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Vor Ort in Tansania bei KCU und Hekima


KCU – ein Projektbesuch am Victoriasee
Ein Ständchen im Schulgarten: Herzlicher Empfang in der Hekima-Schule.
Ein Ständchen im Schulgarten: Herzlicher Empfang in der Hekima-Schule.
Was verbindet eine Mädchenschule und bio-fairer Kaffee? Zwei unterschiedliche Projekte und Institutionen und viele Gemeinsamkeiten.

Rapunzel Gründer und Geschäftsführer Joseph Wilhelm berichtet von seiner Reise nach Tansania an die Ausnahmeschule Hekima Girls‘ Secondary School und den Rapunzel Lieferanten KCU für bio-fairen Kaffee – zwei Rapunzel Partner für eine bessere Welt.

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Eine Einladung nach Tansania

Im Juni 2018 hatte ich die Gelegenheit, mit zwei KollegInnen eine seit Langem geplante Reise nach Tansania zu unternehmen. Dazu gab es gleich zwei Anlässe.

Aktueller Anlass war die Fertigstellung neuer Schlaf- und Sozialräume für die Schülerinnen der Hekima Girls‘ Secondary School in Bukoba am Lake Victoria. Die bisherigen Räumlichkeiten waren bei einem verheerenden Erdbeben im Jahr 2016 zerstört bzw. so stark beschädigt worden, dass eine Reparatur unmöglich war. Aufgrund unserer langjährigen engen Beziehung zu dieser einzig­artigen Internatsschule für Mädchen und zu deren Gründerin und Leiterin Sister Esther war es uns selbstverständlich, sie beim Neubau finanziell zu unterstützen.
In diesem Zusammenhang war es der Wunsch der Schulleitung und des Lehrerkollegiums, die Räumlichkeiten nach mir und dem HAND IN HAND-Programm zu benennen.

Da die Räume zeitnah in Betrieb genommen werden sollten, konnten wir die Reise nicht weiter aufschieben. Bei so weiten Reisen versuchen wir immer, mehrere Reiseziele zu verbinden. In diesem Fall besonders naheliegend, denn unser HAND IN HAND-Partner, die Kaffeebauern- Kooperative KCU (Kagera Cooperative Union), hat ihren Sitz ebenfalls in Bukoba, einer beschaulichen und hübschen Stadt am westlichen Ufer des Victoriasees gelegen.
Feierliche Eröffnung der neuen Schlafsäle durch Rapunzel Gründer Joseph Wilhelm und Sr. Esther Buberwa (beide links).
Feierliche Eröffnung der neuen Schlafsäle durch Rapunzel Gründer Joseph Wilhelm und Sr. Esther Buberwa (beide links).
Feierliche Eröffnung der neuen Schlafsäle durch Rapunzel Gründer Joseph Wilhelm und Sr. Esther Buberwa (beide links).
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Langjähriger Lieferant für bio-fairen Kaffee


Mit KCU arbeitet Rapunzel bereits seit über 15 Jahren zusammen als HAND IN HAND-Partner für Robusta-Kaffee. Gemäß unserer Firmenphilosophie und Strategie, immer direkt mit den Kleinbauern und dem kooperativen Zusammenschluss zu arbeiten, verbindet uns auch mit KCU nun schon eine echte Geschichte. Dabei haben wir durchaus unterschiedliche Phasen erlebt, mit Auf und Abs. Denn die Arbeit mit Kooperativen bringt durchaus organisatorische, strukturelle und logistische Herausforderungen mit sich, die wir gemeinsam lösen müssen. Betonen möchte ich dabei unsere echte Zuneigung zu diesen kleinbäuerlichen Strukturen und dem afrikanischen Kontinent.
Kooperativen sind in Tansania seit Jahrzehnten ein erklärtes politisches Instrument, um kleinbäuerliche Strukturen zu fördern. Konflikte können sich ergeben, wenn die individuellen Wünsche der Bauern dem Gemeinsinn der Kooperative entgegen­stehen. Denn auch die in über die Unter­kooperativen im Kooperativen-Verbund KCU organisierten Kleinbauern stehen in Bezug auf Preis und Qualität in Konkurrenz zu anderen am Weltmarkt aktiven Ländern. Ich meine dabei nicht den allgemeinen Markt für konventionellen Kaffee, sondern fair gehandelten Bio-Kaffee aus vergleichbaren Ursprüngen.

