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Wo landen kompostierbare Verpackungen?


Die Initiative Kreislaufverpackung präsentiert Status-Bericht und Lösungen

[12.05.2021] Allein in Deutschland werden jährlich 18,7 Millionen Tonnen Verpackungsmüll produziert – mit enormen Schäden für Klima und Umwelt. Diesem Verpackungsmüllberg haben wir – Rapunzel Naturkost, DENTTABS, samova, SONNENTOR und the nu company – seit Langem den Kampf angesagt und tüfteln stetig an nachhaltigeren Verpackungslösungen. Denn wir verstehen uns als Unternehmen, die echte ökologische Verantwortung leben.

Wir wünschen uns rundum nachhaltige Verpackungen, die von der Materialschöpfung bis zur Entsorgung umweltfreundlich sind. Und da man gemeinsam bekanntlich am stärksten ist, bündeln wir seit Frühjahr 2020 in der Initiative Kreislaufverpackung unser Engagement. Es handelt sich dabei um die erste Unternehmensinitiative zu kompostierbaren Verpackungen in Deutschland.
Alle Mitglieder der Initiative nutzen bereits kompostierbare Verpackungen für ihre Produkte und glauben an deren Bedeutsamkeit in puncto Nachhaltigkeit – zum Beispiel weil diese Verpackungsart strengen Schwermetallgrenzen unterliegt und ihre Inhaltsstoffe für das Pflanzenwachstum unbedenklich sind. Doch obwohl kompostierbare Verpackungen seit über zwanzig Jahren im Verkehr sind, wird bis heute nicht ihr volles ökologisches Potenzial ausgeschöpft. Das wollen wir ändern.

Erster großer Schritt für die ökologisch sinnvolle Entsorgung kompostierbarer Verpackungen

Fast ein Jahr lang hat die Initiative Kreislaufverpackung Gespräche mit Entsorgungsunternehmen, Hersteller:innen, Inverkehrbringer:innen sowie Materialexpert:innen geführt und Wissen über die Entsorgung von Biofolien und Co. gesammelt. Die gewonnenen Erkenntnisse hat die Initiative in dem frei verfügbaren Bericht „Entsorgung kompostierbarer Verpackungen in Deutschland – Betrachtung der verschiedenen Entsorgungswege“ im Mai 2021 veröffentlicht. Zusätzlich stützt eine Literaturrecherche die Erkenntnisse und es werden mögliche Lösungsansätze präsentiert. Bis dato gab es keine gebündelte Betrachtung zur Entsorgung kompostierbarer Verpackungen in Deutschland aus Unternehmenssicht.
NN
Als grundlegende Herausforderung zeigte sich, dass kompostierbare Verpackungen für die industrielle Kompostierung entworfen wurden. Dazu kommt es aber in der Realität erst gar nicht, da der einzige Weg dorthin die Biotonne ist. Diese ist laut Gesetz für Verpackungen aller Art gesperrt.

Auch besteht bei den Entsorger:innen wenig Vertrauen in die kompostierbaren Verpackungen, die seit Mitte der 1990er-Jahre nach der Norm EN 13432 zertifiziert werden, da die Norm nicht mehr der heutigen Handhabung entspricht. Denn kompostierbaren Verpackungen werden nur noch zwei Wochen eingeräumt, um vollständig zu verrotten. Die Norm fordert zwölf Wochen.

Außerdem befürchten Entsorger:innen, dass es aufgrund der optischen Ähnlichkeit mit Kunststoffverpackungen zu mehr Plastik in der Biotonne käme, sollten kompostierbare Verpackungen für die Biotonne zulässig sein. Die Folge könnte Mikroplastik im Kompost sein, das der Umwelt schadet.

Unser Lösungsansatz: die Gelbe Tonne

Aktuell werden in Deutschland kompostierbare Verpackungen über alle Entsorgungswege thermisch verwertet, also verbrannt. Für den Moment gilt: Wenn wir alle unsere kompostierbaren Verpackungen über die Gelbe Tonne entsorgen, tragen wir dazu bei, dass der Kompost sauber bleibt.
Für die Zukunft fordern wir, dass kompostierbare Verpackungen, die dort aussortiert werden, recycelt oder kontrolliert kompostiert werden. Die Initiative sieht in dem Entsorgungsweg über die Gelbe Tonne das Potenzial, die wirklich nachhaltige Entsorgung der kompostierbaren Verpackungen zu gewährleisten.

Gemeinsam schaffen wir’s!

Mit dem Bericht möchte die Initiative Kreislauf­verpackung eine erste Diskussionsgrundlage für die weitere Debatte über die ökologisch sinnvolle Entsorgung kompostierbarer Verpackungen bieten und dazu ermutigen, die im Bericht genannten Lösungsansätze weiterzuverfolgen.
Allein werden wir das nicht schaffen. Daher hoffen wir auf das Interesse für Austausch mit innovations­interessierten und passionierten Stakeholder:innen aus Wissenschaft, Entsorgungs- und Material­wirtschaft, Einzelhandel und weiteren Branchen.

Bericht als Download
Wenn Sie mit der Initiative in Kontakt treten möchten, melden Sie sich gerne bei:

Initiative Kreislaufverpackung
​​​​​​​Stellvertretend für die Initiative:
c/o Samira Tanko
samira.tanko@denttabs.de
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