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Pestizid-Omnibus-Gesetz: Ein Rückschritt für die Bio-Landwirtschaft

Der geplante Pestizid-Omnibus der EU würde bestehende Schutzstandards im Pestizidrecht abschwächen. Wir sprechen uns klar gegen weniger Kontrolle und für eine Landwirtschaft ohne Pestizide aus.

Pestizid-Omnibus-Gesetz: Ein Rückschritt für die Bio-Landwirtschaft

Die EU-Kommission plant mit dem sogenannten Food and Feed Safety Simplification Omnibus ein Paket von Gesetzesänderungen, die zentrale Schutzregeln im Pestizidrecht aufweichen sollen. Anstatt den Einsatz giftiger Ackergifte zu reduzieren, würden im Rahmen dieses Gesetzes unter anderem regelmäßige Risikoprüfungen abgeschafft und Pestizid-Zulassungen faktisch dauerhaft gemacht – ohne verpflichtende Neubewertung durch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse.

Ein gemeinsam von Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen beauftragtes juristisches Gutachten kommt zu dem klaren Ergebnis: Der Entwurf verstößt gegen EU-Recht und das Vorsorgeprinzip, das Menschen und Umwelt vor schädlichen Stoffen schützen soll.

Für uns bedeutet das:

  • Ein Rückschritt beim Schutz von Böden, Gewässern, Insekten und biologisch erzeugten Lebensmitteln.

  • Eine Gefährdung der Gesundheit von Landwirt:innen, Anwohner:innen und Verbraucher:innen durch weniger strenge Kontrollen.

  • Eine direkte Benachteiligung ökologischer Landwirtschaft, die ohne chemische Pestizide auskommt.

Pestizide stoppen nicht an Feldrändern – sie gelangen in die Luft, ins Wasser und auf Bio-Felder und bedrohen Artenvielfalt, Bienen, Lebensmittel und letztendlich auch unsere Gesundheit. 

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Menschen im Schutzanzug, die Pflanzengifte auf dem Acker versprühen

Der Abbau von Pestizidschutzstandards ist aus unserer Sicht nicht verantwortbar. Studien belegen, dass wir 75% der Biomasse fliegender Insekten verloren haben. Statt Schutzstandards abzubauen, brauchen wir verbindliche Maßnahmen zur Reduzierung von Pestiziden – und zwar schnell, effektiv und wissenschaftlich fundiert. Landwirtschaft, die im Einklang mit Natur, Klima und Gesundheit steht, darf nicht durch lobbygetriebene Gesetzespakete aufs Spiel gesetzt werden.