei mit der Friedlichkeit. Es rattert und rüttelt – da passiert was! Los geht’s mit dem Kollergang. Hier wirken tonnenschwere Läufer auf den Ton ein und mahlen ihn ganz fein. Nach ein paar Wochen Lagerung im Sumpfhaus, wo ein Feuchtigkeitsausgleich stattfindet, wird der Ton mit Wasser vermischt und gut durchgeknetet. Dann geht’s ans Pressen der feuchten Masse und ans Zuschneiden auf die Ziegelform. Jeder einzelne Ziegel erhält den Rapunzel Slogan „Bio aus Liebe“ eingeprägt. Anschließend werden die Ziegel getrocknet.
Im Sumpfhaus findet ein Feuchtigkeitsausgleich statt.
Im Sumpfhaus findet ein Feuchtigkeitsausgleich statt.
Tonnenschwere Läufer wirken auf den Ton ein und mahlen ihn ganz fein.
Tonnenschwere Läufer wirken auf den Ton ein und mahlen ihn ganz fein.
Der Farbton der Ziegel wird individuell auf die Wünsche von Rapunzel angepasst.
Der Farbton der Ziegel wird individuell auf die Wünsche von Rapunzel angepasst.
Der Ton wird mit Wasser vermischt und gut durchgeknetet.
Der Ton wird mit Wasser vermischt und gut durchgeknetet.
Nach dem Pressen der feuchten Masse wird diese auf Ziegelform zugeschnitten.
Nach dem Pressen der feuchten Masse wird diese auf Ziegelform zugeschnitten.
Individuelle Prägung: Rapunzel Slogan 'Bio aus Liebe'
Individuelle Prägung: Rapunzel Slogan 'Bio aus Liebe'
Besonders spannend ist die Färbung der Ziegel an der Engobiermaschine. Engobe ist eine flüssige Tonmineralmasse, mit der die Ziegel beschichtet und gefärbt werden. Wild und lebendig wie die Natur selbst sollen die Rapunzel Ziegel aussehen, keiner wie der andere. Dafür durchlaufen die Ziegel drei Stationen. An jeder spritzen zahlreiche Düsen Flüssigkeit in unterschiedlichen, natürlichen Erdfarben auf die Ziegel. Ganz so unberechenbar, wie das Ganze aussieht, ist es aber nicht. Bei mehreren Besuchen bestimmte der Architekt exakt den gewünschten Farbton. Es gilt also: Wild und natürlich? Ja. Willkürlich? Nein.
Durch die Engobiermaschine erhalten die Ziegel ihr individuelles Aussehen.
Durch die Engobiermaschine erhalten die Ziegel ihr individuelles Aussehen.
Zweieinhalb Tage bei über 1000 Grad verbringen die Ziegel danach in einem Ofen.
Zweieinhalb Tage bei über 1000 Grad verbringen die Ziegel danach in einem Ofen.
Im Ziegelbahnhof warten die Ziegel anschließend auf ihre Auslieferung.
Im Ziegelbahnhof warten die Ziegel anschließend auf ihre Auslieferung.
Im Ziegelbahnhof warten die Ziegel anschließend auf ihre Auslieferung.
Keiner wie der andere: einzigartige Biberschwanzziegel für das Besucherzentrum.
Keiner wie der andere: einzigartige Biberschwanzziegel für das Besucherzentrum.
Keiner wie der andere: einzigartige Biberschwanzziegel für das Besucherzentrum.
Letzte Station ist der 100 Meter lange Tunnelofen. Zweieinhalb Tage verbringt das Tonprodukt in dem 1040 bis 1050 Grad heißen und rot glühenden Ofen. Die Abwärme wird im Sinne der Nachhaltigkeit aufgefangen und zur vorangeschalteten Trocknung geleitet.

Das Ergebnis: individuelle Ziegel mit einem Farbspektrum von Rostbraun bis Ocker. Erwartungsfroh liegen sie da und warten auf ihre Reise ins Allgäu. Im Hintergrund die Tongrube, aus der sie wenige Tage zuvor kamen.

Baupause ≠ Spaßpause

Im Untergeschoss des Besucherzentrums geht’s heiß her

[Januar 2021] Es schneit im Allgäu. Und das seit Tagen. Da ächzen alle, die am Bau unseres Besucherzentrums mitwirken. Denn zu viel Schnee, das bedeutet Baupause.

Leise rieselt der Schnee? Falsch gedacht! So ruhig war es hier am Wochenende nämlich gar nicht. Die Familie unseres technischen Projektleiters, Edmund Haug aus Legau, erklärte das Untergeschoss kurzerhand zur Eisbahn und lieferte sich auf der eiskalten Fläche ein hitziges Turnier.