Bei unserem Besuch ging es deshalb auch um Themen wie Kaffeequalität, Kaffeepreise, Lebensumstände der bäuerlichen Familien und Maßnahmen der nachhaltigen und biologischen Plantagenbewirtschaftung.

Impulse für die Landwirtschaft

Stationiert im traditionellen Kolping-Hotel in Bukoba, ist es ein sehr eindrückliches Erlebnis, tagsüber in die weit verstreut liegenden Dörfer der 143 Primary Societies mit rund 60.000 Bauern zu kommen. Rund ein Viertel der Kleinbauern ist bio- sowie Fairtrade- bzw. HAND IN HAND-zertifiziert. Sie werden dabei von 46 sogenannten Field Officers, den bei der Dachkooperative angestellten Bauernbetreuern, unterstützt.

Über diese Struktur beraten und unterstützen wir seit Beginn an, um die landwirtschaftlichen Maßnahmen und Qualität zu fördern und zu optimieren. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört, die geeigneten Mischkulturen zu finden, um Schatten durch größere Bäume für die Kaffee­pflanzen zu erzielen.
Es geht aber auch darum, den Bauern zu einer Ertragssteigerung zu verhelfen. Dabei hilft die Beratung, wie der anfallende Mist aus Ziegen-, Schweine- und manchmal auch Kuhhaltung als Oberflächenkompostierung am effektivsten eingesetzt werden kann. Aber auch mit Kompost wird die Bodenfruchtbarkeit erhöht, was die Ernten steigern kann.

In Zeiten des Klimawandels ist die Gesundheit der langlebigen Kaffeesträucher (bis zu 40 Jahre) und ein sinnvoller Ertrag aus unserer Sicht entscheidend für die Existenzsicherung der Kleinbauern. Die durchschnittliche Liefermenge der Bauern an die Kooperative beträgt nämlich nur 20 kg. Dies macht deutlich, dass ihnen eine Verdoppelung der Erntemengen mehr bringen kann als 20 oder 30 Cent Mehrpreis.
Protace S. Katto, Kaffeebauer der Kooperative KCU in Bukoba, Tansania
Protace S. Katto, Kaffeebauer der Kooperative KCU in Bukoba, Tansania
In den Basiskooperationen wird der Robusta-Bio-Kaffee handverlesen.
In den Basiskooperationen wird der Robusta-Bio-Kaffee handverlesen.
In den Basiskooperationen wird der Robusta-Bio-Kaffee handverlesen.

Feldbesuche am Victoriasee


Wir durften viele Bauernfamilien in ihren meist mitten in den Anbauflächen gelegenen Anwesen treffen. Damit können wir ihre Situation besser verstehen, um geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen und der landwirtschaftlichen Basis zu entwickeln.

In einfachen und sauberen Räumlichkeiten der Basiskooperativen finden der Ankauf des Rohkaffees von den Mitgliedern sowie die Reinigung des Kaffees statt. Zuerst erfolgt eine grobe Vorreinigung mit Windsichten und Sieben, um gröberes Fremdmaterial wie Ästchen und Steine zu entfernen. Dann wird das Fruchtfleisch von der Kaffeekirsche entfernt.
Die so gewonnenen Kaffeebohnen werden anschließend an der Sonne getrocknet und schließlich noch handverlesen, bevor der Rohkaffee in Sisal-Säcken versandfertig abgewogen wird.

In den Versammlungsräumen der Primary Societies, in denen regelmäßig Mitgliederversammlungen stattfinden, konnten wir intensive Gespräche mit den Vorständen führen. Hier sind auch Frauen gut vertreten, was die starke Stellung der Frau in der bäuerlichen Familie zum Ausdruck bringt. Die Basiskooperativen haben jeweils zwischen 100 und 200 Mitglieder, die sich meist über mehrere Ortschaften verteilen. Daher sind die Räume auch immer ein Zentrum des sozialen Lebens der Kleinbauern im Ort.

