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Interview mit Necati Akın, Agraringenieur im Rapunzel Türkei-Projekt


"Wir werden auf jeden Fall in diesem Jahr ausreichend Aprikosen ernten."
[August 2015] Necati Akın arbeitet seit 2014 als Agraringenieur bei Rapunzel Türkei. Er betreut den Anbau von Aprikosen und Pistazien. Wir sprachen mit ihm über sein erstes Jahr bei Rapunzel, das mit einem totalen Ernteausfall von Aprikosen begann.

Rapunzel:
Necati, wie war dein erstes Jahr als Rapunzel Agraringenieur in Malatya?

Necati Akın: Seit 2014 bin ich als Agraringenieur verantwortlich für Aprikosen und Pistazien. Das war auch gleichzeitig ein Jahr großer Herausforderungen. Unser leitender Agraringenieur Emrah betreute vor mir diese Region. Im Laufe der Jahre hat er sehr gute Beziehungen zu den Bauern der Region aufgebaut. Ich kann nun von dieser partnerschaftlichen Zusammenarbeit profitieren. Bei unseren Besuchen wurde mir auch bewusst, welche strategische Bedeutung Rapunzel in dieser Region hat.

Gemeinsam organisierten wir auch das jährliche Bauerntreffen Ende März 2014. Zu dieser Zeit gab es mitten in der Blütezeit ungewöhnlich starke Fröste, bis zu minus 13 Grad. Leider war die ganze Region Malatya davon betroffen und es wurde ein Totalausfall der Aprikosenernte vorhergesagt.

Trotz dieser schwierigen Umstände waren die Bauern immer sehr gastfreundlich und offen für unsere Themen. Für mich – ich komme aus der Ägäis-Region im Westen der Türkei – war es auch spannend, diese andere Kultur Ostanatoliens kennen zu lernen.


KURZPORTRAIT:
NECATI AKIN, AGRARINGENIEUR


Nach seinem Studium der Agrarwissenschaften an der Ege Universität in Izmir folgte ein Aufbaustudium zu Oliven und Olivenöl an der Universität Cordoba in Spanien. Nach seinem Abschluss war er bei einem führenden türkischen Frucht-Unternehmen für Vertrieb und Marketing verantwortlich.

Anfang 2014 kam er zum Rapunzel Türkei-Projekt als verantwortlicher Agraringenieur für Aprikosen und Pistazien in der Region Ostanatolien.|

Rapunzel: Wie hat Rapunzel auf den Ernteausfall der Aprikosen 2014 reagiert?

Necati Akın: Einige Bauern waren gegen Ernteausfälle versichert, andere nicht. Unsere Aufgabe war es zunächst, die Bauern zu ermutigen und ihnen in dieser schwierigen Zeit zur Seite zu stehen.

Rapunzel griff den Bauern auch finanziell unter die Arme: Die Bauern des Türkei-Projekts erhalten jedes Jahr von Rapunzel Betriebsmittel wie biologische Dünger und Pflanzenschutzmittel zum Selbstkostenpreis. Die Kosten wurden nun bis zur nächsten Ernte gestundet. Trotz Ernteausfall erhielten die Bauern außerdem wie jedes Jahr Vorauszahlungen.

Unsere laufende Begleitung und Beratung der Bauern ging im gewohnten Maß weiter, auch ohne einen zu erwartenden Umsatz in 2014 mit Aprikosen.

Die Bio-Inspektionen konnten wir 2014 und 2015 erfolgreich abschließen. Ein Schwerpunkt lag auf Schulungen hinsichtlich Kompostwirtschaft.
Rapunzel: Wie sind die Aussichten für die Aprikosen in diesem Jahr?

Necati Akın: Insgesamt in Ordnung. Wir erwarten für dieses Jahr eine Ernte, die voraussichtlich zwischen 30 und 40 Prozent unter der Ernte von guten Jahren liegt.

Denn wie jedes Jahr in dieser Gegend gab es regional begrenzt auch in diesem Jahr Fröste, die zu gewissen Ernteausfällen führen werden. Viel Regen führte zu einer Ausbreitung von Monilia. Gegen diese Pilzerkrankung gibt es für den ökologischen Anbau nur ein Mittel.

Diesen Herausforderungen sehen wir ruhig entgegen, durch die Projektarbeit haben wir hier eine gute Basis. Wir werden auf jeden Fall in diesem Jahr ausreichend Aprikosen ernten.
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