ANEI – Bio-Kaffee aus der Sierra Nevada de Santa Marta

ANEI ist eine Kooperative aus dem Norden Kolumbiens – aus der Bergregion der Sierra Nevada de Santa Marta. Hier verbinden sich indigene Tradition, gemeinschaftliche Organisation und professioneller Kaffeeanbau. Die Zusammenarbeit mit Rapunzel ist in den letzten Jahren gewachsen und wird im Rahmen der HAND IN HAND‑Partnerschaft weiterentwickelt. Denn: Herkunft wird hier greifbar: von Höhenlagen, Anbaumethoden und Verarbeitung bis zu den Menschen hinter dem Kaffee.

Wo unsere Rohstoffe wachsen

Bio-Anbau im Norden Kolumbiens

Rund um Valledupar liegen Anbauflächen in Höhenlagen um etwa 1.600 Meter. Kühle Nächte und sonnige Tage prägen die Reifezeit der Kaffeekirschen – ein Faktor, der in vielen Hochlandregionen für differenzierte Aromaprofile geschätzt wird.

Anbau, Verarbeitung & Zusammenarbeit

Verwurzelt in Kultur – klar in den Prozessen

Vor Ort zeigt sich ANEI als Kooperative, die von indigener Kultur geprägt ist: Kleidung, Rituale und gelebte Tradition gehören zum Alltag. Gleichzeitig ist die Organisation modern aufgestellt – mit klaren Abläufen, Schulungen und dokumentierten Prozessen. Im Anbau setzt ANEI auf Agroforststrukturen: Schattenbäume, Vielfalt auf der Fläche und Pflege der Böden gehören zum System. So entsteht ein Anbau, der nicht auf Monokultur ausgerichtet ist, sondern auf ein stabil angelegtes Zusammenspiel mehrerer Pflanzen und Bewirtschaftungsformen.

Zwei Hände, die frische rote Kaffeekirschen halten.
 Eine Frau, Teil des Qualitätsteams der Organisation, beim sogenannten Cupping.
Arabica Rohkaffee HAND in HAND
Portrait
Name: ANEI
Produkt: Arabica Rohkaffee
Land: Kolumbien
Programm: HAND in HAND
Region: Sierra Nevada de Santa Marta (Norden Kolumbiens)
HAND IN HAND-Partnerschaft seit: 2021
Besonderheit: Anbau auf höchstem Küstengebirge der Welt & Mikroklimata ermöglichen unterschiedliche Geschmacksprofile

Herkunft, Rohstoff & Partnerschaft

Agroforst statt Monokulturen

Zwischen Nebel und sattgrünen Berghängen entsteht in der Sierra Nevada de Santa Marta ein Kaffee, dessen Qualität weit über das Produkt hinausgeht. Hinter jeder Bohne stehen Menschen, Landschaften und Entscheidungen, die den Anbau prägen – von der Organisation in der Kooperative bis hin zu den Bedingungen vor Ort. Die folgenden Einblicke zeigen, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und wie sie zusammenwirken. Eine prägende Rolle spielt dabei Aurora, die Gründerin der Kooperative. 

Mit ihrer Entscheidung, nach dem Studium in ihre Heimat zurückzukehren, hat sie den Aufbau von ANEI maßgeblich vorangetrieben. Ihr Ansatz verbindet fachliches Wissen mit den Bedürfnissen der Gemeinschaft – und schafft so Perspektiven, die über den Kaffeeanbau hinausreichen. Bis heute ist sie eng in die Arbeit eingebunden und steht sinnbildlich für die Entwicklungskraft, die aus der Kooperative selbst entsteht.

