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Kulturpflanzenvielfalt für die Zukunft


Glossar: Welches Saatgut setzen Bio-Bauern ein?

 
  • Konventionelles Saatgut: Da es noch immer nicht für alle Sorten genug geeignetes Bio-Saatgut gibt, wird mit Ausnahmegenehmigung der Bio-Kontrollstelle auch konventionell erzeugtes, aber ungebeiztes Saatgut verwendet.
     
  • Bio-Saatgut: Wenn Saatgut mindestens in der letzten Generation auf einem biologischen Betrieb bewirtschaftet wurde, spricht man von Bio-Saatgut.
     
  • Biologische Sorten: Wurde die gesamte Züchtung auf Bio-Betrieben und unter Beachtung der Regeln für die biologische Züchtung durchgeführt, spricht man am Ende von biologischen Sorten. Biologische Sorten gibt es logischerweise nur als Bio-Saatgut.
     
  • Low-Input-Sorten: Das sind Sorten, die konventionell gezüchtet wurden, um im extensiven Anbau beispielsweise mit weniger Nährstoffen oder Bewässerung gut zurechtzukommen. Der biologische Landbau ist auch ein Low-Input-System. Deshalb wachsen diese, meist konventionell gezüchteten Sorten, auch unter Bio-Bedingungen gut.
von Barbara Altmann, Leitung Strategische Rohstoff-Sicherung bei Rapunzel Naturkost

Der Öko-Landbau hat in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Herausforderungen bewältigt. Beratungsnetzwerke entstanden und der Markt hat sich gut entwickelt - kurz: Der Bio-Landbau hat sich etabliert. Bei allen positiven Entwicklungen ist jedoch ein Punkt am Anfang der Produktionskette oft noch vernachlässigt: das Saatgut.

Für Getreide und Kartoffeln hat sich in Mitteleuropa mittlerweile Bio-Saatgut weitgehend durchgesetzt. Im Gemüsebereich wird auch im Öko-Landbau noch überwiegend konventionelles Saatgut eingesetzt. Die Herausforderung ist hier größer, da es wesentlich mehr verschiedene Kulturen und spezifische Sorten gibt.

Laut EU-Bio-Verordnung sollte für Bio-Gemüse Bio-Saatgut oder zumindest biologisch vermehrtes Saatgut eingesetzt werden. Dennoch werden noch sehr viele Ausnahmeregelungen gemacht, weil noch nicht genug Bio-Saatgut am Markt verfügbar ist.

Die Bio-Branche kommt nur voran, wenn Hersteller und Handel die Bio-Züchter unterstützen. Nur so sind sie in der Lage, für immer mehr Kulturen an geeigneten Bio-Sorten zu arbeiten. Daher unterstützt Rapunzel Naturkost diese wichtige Arbeit:
 
  • Finanzielle Unterstützung: Herkömmliche Züchtung ist aufwändig und dauert in der Regel einige Jahre. Dazu ist viel Know-how und Erfahrung notwendig. Ebenso braucht es aber auch entsprechende finanzielle Mittel über die Bio-Züchter häufig nicht verfügen.
  • Konkrete gemeinsame Projekte: Damit Forschung und Züchtung Sinn machen, ist der konkrete Praxisbezug unbedingt notwendig.

Der Gentechnik Kontra bieten


Der Gentechnik werden wir auf die Dauer nur etwas entgegensetzen können, wenn wir konsequent an eigenen Low-Input-Sorten für den Öko-Landbau arbeiten. Seit einiger Zeit kooperiert Rapunzel dazu mit der Bio-Saatgutfirma Sativa in der Schweiz. Der Fintan-Betrieb Sativa Rheinau vermehrt für uns das Saatgut, das Rapunzel Anbaupartner dann verwenden.

So verwirklichten wir zusammen zum Beispiel die Leinsaat-Sorte "Blaues Wunder" oder die Ende 2014 offiziell in der Bundessortenliste aufgenommene neue Tomaten-Sorte Mauro Rosso. Wir planen auch weitere Saatgut-Projekte mit Sativa.

Mehr zum Thema Bio-Saatgut:

Initiative für Bio-Saatgut für Sonnenblumen
Rückblick: SamenFest 2016
Experten-Beitrag zu samenfesten Sorten
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Rückblick: Thementag Bio-Saatgut 2015
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