Vielen Dank für die grandiose Idee und die tollen Aufnahmen!

Moderner Holzbau für das Haupt

Ein Dach entsteht – oder "Lego für Große"

[Dezember 2020] An einem kalten Wintertag kommen wir bei Holzbau Endres in Bad Grönenbach, nur 15 Minuten Fahrt von Legau entfernt, an. Die ersten Sparren und Pfetten befinden sich zwar schon am Gebäude, die Gauben allerdings werden noch in der großen Halle gefertigt und uns stolz präsentiert. Wir wollen wissen, wie so ein Dachstuhl entsteht und was das Besondere am Dach des Rapunzel Besucherzentrums ist.

Planung ist die halbe Miete: jedes Teil an seinen Platz

Wer meint, dass ein Zimmermann nur mit dem Holz an sich arbeitet, hat weit gefehlt. Monatelange Planung am Computer geht voraus, bevor das Holz bestellt und Hand angelegt werden kann. Denn was in den Plänen der Architekten und Statiker grob vorgegeben ist, muss von den Holzspezialisten erst noch im Detail ausgearbeitet werden. Vor allem die windschiefen Flächen, die runden Bauteile und der Brandschutz werden aufwändig definiert.
Holzbau Endres in Bad Grönenbach
Holzbau Endres in Bad Grönenbach
Holzbau Endres in Bad Grönenbach
Zimmerermeister Josef Zeller präsentiert die herausfordernde...
Zimmerermeister Josef Zeller präsentiert die herausfordernde...
Zimmerermeister Josef Zeller präsentiert die herausfordernde...
...Detailplanung
...Detailplanung
...Detailplanung
Dank der guten Vorarbeit und detailgetreuer Pläne wissen die Arbeiter auf der Baustelle später, welches Teil an welchen Platz kommt. "Das ist wie Lego für Große", erklärt uns Geschäftsführer Matthias Endres schmunzelnd, der das Unternehmen in dritter Generation führt. "Alles, was wir hier fertigen, muss später an der richtigen Stelle mit dem richtigen Gegenstück zusammengesetzt werden." Wie das funktioniert, verstehen wir in der Halle ein bisschen mehr. Auf einem Bauteil lesen wir dort: "Südbau Süd-Ost-Ecke oben, innerer Kranz oben".
Wachsen die verwendeten Bäume, wie hier die heimische Fichte, in der Region, sei Holzbau grundsätzlich immer nachhaltig, so Matthias Endres. Für die Bauteile des Dachs verwendet er verleimtes Brettschichtholz, denn gesägtes Bauholz ist in dieser Dimension und Länge nicht lieferbar. Das Holz dafür kommt aus Reuthe in Vorarlberg. Die sechs Gauben wiederum werden aus Brettsperrholz gefertigt. Für den Dachaufbau, also Schalung, Dach- und Konterlattung, wird Massivholz aus dem Allgäu verwendet.
Geschäftsführer Matthias Endres führt uns durch die Halle
Geschäftsführer Matthias Endres führt uns durch die Halle
Geschäftsführer Matthias Endres führt uns durch die Halle
Auch die ca. 100.000 Dachziegel werden in einem nächsten Schritt von den Zimmerleuten angebracht. "Jeder Ziegel wird mindestens einmal von einem Arbeiter in die Hand genommen. An den Rundungen des Gebäudes auch mehrmals, denn hierfür müssen die Ziegel auf Trapezform zugeschnitten werden", erklärt Zimmerermeister Josef Zeller, der einmal in der Woche auf der Baustelle nach dem Rechten sieht.
Was das Besondere am Dachstuhl des Besucher­zentrums sei, fragen wir den Geschäftsführer: "Optik, Größe und die herausfordernde Form", erhalten wir als Antwort. Das sei schon High End, was da am PC, im Abbund und auf der Baustelle geleistet wird. "So etwas macht man nur einmal im Leben. Wir wurden von Rapunzel gefragt, ob wir uns das zutrauen. Wir wollten es anpacken und haben die Herausforderung gerne angenommen." Für uns ist nach unserem Besuch klar: Mission gelungen.

Wände, Stützen, Decken

Neues Video zum Baufortschritt des Besucherzentrums

[Juli 2020] Ganz schöner Sprung von unseren letzten Aufnahmen im April 2020 zu heute – unsere Vorfreude wächst mit jedem Tag.

