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Die Rohrzucker-Revolution


HAND IN HAND-Partner Manduvirá schreibt die Geschichte Paraguays neu
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Die Kleinbauern-Kooperative Manduvirá beweist, wie bio-faires Zuckerrohr zum Motor von Entwicklung werden kann. Denn die Kooperative ist heute die einzige in Paraguay, die Bio-Zuckerrohr anbaut und dieses in einer eigenen Zuckerfabrik auch selbst verarbeitet. Bei Manduvirá liegen damit Anbau, Verarbeitung und Export in den Händen der Kleinbauern – eine bahnbrechende Errungenschaft, die der faire Handel ermöglicht hat.
"Der faire Handel ermöglicht den Kleinbauern Selbstbestimmung", erklärt Ada Zárate, Agraringenieurin bei Manduvirá und dort für die HAND IN HAND-Partnerschaft mit Rapunzel verantwortlich. Früher war es üblich, dass der Kleinbauer sein Zuckerrohr an eine Zuckerfabrik ablieferte, die vor Ort ein Monopol innehatte. Entsprechend abhängig waren die Anbauer. Dann gelang Manduvirá ein wichtiger Schritt mit der Anmietung einer Zuckerfabrik, womit die Kooperative die Zuckerrohrverarbeitung selbst organisieren konnte. Und 2014 gelang schließlich die Revolution: Manduvirá erwarb eine eigene Zuckerfabrik. „Damit haben wir die gesamte Prozesskette in unserer Hand", ist Ada Zárate stolz. Das ist, dank HAND IN HAND, eine herausragende Leistung der Kooperative – und ein Novum in Paraguay!

Kaffee Grafik
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Manduvirá in Kürze
  • Bio-Kleinbauern-Kooperative mit rund 900 Zuckerrohrbauern
  • Anbau von Bio-Zuckerrohr im zentralen Tiefland Paraguays
  • Verarbeitung zu Cristallino Rohrzucker und Rapadura Vollrohrzucker in der eigenen Verarbeitungsanlage in Arroyos y Esteros
  • Ursprünglich Spar- und Kreditgenossen­schaft, seit 2011 Zusammenarbeit mit Rapunzel, seit 2014 HAND IN HAND-Partner

Vom Feld bis zum Container

Knapp 70 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Asunción liegt Arroyos y Esteros, Sitz der Kooperative. Rund um die Kleinstadt verteilen sich – in einer grünen, von Bächen und kleinen Wäldchen durchzogenen Landschaft – die kleinteiligen Zuckerrohrfelder der Bauern.

Das Zuckerrohr, eine Pflanze aus der Familie der Süßgräser, wird bis zu sechs Meter hoch und jährlich geerntet. Dazu brennen die Bauern nicht – wie beim konventionellen Anbau oft üblich – die Felder vor der Ernte ab, sondern schneiden das Rohr von Hand.
Die zuckerlosen Blätter bleiben als Mulch auf dem Feld: Sie dienen als Erosionsschutz und Gründünger – wichtige Maßnahmen zur Erhaltung der Bodenqualität. Die Halmstümpfe des Zuckerrohrs schlagen dann wieder aus und nach etwa einem Jahr kann die nächste Ernte geschnitten werden.

Sechs bis sieben Jahre steht das Bio-Zuckerrohr in der Regel auf dem Feld, dann lässt das Wachstum nach und das Feld liegt zur Erholung des Bodens ein Jahr brach, bevor aus Setzlingen dann die nächste Generation an Zuckerrohr heranwächst.
Die süße Revolution: Die Eröffnung des eigenen Verarbeitungsbetriebs war ein historischer Schritt für die Kooperative – und Kleinbauern in Paraguay
Die süße Revolution: Die Eröffnung des eigenen Verarbeitungsbetriebs war ein historischer Schritt für die Kooperative – und Kleinbauern in Paraguay
Die süße Revolution: Die Eröffnung des eigenen Verarbeitungsbetriebs war ein historischer Schritt für die Kooperative – und Kleinbauern in Paraguay
Beratung ist Teil des fairen Handels: Barbara Altmann, Leiterin der Strategischen Rohstoffsicherung bei Rapunzel, im Gespräch mit einem Zuckerrohrbauern
Beratung ist Teil des fairen Handels: Barbara Altmann, Leiterin der Strategischen Rohstoffsicherung bei Rapunzel, im Gespräch mit einem Zuckerrohrbauern
Beratung ist Teil des fairen Handels: Barbara Altmann, Leiterin der Strategischen Rohstoffsicherung bei Rapunzel, im Gespräch mit einem Zuckerrohrbauern
Lastwagen und teils sogar noch Ochsenkarren bringen das Rohr in die Verarbeitungsanlage, wo es zuerst gereinigt und zerkleinert, anschließend in der Zuckermühle ausgepresst, gefiltert und erhitzt wird. Der Zuckersaft wird so lange gerührt, bis die Masse eindickt. Je nach Endprodukt geht der Zucker nun unterschiedliche Wege. Für Rapadura Vollrohrzucker trocknen und vermahlen die Arbeiter die eingedickte Masse. Dabei bleiben die natürlichen Inhaltsstoffe und Mineralien des Zuckerrohrs weitgehend erhalten und der Rapadura behält einen angenehmen, leicht karamelligen Geschmack.
Für den Rapunzel Cristallino Rohrzucker geben die Arbeiter dem eingedickten Saft Zuckerkristalle bei. Sie bringen die Masse zum Auskristallieren. Anschließend trennen sie die entstandenen Kristalle in einer Zentrifuge von der Melasse. Ein Teil der Melasse bleibt noch im Produkt und verleiht dem kristallisierten Rohrzucker seine goldene Farbe. Auch Cristallino Rohrzucker enthält noch viele Inhaltsstoffe des Zuckerrohrs.

