

Mango – Warenkunde rund um Anbau, Verarbeitung, fairer Handel und Verwendung
Mangos gehören zu den beliebtesten Tropenfrüchten – ob frisch, im Müsli oder getrocknet. Bei Rapunzel stammen die getrockneten Mangos aus einer besonderen Partnerschaft: Seit 2001 arbeiten wir mit unserem HAND IN HAND-Partner Burkinature zusammen und waren damals der erste Kunde. Für die Rapunzel Mangos arbeitet Burkinature mit vier Trockner- und fünf Produzentengruppen zusammen. Alle sind Bio- und HAND IN HAND-zertifiziert.
- Vom HAND IN HAND-Partner Burkinature in Burkina Faso
- Aromatische Sorte Brooks und Lippens
- Schonend verarbeitet und direkt vor Ort abgepackt
- Wertschöpfung bleibt im Herkunftsland
- Bio-zertifizierter Anbau in kleinen Parzellen
- Seit 2001 Teil der HAND IN HAND-Partnerschaft
- Vielseitig verwendbar: roh, im Müsli oder Mangoeis
Wo wachsen Mangos für Rapunzel?
Burkinature hat seinen Sitz in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos. Ein weiteres Büro liegt in Bobo-Dioulasso, dem Zentrum des Mango-Anbaus. Rund um die Stadt prägen unzählige Mangobäume die Landschaft.
Mit Beginn der Regenzeit im Juni startet die Mango-Ernte – gleichzeitig werden regionale Kulturen wie Hirse, Reis, Mais und Bohnen ausgesät, die für den Eigenbedarf und den lokalen Markt bestimmt sind.
Die Landwirtschaft ist für viele Familien in Burkina Faso die wichtigste Lebensgrundlage. Die Verarbeitung und der Export von Mangos schaffen zusätzliche Einkommensmöglichkeiten – daher haben sich in der Region Trocknergruppen für Mangos organisiert.
Für Rapunzel verarbeitet das Export-Unternehmen Burkinature vor allem Mangos der Sorte Brooks. Sie ist eine späte Sorte, die von Juni bis August geerntet wird. Ihr intensiv aromatisches Fruchtfleisch macht sie besonders beliebt und sie hat sich als „die“ Sorte für den Export als Trocken-Mango durchgesetzt. Mehrmals pro Woche pflücken Ernte-Teams die reifen Mangos. Darüber hinaus bezieht Rapunzel auch die Sorte Lippens. Sie wird im Zeitraum von Mai bis Juni geerntet.
Die Mangobäume wachsen in kleinen Parzellen von durchschnittlich zwei Hektar. Das Jahr über fallen typische Arbeiten an: Baumschnitt, Mulchen und Kompostierung, Kontrolle der Früchte auf Schädlingsbefall sowie das Anlegen neuer Pflanzungen. Die einzelnen Produzenten sind in mehreren Gruppen organisiert, die über Burkinature bio-zertifiziert sind.

Vom Baum bis in die Trocknung
Die Ernte-Teams bringen die gepflückten Mangos zur jeweiligen Trocknergruppe. Dort:
werden sie auf ihre Qualität geprüft,
für einige Tage gelagert, um vollständig auszureifen,
gewaschen, geschält und in Scheiben geschnitten.
Die frischen Mangostreifen werden anschließend auf Trockengitter gelegt und 24 Stunden lang schonend getrocknet. Nur die leuchtend gelb-orangenen Stücke kommen weiter – alles andere wird aussortiert.
Frauenprojekte mit starker Wirkung
Während die Arbeit in den Parzellen meist in Männerhand liegt, sind in den Trocknergruppen überwiegend Frauen tätig. Viele Gruppen sind bewusst als Frauenprojekte entstanden – um Einkommen, Stabilität und neue Perspektiven zu schaffen.
Eine dieser Gruppen ist AVOH – Association des Veuves et Orphelins du Houet. Sie besteht aus Witwen und Waisen, die neben Mangos auch weitere Produkte wie Mango-Saft und -Seife herstellen. Nach der Mango-Saison bietet AVOH Lese-, Schreib- und Rechenkurse an. Das ermöglicht Mitgliedern neue Chancen – besonders wichtig in einem Land, in dem Unterrichtsmaterialien für viele Familien schwer zu finanzieren sind.


Unterstützt durch HAND IN HAND
Ein zentrales Anliegen der Trocknergruppen ist es, auch außerhalb der recht kurzen Mango-Saison Einkommensmöglichkeiten für die Frauen zu schaffen. Daher wurden seit 2008 immer wieder Projekte über den HAND IN HAND-Fonds gefördert. Dazu gehören etwa die Errichtung eines Mikrofinanz-Fonds. Aus diesem Fonds werden Kleinkredite für Frauen der Trocknergruppen ermöglicht, die mit dieser Hilfe Kleinstunternehmen starten können. Die Anschub-Finanzierung erfolgte über den HAND IN HAND-Fonds mit jeweils 5.000 €.
Andere vom HAND IN HAND-Fonds geförderte Projekte hatten zum Beispiel Schulungen im Bio-Landbau und der ökologischen Bewirtschaftung zum Inhalt. Nach einem Brand 2016 half der Fonds, in neue und unfallsicherere Trockner zu investieren.
Rapunzel zahlt seit 2022 die HAND IN HAND-Spende (früher HAND IN HAND-Fonds) an die RAPUNZEL Eine Welt Bio-Stiftung.
Ein anderes brisantes Thema ist die Gesundheitsversorgung in Burkina Faso. Die gesetzliche Sozialversicherung umfasst nur die Rentenversicherung für Festangestellte. Eine gesetzlich vorgeschriebene Krankenversicherung gibt es nicht.
Burkinature und einige Trocknergruppen haben daher eigene Versicherungs-Systeme aufgestellt, um die ärztliche Grundversorgung der Arbeiter sicherzustellen. AVOH hat beispielsweise mit den HAND IN HAND-Prämien, die alle HAND IN HAND-Lieferanten von Rapunzel erhalten, eine ärztliche Untersuchung aller Mitarbeiter vor der Mango-Saison finanziert. Zusätzlich wurde eine private Krankenversicherung für alle Mitarbeiter eingerichtet.