Kommen Sie mit auf die Baustelle und stellen sich gemeinsam mit uns vor, wie wir in der Ausstellung Spannendes über Bio-Anbau lernen, in der Schaukaffeerösterei von Gerüchen eingehüllt werden und im Yoga- und Kochstudio Körper und Geist stärken.

Grundstück unter gutem Omen


Das Besucherzentrum aus Sicht eines Geomanten

Marko Pogacnik
Geomant Marko Pogacnik
Geomant Marko Pogacnik
© Marko Pogacnik
[07.05.2020] Das Konzept der Geomantie – oder Erdheilungsarbeit – dürfte nicht allzu bekannt sein. Dabei ist es so alt wie die Menschheit selbst. Rituelle Stätten etwa finden sich stets an bewusst ausgewählten Orten, die eine ganz besondere Energie ausstrahlen. Und auch heute streben die Menschen danach, gute Energie an einen Ort oder in einen Raum zu bringen, wie zum Beispiel mit der chinesischen Harmonielehre Feng Shui.

Ein Geomant erfasst einen Ort und bringt ihn in Einklang mit den Menschen. Mit diesem Ziel vor Augen besuchte der Geomant Marko Pogačnik für Rapunzel das Grundstück, auf dem das Besucherzentrum entsteht. Ihm zufolge können wir mit dem Bewusstseinsfeld, das die Erde umgibt, kommunizieren. Dafür brauche es eine Sprache, die über den Rahmen der rationalen Logik hinausgeht. Diese Sprache ist eine universelle und eine Mischung aus symbolischen Bildern, Klängen, Bewegungen usw.
Versuchen wir einmal, diese Sprache zu verstehen und tauchen in einen Auszug des Erkundungsberichts des Geomanten vor Bauanfang ein.

„Auf dem Gelände des zukünftigen Besucherzentrums kommt mir eine Schlange entgegen, die ich als Hüterin des Ortes verstehe. Ich spreche mit ihr und bitte sie sich zurückzuziehen und dem Plan des Besucherzentrums Raum zu geben. (…). Ich arbeite daran, die Elementarwesen der gefällten Bäume in die Hecke am Rand des Geländes Richtung Rapunzel Gelände überzusiedeln.(…).

Der Ort von Rapunzel steht in Beziehung zu zwei bedeutsamen Wallfahrtskirchen in der Nähe. Die drei Einrichtungen bilden ein energetisches Dreieck mit dem Potenzial das neue Besucherzentrum und Rapunzel zu unterstützen (…).“
Geomantie lässt sich nicht direkt greifen. Uns bleiben nur unsere eigenen Erfahrungen. Rapunzel Geschäftsführer Joseph Wilhelm beschreibt seine Begegnung mit der Geomantie so:

„Nachdem Marko auf unserem Gelände war, ging plötzlich alles ganz leicht. Und just in dieser Zeit erhielten wir dann auch die Teilbaugenehmigung.“

Wie es weiter geht? Wir bei Rapunzel sind schon ganz gespannt auf einen von Marko angefertigten Stein, der ein Kosmogramm zeigt. Er soll der Schlange, der Beschützerin des Ortes, geschenkt und an ihren Rückzugsort gesetzt werden.

Erste Wände und Konturen: Luftaufnahmen vom Fundament

vom April 2020

Luftaufnahme des Rapunzel Besucherzentrums vom April 2020
Luftaufnahme des Rapunzel Besucherzentrums vom April 2020

Luftaufnahme des Rapunzel Besucherzentrums vom April 2020
Luftaufnahme des Rapunzel Besucherzentrums vom April 2020

Luftaufnahme des Rapunzel Besucherzentrums vom April 2020
Luftaufnahme des Rapunzel Besucherzentrums vom April 2020

Blick in die Zukunft mit einer Zeitkapsel

Grundsteinlegung leitet Hochbau des Besucherzentrums ein

[12.02.2020] Nach dem offiziellen Baubeginn Ende 2019 wurde dem Projekt am 12. Februar 2020 Leben eingehaucht. Einer alten Bautradition folgend wurde dafür ein Grundstein in den Boden eingelassen. Mit seiner Lage in der Mitte des Gebäudeumrisses befindet er sich im Herzen des Gebäudes, das in Legau entsteht.

Joseph Wilhelm selbst ließ den Grundstein aus Sichtbeton in ein Loch in der Erde ein. Das Besondere: Im Inneren befindet sich eine Weltkugel aus Metall. Diese Zeitkapsel umschließt Zeitgenössisches und Gegenstände aus der Firmengeschichte. Die Weltkugel hat für Rapunzel symbolischen Charakter und verdeutlicht den Glauben an eine gerechte und lebenswerte Welt, in der Globalität nicht als Bedrohung empfunden wird, sondern als Chance.