Vom Für und Wider einer Kooperative

Das inzwischen verabschiedete Gesetz zum Schutz der Kooperativen hat zwei Seiten. Demnach dürfen private Aufkäufer keinen Kaffee mehr von Bauern direkt aufkaufen, auch wenn sie bessere Preise bezahlen. Dadurch werden aus meiner Sicht ineffiziente Strukturen und Misswirtschaft in den großen Strukturen der Kooperativen gefördert – statt eines gesunden Wettbewerbs.
Für uns ist es nicht immer leicht, die Kriterien unseres HAND IN HAND-Programms innerhalb dieser teils starren Vorgaben umzusetzen. Anderseits erleben wir immer wieder Erfolgserlebnisse, die uns motivieren, weiter dran zu bleiben.
Fotografin Justina Wilhelm, Tochter von Joseph Wilhelm, und die Familie eines Anbauers vor dem Mischwald aus Bananen, Kaffee und anderen Pflanzen.
Fotografin Justina Wilhelm, Tochter von Joseph Wilhelm, und die Familie eines Anbauers vor dem Mischwald aus Bananen, Kaffee und anderen Pflanzen.
Fotografin Justina Wilhelm, Tochter von Joseph Wilhelm, und die Familie eines Anbauers vor dem Mischwald aus Bananen, Kaffee und anderen Pflanzen.
Hand in Hand: Joseph Wilhelm (r.) und Edmund Erias, Kaffeebauer von KCU.
Hand in Hand: Joseph Wilhelm (r.) und Edmund Erias, Kaffeebauer von KCU.

Hand in Hand mit Afrika


Am Schluss unseres Programms stand dann noch eine Gesprächsrunde mit dem Board (Verwaltungs­rat) der Kooperative in der Hauptverwaltung in Bukoba. Eine gute Gelegenheit, die Heraus­forderungen und Chancen eines Fairhandels-Programms auch auf dieser Ebene zu diskutieren. Dabei wird es immer wieder vertretbare Kompro­misse zwischen unserer europäischen Sicht und den Bedürfnissen und Gepflogenheiten der afrikanischen Menschen geben.
Ich halte dies auch für sinnhaft und notwendig: Haben wir Europäer dem afrikanischen Kontinent über Jahrhunderte auch zweifelhafte Errungen­schaften und Strukturen hinterlassen, mit denen viele afrikanische Nationen bis heute zu kämpfen haben.

Es gibt so viele Aspekte, die wir uns beim Genuss einer Tasse Kaffee immer wieder mal ins Bewusst­sein rufen sollten. Inspiriert und motiviert für die weitere Zusammenarbeit haben wir unseren langen Rückweg über Daressalam nach Hause angetreten.

Bohnenkaffee



Gusto Arabica ganze Bohne, HAND IN HAND
Gusto Arabica ganze Bohne, HAND IN HAND
Gusto Arabica gemahlen, HAND IN HAND
Gusto Arabica gemahlen, HAND IN HAND
Gusto Caffè Crema ganze Bohne, HAND IN HAND
Gusto Caffè Crema ganze Bohne, HAND IN HAND
Gusto Espresso all´italiana ganze Bohne, HAND IN HAND
Gusto Espresso all´italiana ganze Bohne, HAND IN HAND
Gusto Espresso all´italiana gemahlen, HAND IN HAND
Gusto Espresso all´italiana gemahlen, HAND IN HAND
Gusto Mild gemahlen, HAND IN HAND
Gusto Mild gemahlen, HAND IN HAND
Gusto Viva ganze Bohne, HAND IN HAND
Gusto Viva ganze Bohne, HAND IN HAND
Gusto Viva gemahlen, HAND IN HAND
Gusto Viva gemahlen, HAND IN HAND
Jedes Essen zählt!

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