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Initiative Bio-Saatgut für Sonnenblumen


Rapunzel & weitere Bio-Unternehmen unterstützen samenfeste Sorten

Was macht High-Oleic-Sonnenblumenöle so besonders?


Dank eines Ölsäureanteils von über 75 sind High-Oleic-Sonnenblumenöle ernährungsphysiologisch günstig. Je höher der Ölsäureanteil, desto lichtunempfindlicher und desto hitzestabiler ist das Öl. Das heißt, es kann höher erhitzt werden, ohne dass Transfettsäuren entstehen. High-Oleic-Sonnenblumenöle eignen sich daher besonders als Bratöl, aber zum Beispiel auch für die Kosmetikherstellung.
 

Diese Bio-Unternehmen unterstützen die Initiative Bio-Saatgut Sonnenblumen:

 
  • All Organic Trading
  • Bioland Handelsgesellschaft
  • Bioland Markt
  • Byodo Naturkost
  • Carl Geiger
  • Dreher Agrarrohstoffe
  • Fenaco
  • Huober Brezel
  • Marbacher Ölmühle
  • Naturata
  • Rapunzel Naturkost
  • Wala Heilmittel
  • Weleda
Sogar auf Bio-Betrieben werden heutzutage überwiegend Hybrid-Sonnenblumen angebaut. Der Grund: Auf dem Saatgutmarkt ist bislang nichts anderes verfügbar. Rapunzel unterstützt deshalb mit einigen anderen Bio-Unternehmen die Initiative Bio-Saatgut Sonnenblumen (IBS). Ziel der Initiative ist es, biologische High-Oleic (HO)-Sonnenblumensorten zu züchten.

Saatgut ist teils sogar patentiert

Die heute verfügbaren Hybrid-Sonnenblumen stammen fast ausschließlich von zwei großen Saatgutkonzernen. Teilweise sind sie sogar patentiert. Andere Sonnenblumen-Saatgutarten gibt es bislang nicht. Daher haben sich 2012 Rapunzel Naturkost und einige weitere Unternehmen aus der Bio-Branche zusammengeschlossen, um die Bio-Saatgutzüchtung zu unterstützen.

Basis der Arbeit waren 2005 Anbauversuche der Betriebe Peter Kunz und Weleda mit unterschiedlichen Sorten. Sie wollten zum einen die Situation auf dem Saatgutmarkt verbessern, zum anderen aber auch bienenfreundliche Sorten hervorbringen und genetische Ressourcen sichern. Später gründeten sie die IBS. 2017 wurde die erste, neu gezüchtete Bio-Population an verschiedenen geographischen Orten angebaut und Feldversuche durchgeführt.


Die Bio-HO-Sonnenblumen sollen dabei diese Eigenschaften besitzen:
  • hoher Ölgehalt in der Saat
  • hoher Ölsäuregehalt im Öl
  • stabile Pflanzengesundheit
  • gute Anpassung an die Bedingungen des biologischen Anbaus
  • sowie ausreichender Ertrag.

Vielversprechende Entwicklung

Im Sommer 2019 konnten im Weleda-Labor durchschnittlich 90 % High Oelic Ölsäureanteil nachgewiesen werden – ein großer Erfolg. Die Ergebnisse stimmen die Züchterinnen und Züchter optimistisch, dass im Jahr 2020 die Entwicklung der Sorten abgeschlossen ist und sie nach einem Praxistest von Bio-Bauern angebaut werden kann.