Zu den Anwesenden zählten Bauherrin und künftige Leiterin des Zentrums Seraphine Wilhelm, Rapunzel Geschäftsführer Joseph Wilhelm sowie Geschäftsführerin Margit Epple.

Außerdem waren u.a. Edwin Münsch von der Firma Filgis, Martin Haas vom Architektenbüro haascookzemmrich STUDIO2050, der Legauer Bürgermeister Franz Abele, Daniel Bracke von der Lerchenmüller GmbH, Monika Schulz von Transsolar sowie Rapunzel Mitarbeitende, darunter auch Kolleginnen und Kollegen von Rapunzel Türkei anwesend.

Der Grundstein des Rapunzel Besucherzentrums wurde am 12. Februar 2020 feierlich gelegt. Mit im Bild von links: Bürgermeister Franz Abele, Geschäftsführerin Margit Epple, Bauleiter Edwin Münsch, Projektleiterin Seraphine Wilhelm, Architekt Martin Haas sowie Geschäftsführer und Rapunzel Gründer Joseph Wilhelm.
Der Grundstein des Rapunzel Besucherzentrums wurde am 12. Februar 2020 feierlich gelegt. Mit im Bild von links: Bürgermeister Franz Abele, Geschäftsführerin Margit Epple, Bauleiter Edwin Münsch, Projektleiterin Seraphine Wilhelm, Architekt Martin Haas sowie Geschäftsführer und Rapunzel Gründer Joseph Wilhelm.
Der Grundstein des Rapunzel Besucherzentrums wurde am 12. Februar 2020 feierlich gelegt. Mit im Bild von links: Bürgermeister Franz Abele, Geschäftsführerin Margit Epple, Bauleiter Edwin Münsch, Projektleiterin Seraphine Wilhelm, Architekt Martin Haas sowie Geschäftsführer und Rapunzel Gründer Joseph Wilhelm.

Eine Weltkugel gefüllt mit symbolischen Gegenständen der Firmengeschichte von Rapunzel im Inneren des Grundsteins symbolisiert die gelebten Werte des Unternehmens.
Eine Weltkugel gefüllt mit symbolischen Gegenständen der Firmengeschichte von Rapunzel im Inneren des Grundsteins symbolisiert die gelebten Werte des Unternehmens.
Eine Weltkugel gefüllt mit symbolischen Gegenständen der Firmengeschichte von Rapunzel im Inneren des Grundsteins symbolisiert die gelebten Werte des Unternehmens.

Für die Nachwelt hält der Grundstein eine aktuelle Liste der Mitarbeiter von Rapunzel, einen Spielzeug-Bulli, Feigen aus der Türkei, eine Ausgabe des Rapunzel Magazins natur.post, den Bau- und den Architektenvertrag, einen One-World-Award-Pass, den Rapunzel Lieferantenpreis Goldene Haselnuss, ein Glas Samba und eines mit Kaffeebohnen, ein Genfrei-Gehen-Buch, den Rapunzel Nachhaltigkeitsbericht, ein Familienfoto sowie ein Foto, das die Gründerkinder Sebastian und Seraphine zeigt, eine Memminger Zeitung, ein Legauer Blättle und den Spiegel mit der aktuellen DANKE-Anzeige zur Stärkung des Fachhandels bereit.

Die Basis: Luftaufnahmen vom Fundament

vom Januar 2020

Der Bau des Rapunzel Besucherzentrums befindet sich in vollem Gang
Der Bau des Rapunzel Besucherzentrums befindet sich in vollem Gang

Der Bau des Rapunzel Besucherzentrums befindet sich in vollem Gang
Der Bau des Rapunzel Besucherzentrums befindet sich in vollem Gang

Der Bau des Rapunzel Besucherzentrums befindet sich in vollem Gang
Der Bau des Rapunzel Besucherzentrums befindet sich in vollem Gang

Spatenstich leitet Bau des Besucherzentrums ein


[28.11.2019] Der Spatenstich für das neue Besucherzentrum am 28. November 2019 ist ein großer Moment für Rapunzel. "Das Besucher­zentrum wird ein Ort der Lebens­freude, Kommunikation, Information und Wissens­vermittlung sein. Gleichzeitig bietet es Raum zum Einkehren, Einkaufen und Feiern", beschreibt Firmengründer und Geschäftsführer Joseph Wilhelm die Idee hinter dem geplanten Besucherzentrum.