Entwicklung ernst genommen

„Wir glauben, dass die Unterstützung von Rapunzel fundamental für die Nachhaltigkeit ist, die wir als Organisation für unsere Arbeit brauchen“, davon ist Agraringenieurin Ada Zárate überzeugt. Mit der HAND IN HAND-Prämie von Rapunzel investiert Manduvirá intensiv in die ökologische Landwirtschaft. Die Mitglieder der Kooperative erhalten Schulungen im Bio-Anbau, Zugang zu Bio-Dünger und zu technischer Unterstützung im Anbau.

Manduvirá arbeitet an Alternativkulturen in der Fruchtfolge und perfektioniert seine Kompostierung, zum Beispiel aus den Rückständen der Verarbeitung – damit die Böden gesund und fruchtbar bleiben. Naturschutzgebiete und Reservate machen mindestens 7 Prozent der gesamten Eigentumsfläche der Bauern aus.
Nicht nur die Bauernfamilien profitieren vom fairen Handel mit Rapunzel. In der Zuckerfabrik investiert Manduvirá in regelmäßige Schulungen der Arbeiter über Arbeitssicherheit und Hygiene, eine Kantine versorgt die Arbeiter. Darüber hinaus kooperiert der Zuckerlieferant mit Bildungseinrichtungen.

Die Familien der Kooperativenmitglieder erhalten Computer-, Sprach- und Kunstkurse und Kinder und Jugendliche der Region können öffentliche Schulungen über Ernährung, Umweltschutz, Wiederaufforstung, Abfallwirtschaft oder Abwassermanagement besuchen.
Auch mit Hilfe des HAND IN HAND-Fonds, einer Gemeinschaftsinitiative von Rapunzel und der Deutschen Umwelthilfe, hat Manduvirá bereits erfolgreich Projekte umgesetzt. So unterstützte ein Zuschuss aus dem Fonds die Einrichtung eines mikrobiologischen Labors für Bodenanalysen. Das kommt den Mitgliedern der Kooperative und ihren Böden zugute, aber auch der allgemeinen Öffentlichkeit, etwa durch Führungen und Schnupperstunden von Schülern und Studenten.

Ada Zárate: "Wir können Geschichte schreiben"

„Der Weg zu unserer eigenen Zuckerfabrik war nicht einfach. Viel Kampf und Hingabe waren nötig seitens der Mitglieder der Kooperative, der Arbeiter, der gesamten Familie. Denn es brauchte viel Arbeit, das Bild zu zerbrechen, dass Kleinbauern nicht Eigentümer einer Zuckerfabrik sein können. Denn in Paraguay ist die Tradition, dass die großen Zuckerfabriken einer Familie oder einer anonymen Gesellschaft den Markt bestimmen und den ganzen Prozess innehaben. Diese ganzen Barrieren zu zerbrechen, die Vorurteile, die Ungläubigkeit der Menschen zu drehen in den Glauben, dass es eben doch möglich ist!“
Und sie haben es geschafft: „Sí, ¡podemos! – Ja, wir können es!“ riefen die Mitglieder von Manduvirá bei der feierlichen Eröffnung der Zuckerfabrik 2014 – für die anwesenden Rapunzel Gäste ein Moment der Gänsehaut.

Barbara Altmann, Leiterin der Abteilung Rohstoffsicherung von Rapunzel, ergänzt: „All das ginge nicht ohne die langfristige und kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Kunden. Unsere Treue und jährliche Kontrakte geben Manduvirá die Sicherheit, die sie für die Banken, aber auch die eigene Motivation brauchen.“ Und so zeigt sich wieder einmal: Jede Kaufentscheidung am Regal hat eine Wirkung.
Ada Zárate (4.v.l), Agraringenieurin und Verantwortliche für HAND IN HAND der Kooperative Manduvirá, mit ihrer Kollegin Teresa Pereira beim Rapunzel Eine Welt Festival 2017
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