Weitere Informationen zur Initiative:

Die Sonnenblumen-Bio-Züchter | www.gzpk.ch
Wie die Mauro Rosso entstand
Experten-Beitrag zu samenfesten Sorten
Gentechnik-Forum
Samenfest 2019

Vielfalt in der Farbe, im Muster und in der Form der Körner


Fadi Kanso über die Züchtung der neuen Bio-Sonnenblumensorten

Bio-Züchter Fadi Kanso
Bio-Züchter Fadi Kanso
Bio-Züchter Fadi Kanso
Was ist für dich besonders spannend an der Sonnenblumenzüchtung?
„Mich begeistert vor allem das Potential, das noch in der Sonnenblume steckt. Sie ist als Kulturpflanze ziemlich neu und daher von Züchtern noch nicht so stark bearbeitet wie zum Beispiel Weizen. Deshalb bringt die Sonnenblume noch viel Wildes, Unbekanntes mit sich. Das macht sie für mich sozusagen gesprächiger.“

Warum schirmt ihr die Blüten manchmal mit Netzen ab?
„Netze kommen dann zum Einsatz, wenn wir auf dem Feld unterschiedliche Bedingungen herstellen wollen, also unsichtbare Linien ziehen. In die Netzhauben geben wir dann Stubenfliegen als Bestäuberinsekten – Hummeln oder Bienen eignen sich für dieses Vorgehen nicht, sie werden in Gewächshäusern oder im Freiland eingesetzt. Um die Ergebnisse nicht zu verfälschen, z.B. durch Einkreuzungen, ist es zudem sehr wichtig, mindestens einen Kilometer Abstand zu anderen Feldern einzuhalten.“

Wonach sucht ihr die Pflanzen aus?
„Dafür sind in der Planungsphase viele Vorgespräche mit den Landwirten über die gewünschten Pflanzenmerkmale wichtig. Wenn z.B. die Landwirte Sonnenblumen mit 1,50 bis 1,60 Metern Wuchshöhe als optimal bewerten, selektiere ich genau diese Pflanzen. Insgesamt habe ich um die 100 Merkmale im Blick.“

Worauf achtest du als Öko-Züchter mehr als deine konventionellen Kollegen?
„Ich achte zum Beispiel besonders auf den Feldaufgang und die Jugendentwicklung. Denn bei Bio-Pflanzen ist es wichtig, dass sie sie möglichst bald gegen Beikräuter durchsetzen können. Auch die Pflanzengesundheit sowie Toleranzen gegenüber Krankheiten sind bei Bio-Pflanzen
besonders wichtig.“
Warum sind nicht alle Sonnenblumen bienenfreundlich?
„Es gibt viele Merkmale, die wichtig für die Bienen sind, wie zum Beispiel die Menge, die Klebrigkeit und die Größe des Pollens. Klebt der Pollen zu fest, hat die Biene Mühe, sich danach zu putzen. Sitzt der Nektar zu tief in den Blütenröhren, erreicht ihn die Biene mit ihrem Rüssel nicht. Die modernen Sonnenblumenhybride werden verdächtigt, bienenunfreundlich zu sein – bewiesen ist das aber noch nicht.“

Was ist deine Lieblingstätigkeit bei der Sonnenblumenzüchtung?
„Am meisten bereitet es mir Freude, wenn ich nach dem Dreschen die Körner in die Hand nehme und dabei die Unterschiede wahrnehme. Es steckt so viel Vielfalt in der Farbe, im Muster und in der Form der Körner. Manche sind rund wie eine kleine Erbse, andere laufen spitz zu wie eine Nadel.“

Wie züchtet man eigentlich Sonnblumen?

  • Zunächst werden verschiedene Sonnenblumen mit den gewünschten Eigenschaften zusammengetragen. Indem man sie gemeinsam anbaut, durchmischt man sie genetisch. Anschließend werden die Pflanzen mit den besten Merkmalen ausgewählt.
  • Im Folgejahr wird das neue, gemischte Saatgut ausgebracht.
  • In den Selektionsjahren werden die Pflanzen mit den besten Eigenschaften jeweils vor der Blütezeit selektiert und isoliert.
  • Die Pflanzen mit den besten Reifemerkmalen werden geerntet, separat gedroschen und für den nächsten Zyklus gereinigt.
  • Bis eine neue Sorte gezüchtet ist, dauert es sechs bis acht Jahre.


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