CCF – Bio‑Datteln aus Tunesien

CCF (Centre de Conditionnement de Fruits) liefert seit 2003 Datteln und Dattelprodukte an Rapunzel; seit 2012 gehört der Betrieb zum HAND IN HAND‑Programm. Der Anbau erfolgt auf eigenen Parzellen sowie mit fünf weiteren Produzenten; die Verarbeitung findet im eigenen Betrieb in Douz statt. Damit bleiben wesentliche Schritte der Wertschöpfung im Ursprungsland – vom Ernten bis zur Herstellung von Dattelpaste, Sirup und Dattelsüße.

Drei Datteln gestapelt.

Wo unsere Rohstoffe wachsen

Bio-Anbau am Rand der Sahara

Die Parzellen liegen am Rand der Sahara bei Douz. CCF hat sich auf die Sorte Deglet Nour spezialisiert – eine in Nordafrika verbreitete Premiumsorte mit golden bis bernsteinfarbenen Früchten und festem Fruchtfleisch. Die Bewirtschaftung setzt auf organische Düngung (u. a. Kompost und Mist aus eigener Schafherde) und ein Bewässerungssystem mit Solarpanels.

Dattelbauer mit Kiste frisch geernteter Datteln in einer Parzelle von CCF.

Anbau, Verarbeitung & Zusammenarbeit

Zum Ernten geht es auf die Palme

Im Anbau werden die Fruchtstände zum Schutz vor Schädlingen eingetütet – eine etablierte Methode etwa gegen die Fruchtfliege. Geerntet wird im September/Oktober, oft per Aufstieg auf die Palme. Die Trauben werden mit der Sichel geschnitten, übergeben und auf Rispen vorgeschnitten.

Im Verarbeitungsbetrieb in Douz erfolgt zunächst Schockgefrieren, Sortieren und Einlagerung im Kühllager. Die weitere Verarbeitung läuft ganzjährig: Waschen, Pasteurisieren, Trocknen, Hand‑Sortierung, Entkernen und Verpacken. Ein Großteil der Belegschaft in der Produktion sind Frauen – die Arbeitsplätze sind sozialversichert organisiert.

Ein Dattelbauer, der eine Palme hochgeklettert ist, um dort die Früchte mit einer Sichel zu schneiden.
Frauen bei der Verarbeitung der geernteten Datteln in einer Produktionsstätte.

Herkunft, Rohstoff & Partnerschaft

Mehr Wertschöpfung vor Ort

„Als HAND IN HAND-Partner sind wir und Rapunzel ein Team“, fasst Samia Chibani, Leiterin von CCF, den bio-fairen Handel mit dem Naturkosthersteller zusammen. Die Dattelhaine auch für die kommenden Generationen zu pflegen, lohnt sich für die Bauern; und Frauen ohne anderweitige Beschäftigungschance erhalten bei CCF eine feste und sozialversicherte Arbeit. 

Und so sind die ökologisch angebauten und fair gehandelten Datteln eben mehr als nur süße Früchte für Genießer auf der anderen Seite des Mittelmeers.

  • Ein Fruchtstand von Datteln der Sorte Deglet Nour.
    Herkunft & Sorte: Deglet Nour aus Douz – eine in Nordafrika verbreitete Dattelsorte mit festem Biss und bernsteinfarbenem Ton. Sie wird auch Königin der Datteln genannt.
  • Baby-Ziege, die den organischen Dünger produziert, auf dem Gelände von CCF.
    Düngung & Bewässerung: Gedüngt werden die Dattelpalmen mit Kompost und aus Mist von der eigenen Schafherde. Ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem, betrieben von Solarpanelen, versorgt die Dattelplantagen mit dem benötigten Wasser.
  • Fruchtstände von Datteln, die an Palmen hängen und mit Plastiktüten umwickelt sind.
    Schutz im Anbau: Der bedeutendste Schädling für die Dattel im Anbbau ist die Fruchtfliege. Gegen diese hilft es, die Fruchtstände mit Platiktüten zu überziehen. Das sieht sonderbar aus, schützt jedoch effektiv vor Schädlingsbefall.
  • Ein Dattelbauer, der eine Palme hochgeklettert ist, um dort die Früchte mit einer Sichel zu schneiden.
    Ernte: Ernte Sept/Okt: Zur Ernte klettern die Arbeiter auf die Dattelpalmen, schneiden die Fruchtstände mit einer Sichel ab und reichen sie ihren Kollegen hinunter. Diese schneiden die einzelnen Rispen ab und nehmen eine erste Qualitätssortierung der Früchte vor.
  • Ein Einblick in die Verarbeitung von CCF. Frauen nehmen dort die einzelnen Arbeitsschritte bei der Verarbeitung der Datteln vor.
    Verarbeitung in Douz: Die Datteln werden in Kisten nach Douz transportiert. Dort werden sie zunächst schockgefroren, sortiert und in einem Kühllager gelagert. Die weitere Verarbeitung – Waschen, Pasteurisieren, Trocknen, Sortieren von Hand, Entkernen und Verpacken – erfolgt kontinuierlich über das ganze Jahr hinweg.
  • Frauen, die in der Verarbeitungshalle von CCF sitzen und die Datteln sortieren und weiterverarbeiten.
    Arbeit & Struktur: In der Verarbeitungsanlage von CCF sind überwiegend Frauen beschäftigt. Sie sind alle sozialversichert. Der eigene Verdienst stärkt die Stellung der Frauen, die im Städtchen ansonsten oftmals keine Anstellung finden würden.

Gemeinsam mit HAND IN HAND

Die HAND IN HAND‑Prämie wird gemeinsam geplant – mit Belegschaft und Erzeugern. Ein Beispiel ist der kostenlose Werksbus, der den Weg zur Fabrik erleichtert. Weitere Maßnahmen betreffen Arbeitsumfeld und soziale Angebote (z. B. Kantine, Trinkwasser, medizinische Sprechstunde). Auch Bauern profitieren: Geplant ist eine Werkzeug‑Genossenschaft, über die Feldwerkzeuge gemeinschaftlich bereitstehen. Die Zusammenarbeit umfasst zudem fachliche Beratung – etwa bei der Planung und technischen Ausstattung für neue Produktlinien.

So entsteht eine Partnerschaft mit klaren Rollen: Anbau und Verarbeitung in Douz, langfristige Abnahme über Rapunzel – und Entscheidungen zu Prämienprojekten vor Ort.

Samia Chibani steht mit einer Mitarbeiterin vor dem Werksbus auf dem ein HAND IN HAND-Logo abgebildet ist.

Frauen stärken, Wertschöpfung ausbauen – gemeinsam mit HAND IN HAND

CCF wurde von Samia und Slaheddine Chibani aufgebaut; seit 2017 führt Samia Chibani das Unternehmen allein weiter. Parallel zum Dattelverkauf hat CCF die Weiterverarbeitung vor Ort ausgebaut – u. a. mit Mühle für Dattelsüße und Technik für Dattelpaste. Das schafft zusätzliche Arbeitsschritte in Douz und bindet qualifiziertes Personal.

Firmengründerin Samia Chibani mit einem HAND IN HAND-Schild im Tropenhaus bei Rapunzel in Legau.