  • Ein traditioneller Kaffeebauer beim Blick über das weite und grüne Hochland.
    Herkunft & Höhenlage: Vier indigene Gemeinschaften arbeiten in der kolumbianischen Kooperative ANEI zusammen. Ihr Ziel ist es, in der Sierra Nevada de Santa Marta nachhaltigen und fairen Kaffeeanbau im Einklang mit der Natur zu betreiben. Die Hochlandlagen um Valledupar prägen dabei Klima und Reife der Kirschen.
  • Ein blühender Kaffeestrauch in einem Dickicht aus Grün.
    Agroforst statt Monokultur: Agroforstsysteme strukturieren die Felder: Schattenbäume, Diversität, Kompostwirtschaft – ein Zusammenspiel, das Erosion mindert, Wasserkreisläufe stützt und die Kaffeepflanzen widerstandsfähiger macht.
  • Eine Kaffeebäuerin beim Wenden von Kaffeebohnen, die in einem Trocknungstunnel liegen.
    Geschmack – nie „nur Kaffee“: Je nach Lage, Mikroklima und Höhe entfalten sich unterschiedliche Profile: von zart floralen Noten bis zu dichten, schokoladigen Tönen. Anei arbeitet mit vielen Landwirten und deren Anbauflächen in verschiedenen Höhenlagen zusammen und verfügt somit über eine große Palette an sensorischen Charakteren.
    ©ANEI
  • Die Gründerin von Anei beim Ernten von Kaffeekirschen an einem Strauch.
    Führung & Aufbauarbeit: Im Zentrum steht Aurora als Gründerin und Leitung von Anei. Sie war die erste Frau im Dorf, die Landwirtschaft studieren konnte – kehrte zurück, statt wegzugehen, und setzte ihr Wissen ein, um die Kooperative aufzubauen. Bis heute kommen junge Menschen nach Studium und Ausbildung zurück, bringen Expertise mit und entwickeln Anei weiter.
  • Ein Gruppenfoto auf dem sowohl traditionelle Bauern als auch Mitarbeitende von Rapunzel zu sehen sind.
    Transparenz in der Zusammenarbeit: Besuche und Audits gehören zur Partnerschaft: Arbeitsbedingungen auf Plantagen, Lebensumfeld der Arbeiterinnen und Arbeiter, Umsetzung der Bio-Richtlinien werden dabei systematisch geprüft.
  • Eine Gruppe von Bauern wird von einer Mitarbeiterin von Anei geschult.
    Hand in Hand – weitergedacht: Die Mitglieder von Anei erhalten Vorauszahlungen für ihre Ernte und bei Bedarf Mikrokredite. Auch Schulungen, Weiterbildungen und soziale Projekte ermöglichen die Prämiengelder. So kann Anei einen ihrer Schwerpunkte konsequent verfolgen: Die Ernährungssicherung für die Bevölkerung, zum Beispiel durch den Anbau heimischer Lebensmittel.
    ©ANEI

Fairer Handel in der Praxis: Spielraum für Entwicklung

Partnerschaftlicher Handel mit Kaffee schafft Chancen über die Ernte hinaus. In Kooperativen bedeutet das: verlässlichere Planung, mehr Mitbestimmung und Projekte, die Mitglieder gemeinsam priorisieren. Bei ANEI fließen Mittel in Alltagsnähe: Weiterbildung, Organisation, Infrastruktur sowie Angebote, die Familien spürbar entlasten. So wird Handel zur Zusammenarbeit mit Kontinuität. Langfristiges Engagement statt einzelner Projekte schafft Verlässlichkeit für Erzeuger und Region.

Drei Kaffeebauern halten roten Kaffeekirschen in den Händen.

Frauen stärken, Kultur bewahren

In den indigen geprägten Regionen der Sierra Nevada ist Kultur Teil des Alltags – und der Arbeit der Kooperative. Frauen spielen dabei eine zentrale Rolle: in Familien, Gemeinschaften und im Kaffeeanbau. ANEI stärkt sie mit Qualifizierung, Austausch und Beteiligung – durch Trainings, verantwortungsvolle Aufgaben und Initiativen, die ihre Arbeit sichtbar machen. Zugleich hält kulturelle Selbstbestimmung Sprache, Werte und Wissen lebendig. So treffen Tradition und Organisation zusammen: verwurzelt in der Kultur, klar in den Strukturen.

Eine Gruppe jubelnder Frauen zwischen gestapelten Kaffeesäcken.