Assukkar – Bio‑Vollrohrzucker aus eigener Wertschöpfung

Assukkar ist ein Familienunternehmen in Costa Rica: Die Familie Ortuño betreibt Anbau und Verarbeitung von Zuckerrohr auf der eigenen Plantage. Rund 200 Mitarbeitende sind fest angestellt. Rapunzel bezieht seit 1996 Rapadura Vollrohrzucker von Assukkar; seit 1999 ist Assukkar Teil des HAND IN HAND‑Programms. Neben der Herstellung spielt die Art der Bewirtschaftung eine zentrale Rolle: Anbau, Ernte und Verarbeitung sind so organisiert, dass Rohstoffkreisläufe genutzt und Arbeitsabläufe klar strukturiert sind.

Illustration einer Zuckerrohrpflanze.

Wo unsere Rohstoffe wachsen

Bio-Anbau in Costa Rica

Auf der Plantage in Costa Rica wird Zuckerrohr in einem Wechselanbau kultiviert: Zuckerrohr steht in der Regel mehrere Jahre auf dem Feld und wird mit Bohnen, Brache oder Grünland ergänzt. Diese Fruchtfolge ist Teil der Bewirtschaftung, die auf stabile Böden und eine langfristige Nutzung der Flächen ausgerichtet ist.

Ein Zuckerrohrfeld in Costa Rica. Leicht darunter eine illustrierte Landkarte von Costa.

Anbau, Verarbeitung & Zusammenarbeit

Nährstoffkreisläufe: Kompost aus der eigenen Verarbeitung

Assukkar betreibt eine eigene Anlage zur Herstellung von biologischem Dünger: Dafür werden organische Nebenprodukte aus der Zuckerrohr‑Verarbeitung – etwa Faser und Asche – kompostiert und anschließend für die Düngung der Felder eingesetzt. In Kombination mit Kompostwirtschaft und Viehwirtschaft wird so ein Nährstoffkreislauf unterstützt, der im Betrieb praktisch verankert ist.

Eine Landschaftsaufnahme von einem Zuckerrohrfeld.
Ein Porträtbild von einem Vorarbeiter in den Verarbeitungsanlagen von Assukkar.

Herkunft, Rohstoff & Partnerschaft

Nährstoffkreislauf schafft Sicherheit

Im Zuckerrohr steckt der Zucker vor allem im Stängel: In den saftführenden Halmen lagert die Pflanze den Zucker ein, den sie über ihre grünen Blätter bildet. Mit zunehmender Reife konzentriert sich der Zuckergehalt besonders in den unteren Stängelabschnitten – genau deshalb spielt der Erntezeitpunkt eine so wichtige Rolle. 

Für die Ernte werden die Halme knapp über dem Boden geschnitten und die zuckerärmeren Blätter sowie die Spitze getrennt: So bleibt der zuckerreiche Teil des Zuckerrohrs im Fokus und kann anschließend zügig weiterverarbeitet werden.

  • Eine Gruppe von Zuckerrohrbauern bei der Ernte auf dem Feld.
    Anbau: Bio-Zuckerrohr wird als Teil der betrieblichen Fruchtfolge im Wechsel mit Bohnen, Brache oder Grünland angebaut – sieben Jahre steht Zuckerrohr in der Regel auf dem Feld.
  • Ein weitreichendes Zuckerrohrfeld, das mit dem eigenen Dünger gedüngt worden ist.
    Kompost: Assukkar unterhält eine eigene Anlage zur Herstellung von biologischem Dünger. Dieser wird aus kompostierten organischen Abfall-Produkten der Zuckerrohr-Verarbeitung wie Faser und Asche hergestellt und wird für die Düngung aller Felder verwendet.
  • Das geerntete Zuckerrohr wird auf Transporter beladen. Gut sichtbar ist die Länge des Zuckerrohrs.
    Ernte ohne Abbrennen: Der Erntezeitpunkt richtet sich nach Zuckergehalt und Reifegrad. Bei Assukkar wird das etwa zwei Meter hohe Zuckerrohr nicht wie beim konventionellen Anbau üblich vor der Ernte abgebrannt, sondern von Hand geschnitten. Die Halme werden dabei direkt über dem Boden und unterhalb der zuckerarmen Blattkrone abgetrennt.
  • Ein sattes grünes Feld, das zeigt, wie sinnvoll die Rückführung organischer Masse ist.
    Mulch auf dem Feld: Bei der Ernte bleiben die Blätter als Mulch auf dem Feld zurück. Sie dienen als Erosionsschutz und Gründünger – also als Rückführung organischer Masse. Dieses Ernte-Verfahren regeneriert den Boden, schont Tiere und Umwelt.
  • Ein Lkw bei der Anlieferung von Zuckerrohr in den Verarbeitungsbetrieb.
    Verarbeitung: Das Zuckerrohr wird gepresst und der dabei gewonnene Zuckerrohrsaft wird in einer Verdampfungsanlage eingedickt und anschließend so lange gerührt, bis die Masse auskristallisiert. Zum Schluss wird die Masse vermahlen. Die gesamte Verarbeitung erfolgt schonend, damit die Mineralien des Zuckerrohrs erhalten bleiben.

Hand in Hand im Arbeitsalltag

Assukkar ist nicht nur Produzent, sondern auch Arbeitgeber in der Region. Die Familie Ortuño unterstützt Mitarbeitende und ihre Familien seit vielen Jahren – unter anderem über Löhne, die über dem nationalen Mindestlohn liegen, sowie über Angebote wie eine Schulförderung für Kinder. Im Kontext von HAND IN HAND steht dabei nicht ein einzelnes Versprechen im Vordergrund, sondern eine langfristige Zusammenarbeit und die Frage, wie Stabilität in einer Lieferbeziehung praktisch wird: verlässliche Abnahme, planbare Rahmenbedingungen und ein Betrieb, der soziale Leistungen in seine Organisation integriert.

Ein bunter Kinderspielplatz im Grünen.