Landwirt im Haferfeld, dahinter Wiesen und Wälder.

Hafer
aus Süddeutschland

Haferbauer im Portrait: Heimische Haferflocken von der Schwäbischen Alb

Haferflocken sind ein echter Klassiker – pur mit Joghurt oder Milch oder als Basis für viele Müslis. Das Getreide für Rapunzel Müslis stammt aus heimischem Anbau. Einer der Haferbauern ist Lothar Braun-Keller im Südwesten der Schwäbischen Alb.

Wo unsere Rohstoffe wachsen

Heimischer Hafer für Rapunzel Müslis

Rapunzel bezieht Flocken aus heimischem Anbau. Ein Teil der Rapunzel Haferflocken kommt von Bio-Landwirten auf der Schwäbischen Alb – darunter auch vom Betrieb von Lothar Braun-Keller im Südwesten der Region. Hafer hat hier eine lange Tradition: Früher weit verbreitet, wurde er später von ertragreicheren Kulturen verdrängt. Mit dem ökologischen Landbau ist Hafer zurück auf den Feldern. Verlässliche Abnahme, partnerschaftliche Zusammenarbeit und langfristige Verträge sichern die Warenverfügbarkeit und unterstützen die Planbarkeit im Anbau.

GESCHICHTE & LANDWIRT IM PORTRAIT

Vom Feld bis zu Rapunzel

Bei der Vermarktung seines Getreides setzt Lothar Braun-Keller auf gemeinschaftliche Strukturen. In den 1990er-Jahren entstanden in Baden-Württemberg Erzeugergemeinschaften, so auch die Rebio in Tübingen. Als Dachverband fungiert die Bioland-Handelsgesellschaft.

Rebio betreut Bio-Betriebe vom Bodensee über den Schwarzwald bis nach Stuttgart. Die Organisation übernimmt Lagerung, Transport und Vermarktung des Getreides. Für die Landwirte bedeutet das Planungssicherheit und klare Absatzwege.

Portraitaufnahme von einem Haferbauer mit Haferhalmen in der Hand. Haferflocken
Portrait
Name: Bäumlehof & Leibertinger Biohöfe
Produkt: Haferflocken
Land: Deutschland
Region: Schwäbische Alb
Besonderheit: Organisiert über Erzeugergemeinschaft Rebio

ANBAU, ROHSTOFF, ERNTE & HERSTELLUNG

Was Hafer braucht: Feuchtigkeit, Timing und guter Boden

Hafer stellt besondere Anforderungen an Klima und Anbau. Im Frühjahr ist ausreichend Feuchtigkeit entscheidend für das Wachstum. In trockeneren Sommern konzentriert sich die Pflanze stärker auf die Kornbildung – die Halme bleiben kürzer, während sich die Energie im Korn bündelt. Der Erntezeitpunkt ist entscheidend: Wird Hafer zu spät geerntet, steigt die Anfälligkeit für Pilze. Daher erntet Lothar Braun-Keller bewusst etwas früher.

Die Böden auf der Schwäbischen Alb sind anspruchsvoll: Oft liegt nur eine dünne Humusschicht über Gestein. Um die Bodenfruchtbarkeit zu fördern, setzt der Betrieb auf eine vielfältige Fruchtfolge. Zwei Jahre lang kommt zunächst Kleegras mit viel Luzerne auf den Acker. 

Im Spätwinter wird dieses Leguminosengemenge mit dem Pflug oder Grubber in den Boden eingearbeitet. Im dritten Jahr wird der Hafer ausgesät, relativ früh, meist schon Mitte März. Auf Hafer folgen weitere Kulturen wie Weizen, Dinkel, Braugerste, Triticale und Wintergerste. 

Das geerntete Korn kommt vom Hof ins Lager von Rebio. Anschließend wird es zur Mühle gebracht und dort zu Mehl oder Flocken verarbeitet. Abschließend folgt der Weg von der Mühle zu Rapunzel in Legau, wo zum Beispiel Haferflocken mit anderen Bio-Zutaten zu feinen Müslis gemischt und abgepackt werden.
 

Haferbauer sitzt in Feld mit Grünland.

Um die Bodenfruchtbarkeit zu fördern, setzt Lothar Braun-Keller auf eine vielfältige Fruchtfolge.

Kleegras mit lila Blüte in zwei Händen.

Kleegras und Luzerne bereiten den Boden vor, bevor Hafer ausgesät wird – meist schon im März.

Mähdrescher auf Haferfeld.

Der Erntezeitpunkt ist entscheidend: Wird Hafer zu spät geerntet, steigt die Anfälligkeit für Pilze. Daher erfolgt die Ernte bewusst etwas früher.

Darstellung der abwechslungsreichen Fruchtfolge des Bodens.

Auf Hafer folgen weitere Kulturen wie Weizen, Dinkel und Braugerste. Diese abwechslungsreiche Fruchtfolge trägt zur Pflege der Böden bei.

Mehrkopfwage mit Flocken.

Bei Rapunzel in Legau werden Haferflocken mit anderen Bio-Zutaten zu feinen Müslis gemischt und abgepackt.

Bio beginnt bei der Samensorte

Auf dem Bäumlehof werden überwiegend ökologisch gezüchtete Hafersorten wie Sinaba und Kaspero angebaut. Diese Sorten stammen aus der Züchtungsarbeit der Landbauschule Dottenfelderhof. Sinaba ist ein Weißhafer mit großen Körnern, Kaspero ein Gelbhafer mit etwas kleinerem Korn. 

PHILOSOPHIE

Über Bio hinaus

Seit 1989 bewirtschaftet Lothar Braun-Keller seinen Hof nach ökologischen Kriterien. Landwirtschaft versteht er als Teil eines größeren Ganzen. „Es ist ja nicht Bio per se immer gut und konventionelle Landwirtschaft generell schlecht. Da muss man ganz genau hinschauen. Und vor allem: Nur zusammen können wir etwas bewirken, um eine lebenswerte Welt zu erhalten“, betont er. „Vielleicht müssen wir über den ökologischen Gedanken hinausgehen. Für mich geht es um ein harmonisches Zusammenleben der gesamten Schöpfung. Sozialer und ökologischer Frieden – das gelingt nur im Miteinander und ist eine wichtige Voraussetzung, damit wir in Frieden leben können“, sinniert Lothar Braun-Keller. 

Haferbauer Lothar Braun-Keller

Für mich geht es um ein harmonisches Zusammenleben der gesamten Schöpfung.