Es geht darum, die Werte und Themen wie Menschlichkeit, Freude, Nachhaltigkeit und Bio-Landwirtschaft, für die Rapunzel steht, nach außen zu tragen. "Für uns ist das eine große Investition in die Zukunft, die nachhaltig und sehr lange wirken wird."
Gemeinsamer Spatenstich: Hans-Joachim Weirather, Franz Abele, Edwin Münsch, Martin Haas, Seraphine Wilhelm, Leonhard Wilhelm, Margit Epple, Joseph Wilhelm
Gemeinsamer Spatenstich: Hans-Joachim Weirather, Franz Abele, Edwin Münsch, Martin Haas,
Seraphine Wilhelm, Leonhard Wilhelm, Margit Epple, Joseph Wilhelm
Gemeinsamer Spatenstich: Hans-Joachim Weirather, Franz Abele, Edwin Münsch, Martin Haas, Seraphine Wilhelm, Leonhard Wilhelm, Margit Epple, Joseph Wilhelm

Das Bauvorhaben mit einem Volumen von rund 25 Millionen Euro netto ist die größte Einzel-Investition in der 45-jährigen Firmengeschichte von Rapunzel. Geplant ist ein dreigeschossiges Gebäude mit einem Museums- und Besucherkonzept auf rund 7560 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, in dem rund 50 neue Arbeitsplätze entstehen werden und rund 150.000 Besucher pro Jahr erwartet werden. Die Eröffnung ist für Herbst 2022 geplant.

Das Haus voller Entdeckungsmöglichkeiten vermittelt im Museums- und Ausstellungsbereich auf emotionale und erlebbare Weise Wissen rund um die Themen gesunde Ernährung und Ökologie. Weitere Bestandteile des Besucherzentrums werden eine Schaurösterei, Bio-Bäckerei, Bio-Supermarkt, Gastronomie zur gemütlichen Einkehr, Kochschule, Yogastudio und umfangreiche Freianlagen sein. Die Außenbereiche laden zum Entspannen oder zu einem Picknick auf dem Weg in den Süden ein.

"Unser Anspruch ist, dass dieses Besucherzentrum einen Aha-Effekt auslöst und vermittelt: Es gibt noch etwas anderes in dieser immer nüchterner werdenden Welt, in der es für Menschlichkeit und Freude immer weniger Raum zu geben scheint. Deshalb ist das Wichtigste bei diesem Vorhaben nicht das Objekt selbst. Es sind die Menschen, die es beleben und Rapunzel erlebbar machen", vertieft Joseph Wilhelm seine Gedanken zum Projekt.

Anspruchsvolle Architektur und geringer CO2-Abdruck


Die Architekten haascookzemmrich Studio 2050 schaffen mit ihren Plänen eine begehbare Gebäude­skulptur, welche bereits durch ihre Bauweise ökologische Kriterien integriert. Das ressourcen­schonende Bauen mit einer Rückbesinnung auf traditionelle Baumethoden zieht sich durch alle Ebenen.

Das tiefgezogene Dach mit glasierten Tonziegeln macht beispielsweise eine Klimaanlage überflüssig. Die möglichst regionalen Baumaterialien werden einer Öko-Bilanz unterzogen, um den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten.
© haascookzemmrich

© © haascookzemmrich
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„Mit diesem Haus bringen wir Menschen, Welt und Umwelt in Balance“, fasst Martin Haas die Ideen der Architekten zusammen. „Nachhaltigkeit sollte nicht über Verzicht kommuniziert werden, sondern über Lebensfreude. Die organische Form entspricht dem Kreislaufgedanken von Rapunzel, der optische Dreiklang des Gebäudes greift praktisch in die Natur hinein“.

Das Bauunternehmen Filgis aus Altusried wird das Gesamtprojekt bis Herbst 2022 für Rapunzel erstellen. Durch das Projekt entstehen auch rund 50 spannende neue Arbeitsplätze – ein weiterer Gewinn für die gesamte Region.
© haascookzemmrich

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Gestalten, was werden will ... Projektplanung & -details

  • Bauherr: Rapunzel Naturkost GmbH, Legau 
  • Projektleitung: Seraphine Wilhelm
  • Architekt: haascookzemmrich STUDIO2050, Stuttgart 
  • Generalunternehmer: Gebr. Filgis GmbH & Co. KG, Altusried
  • Spatenstich: 28.11.2019
  • Geplante Eröffnung: Herbst 2022
  • Bruttogeschossfläche (BGF): rund 7.560 m²
  • Bruttorauminhalt (BRI): ca. 31.400 m³
  • Geschosse: UG, EG, 1. und 2. OG
  • Erwartete Besucherzahl pro Jahr: 150.000 
  • Geschaffene Arbeitsplätze: ca. 50
Jedes Essen zählt!

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