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Kulturpflanzenvielfalt für die Zukunft


Steckbrief
Dipl.-Ing. Andrea Heistinger:

 
  • freie Agrarwissenschaftlerin, Beraterin, Supervisorin, Autorin
  • forscht und schreibt zu sozialen Fragen in der Landwirtschaft, sowie zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft von Kulturpflanzen und Pflanzenzüchtung
Lehrtätigkeiten & Preise:
 
  • 2000 – 2011 Universität für Bodenkultur Wien
  • 2009 – 2011 Universität Wien
  • Buchpreis 2014 der Deutschen Gesellschaft für Gartenbau 1922 e.v.; Deutscher Gartenbuchpreis 2014
Andrea Heistinger über sich selbst:

"Ich schätze das Land und das Unter wegs-Sein. Zurückgezogen leben und vielen Menschen zu begegnen: So wie mein Leben immer wieder von Widersprüchen geprägt war, erlebe ich es auch heute immer wieder als produktiv, scheinbare Widersprüche in einem
Sowohl-als-auch zu vereinen. Alles zu seiner Zeit, könnte man dies auch nennen. Da heißt es Rhythmus finden, immer wieder aufbrechen, aber auch immer wieder ankommen."
von Andrea Heistinger

Unsere Kulturpflanzen und ihre Vielfalt sind in den Händen von Gärtnerinnen und Gärtnern, Bäuerinnen und Bauern entstanden. Die Basis der Sortenvielfalt waren und sind samenfeste Sorten – also Sorten, die wiederum fruchtbare Nachkommen hervorbringen können.

Samenfeste Sorten sind Sorten, die ihre Eigenschaften in einem kontinuierlichen, aber wandelbaren Erbstrom weitergeben. Sie sind das Gegenteil von Hybridsorten.

Hybridsorten sind Einmalsorten. Sie können im Hausgarten nicht sinnvoll weiter vermehrt werden und müssen jährlich neu gekauft werden. Wird eine Hybridsorte weiter vermehrt, spaltet sie sich in verschiedene Formen auf. Die Sorte als solche ist nicht beständig. Darin liegt ein Vorteil für die Firmen. Die Hybridtechnik kann als eingebautes „Copyright“ einer Sorte bezeichnet werden. Rechtliche Sortenschutz-Systeme (Sortenschutz und Patente) sind auf gesetzliche Verankerung und auf deren Überprüfung angewiesen, der biologische Sortenschutz hingegen nicht. Vor allem für große Konzerne ist die – teure – Hybridtechnik daher ein Vorteil. In den letzten Jahrzehnten ist der Anteil von Hybridsorten rasant gestiegen. Zum Beispiel liegen bei Tomate, Paprika oder Chinakohl die Anteile mittlerweile bei rund 80 Prozent Hybridsorten. Mit dem Aufkommen der Hybride wurden viele samenfeste Sorten vom Markt genommen.

Eine besondere Form der Hybridzüchtung hat in den letzten Jahren auch innerhalb des Ökolandbaus für Diskussion gesorgt: die CMS-Hybride. CMS steht für cytoplasmatische männliche Sterilität. Diese Pflanzen bilden keine Pollen aus und können daher die weiblichen Blütenorgane nicht bestäuben, sie sind nicht vermehrungsfähig. Die Bio-Anbauverbände haben bereits vor Jahren den Einsatz von CMS-Sorten in ihren Richtlinien ausgeschlossen und setzen sich für eine Kennzeichnung von CMS-Hybriden ein.

Eine andere Herausforderung für die Gemüsezüchtung ist die starke Marktkonzentration: Etwa 95 Prozent des EU-Marktes liegen in den Händen von nur fünf Unternehmen. Wenn Saatgut und Sortenzüchtung alleine von profitorientierten Firmen angeboten werden, sind auch die Züchtung und die Saatgutverbreitung gewinnorientiert. Und zwar in allen Facetten: Von den Formen der Züchtung, die angewandt werden, bis zu den Verfügungsrechten und der Anzahl der angebauten Sorten. Und: Die Sorten müssen unter möglichst standardisierbaren Bedingungen angebaut werden. Diese sind meistens jene einer intensiven Landwirtschaft.
 
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