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130.000 Euro für Selbsthilfeprojekte in Ländern des Globalen Südens

[18.06.2020, Legau/Berlin/Radolfzell] Der HAND IN HAND-Fonds unterstützt im Frühjahr 2020 mit insgesamt 130.000 Euro öko-soziale Projekte im globalen Süden – Rapunzel Naturkost und Deutsche Umwelthilfe sehen ihre Partner in Afrika, Lateinamerika und Asien vor besonderen Herausforderungen angesichts der Corona-Pandemie.

Annika Hertel, Life-Giving Forest e.V.
Insel Leyte, Philippinen: Mitglieder der Kooperative bei einer wohlverdienten Pause im Schatten. Eines ihrer weiteren Ziele ist der Bau eines Ziegenstalls auf ihrem Öko-Bauernhof.
Insel Leyte, Philippinen: Mitglieder der Kooperative bei einer wohlverdienten Pause im Schatten. Eines ihrer weiteren Ziele ist der Bau eines Ziegenstalls auf ihrem Öko-Bauernhof.
© Annika Hertel, Life-Giving Forest e.V.
Insel Leyte, Philippinen: Mitglieder der Kooperative bei einer wohlverdienten Pause im Schatten. Eines ihrer weiteren Ziele ist der Bau eines Ziegenstalls auf ihrem Öko-Bauernhof.
Insgesamt 27 Projekte fördert der HAND IN HAND-Fonds im Frühjahr 2020. Rapunzel Naturkost und Deutsche Umwelthilfe (DUH) haben diesen Fonds gemeinsam ins Leben gerufen, um damit die ökologische und soziale Entwicklung in Afrika, Lateinamerika sowie Asien zu unterstützen. In Kürze werden mehr als 130.000 Euro an gemeinnützige Initiativen oder Nicht-regierungsorganisationen ausbezahlt.

Den Löwenanteil des HAND IN HAND-Fonds bringt Rapunzel ein. Ergänzt wird er durch zweckgebundene Spenden an die DUH oder Sonderaktionen der beiden Partner. Dieses Jahr kommen die Spenden für die Sonderaktion einer Ökolandbau-Kooperative auf den Philippinen zu Gute. Diese Gemeinschaft auf der Insel Leyte haben Menschen mit Behinderung gegründet. Dank langjähriger Begleitung durch den deutschen Verein Life-Giving Forest erwerben die Kooperativenmitglieder fundierte Kenntnisse in der Agroforstwirtschaft. Die naturnahe Bewirtschaftung kommt auch dem Regenwald zugute. „Wir haben schon mehrfach die Projektarbeit von Life-Giving Forest mit den Mitteln aus dem Hand in Hand-Fonds unterstützt. Dieses Jahr möchten wir dazu beitragen, dass sich ihre jüngste Initiative bald selbst finanziell tragen kann und für alle 20 Mitwirkenden ein ausreichendes Einkommen einbringt“, sagt Gila Kriegisch, Verantwortliche für den Hand in Hand-Fonds bei Rapunzel. Zum Aufbau einer Hühnerzucht und Schulungen in der Tierhaltung steuert der Fonds 5.000 Euro bei.

Die gleiche Fördersumme erhält auch das indigene Volk der Cabécar. Es lebt an entlegenen Orten im tropischen Wald von Costa Rica und ist Zielgruppe eines Projekts von Love for Life e.V. Der Verein begleitet dort hundert Großfamilien in mehreren Gemeinden beim Aufbau von Solaranlagen. Love for Life legt großen Wert darauf, Projektziele mit den Begünstigten gemeinsam zu erarbeiten und den Menschen politische und ökologische Zusammenhänge zu vermitteln. Dieses Konzept setzt die NGO seit mehreren Jahren an verschiedenen Standorten erfolgreich um. Die Solaranlagen sind hierbei ein Baustein. „Wir finden, dass hier das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ hervorragend zum Tragen kommt – und genau das möchten wir ja mit dem Hand in Hand-Fonds bewirken“, erläutert Michael Hadamczik, der das Team des HAND IN HAND-Fonds bei der DUH leitet.

Mit dem Problem der Bodenversalzung im Gemüseanbau will sich Weltweit e.V. in Mosambik befassen. Auf Anbauflächen mit geringen Niederschlägen ist dies ein Phänomen der Bodendegradation: Mineraldünger reichern sich unter ariden Klimabedingungen im Boden an und schaden den Kulturen. In Zusammenarbeit mit Bauern und Agrarberatern will Weltweit e.V. mobile Messtechnik erproben und konkrete Empfehlungen für den Gemüsebau entwickeln. Hierfür stellt der HAND IN HAND-Fonds 4.000 Euro bereit.

Viele Partner in Asien sind an ihren Projektstandorten von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Aufgrund eines Lock Down in manchen Ländern verzögern sich laufende Aktivitäten, etwa Schulungen für Kleinunternehmertum oder Workshops für Bäuerinnen und Bauern. Manche Projektpartner, die auf dem afrikanischen Kontinent aktiv sind, berichten über fehlendes Wasser, schwierige hygienische Verhältnisse und schlechte Aufklärung der Bevölkerung über COVID-19-Infektionswege und Vorbeugemaßnahmen. Sollten Projektplanungen inhaltlich oder zeitlich angepasst werden müssen, wird der HAND IN HAND-Fonds unbürokratisch darauf reagieren.

Erfreulicherweise schildern andere Aktive vor Ort aber auch, dass gerade in der Krisenzeit Hand in Hand-Fonds-Projekte aus früheren Jahren stabile Strukturen geschaffen haben, auf die sich die Menschen nun stützen können. Das betrifft landwirtschaftliche Kooperativen, die eine lokale Selbstversorgung ermöglichen sowie Infrastrukturprojekte auf Modellfarmen, in Bildungseinrichtungen, Gesundheitsstationen und Krankenhäusern.

Für das Jahr 2020 stehen noch weitere Fördergelder zur Verfügung. Gemeinnützige Organisationen und Initiativen können sich bis zum 31. August für eine Projektförderung bewerben.

Hintergrund:
Der HAND IN HAND-Fonds besteht seit 1998 als Gemeinschaftsinitiative von Rapunzel Naturkost und der DUH. Seine Ziele sind eine gerechtere Welt und lebenswerte Umwelt. Der Naturkosthersteller stellt den Großteil der Geldmittel zur Verfügung. Jeweils ein Prozent des Einkaufswertes der HAND IN HAND-Rohware fließen in den Fonds (Summe 2019: 164 000 €). Die DUH bringt ihre Erfahrung aus internationalen Netzwerken und ihr Know How ein und sammelt zusätzliche Spenden. Gemeinsam entwickeln die Partner den Fonds stetig konzeptionell weiter. Seit Bestehen des HAND IN HAND-Fonds flossen mehr als 1,8 Millionen Euro in 400 Projekte in 58 Ländern.

Spendenkonto:
Deutsche Umwelthilfe e.V., Verwendungszweck: Hand in Hand-Fonds, Sonderaktion 2020 GLS Bank Bochum, IBAN: DE44 4306 0967 8040 4311 00
Pressekontakt

Eva Kiene
Rapunzel Naturkost GmbH, Rapunzelstraße 1, 87764 Legau, 
Tel. 08330/529-0, Fax 08330/529-1501, presse@rapunzel.de
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