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"It’s all about … Externalisierung"


Kartoffelkombinat-Mitbegründer Daniel Überall und Tanja Raasch (IHA) zeigten in ihrem Vortrag bei Rapunzel die Verflechtungen von Migration und globalem Handel – und was wir alle tun können.
"Man kann an der Politik von Aldi alles ableiten, was schief läuft." Sehr frisch und streitbar legte Daniel Überall in seinem Vortrag am 20. April 2017 bei Rapunzel Naturkost den Finger in die allzu oft verdrängte Wunden unserer globalisierten Gesellschaft. Denn letztlich geht es dabei immer um Externalisierung – also die Verlagerung von (privaten) Kosten an die Gemeinschaft. Sei es räumliche Externalisierung wie durch Ausbeutung oder Umweltverschmutzung in anderen Weltregionen oder zeitliche Externalisierung, in die Zukunft, durch Ressourcenverbrauch, Bodenvernichtung oder Atommüll.

Über eine Reihe der gewichtigsten Herausforderungen unserer Zeit spannten Daniel Überall und Tanja Raasch ihren Vortrag auf: von Lebensmittel­verschwen­dung über Klimawandel bis zu den millionenfachen Flüchtlingen weltweit. "Wir sehen zwei weiße Flecken: den Alpenhauptkamm – und den auch nicht mehr lange – und die Treibhausflächen um Almería." Das zeigte ein Screenshot von Europa auf Google Earth. Ein Musterbeispiel von Externalisierung: Gemüse in deutschen Supermärkten entsteht unter Ausbeutung sklavenähnlicher nordafrikanischer Arbeiter und der begrenzten Grundwasserspeicher der Region im spanischen Almería. Das böse Ende ist vorprogrammiert.

Gemeinschaftliche Projekte


Was können wir angesichts dieser Katastrophen tun? Die beiden Vortragenden blieben nicht bei der schonungslosen Analyse, sondern zeigten Brücken in eine mögliche bessere Welt. Gemeinschaftliche Projekte zum Beispiel. Das Münchener Kartoffel­kombinat, ins Leben gerufen von Simon Scholl und Daniel Überall, ist ein Paradebeispiel: „eine solida­rischen Landwirtschaft, organisiert als Genossen­schaft für den Mainstream“. Die Genossinnen und Genossen finanzieren die Anbaukosten vor und garantieren die Abnahme der Feldfrüchte. Und erhalten dafür eine „Gemüseflatrate“. Über 1000 Menschen beziehen über das Kartoffelkombinat so bereits Gemüse nach ihren Vorstellungen – (fast) ausschließlich bio, konsequent regional und saisonal.

Die Ergebnisse beweisen: Ein vergemeinschaftetes Unternehmen wie das Kartoffelkombinat ist keine romantische Öko-Träumerei, sondern ein funktionierendes Wirtschaftsunternehmen – das aber eben ganz anders ‚tickt‘ als klassische kapitalistische Unternehmen. Und ganz mit der Gemeinwohlökonomie in Einklang steht.
So wie Daniel und Tanja mit der Lebensmittel­situation nicht einverstanden waren, so auch nicht mit der Flüchtlingspolitik. Und so stellten sie die Hilfsorganisation IHA (InterEuropean Human Aid Association) auf die Beine.
Durchaus (selbst-)kritisch, aber immer konstruktiv, leistet die IHA Flüchtlingshilfe in Griechenland und anderen Ländern. Tanja Raasch sensibilisierte die Zuhörer, was Flucht bedeutet, und demonstrierte die Arbeit der Hilfsorganisation (unter anderem der Verteilung von 350 Paletten Lebensmittel von Rapunzel an Geflüchtete).

Die Herausforderungen werden nicht weniger werden. Aber wir haben alle die Möglichkeit, die Zukunft mitzugestalten – hier und jetzt. Und das nahm auch das Publikum mit aus diesem Abend.

Liebe Tanja, lieber Daniel, danke für euern Vortrag und die entscheidende Frage, die ihr euch immer wieder stellt: Was brauchen wir wirklich zu einem guten Leben (für alle)?

zum Kartoffelkombinat
zur Facebook-Seite des IHA
Nach einer konservativen Berechnung der UN werden Ende des Jahrhunderts 330 Millionen Menschen allein wegen des Klimawandels auf der Flucht sein.
Jedes Essen zählt!

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