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So geht gesunder Boden


Lebhafter Andrang auf dem 8. SamenFest mit Fachvorträgen und großer Saatgutbörse

Auch das 8. SamenFest bei Rapunzel am 25. Januar 2020 war wieder gut besucht, das bunte Festival rund um den Bio-Garten ist längst ein Klassiker. Schwerpunkt der Vorträge waren dieses Mal Boden und Bodenfruchtbarkeit: Wie "lebt" Boden, welche Organismen halten ihn lebendig? Wie wirken sich Fruchtfolge und Bodenbearbeitung auf die Erde aus? Was macht Kompostierung besonders fruchtbar?

Ob auf dem großen Bio-Saatgutmarkt im Casino Saal, in den Fachvorträgen oder bei einer Betriebsbesichtigung mit Museum und Rapunzel Produktion – zu entdecken gab es allerlei.
Über 30 Aussteller machten die Saatgutbörse zu einem Erlebnis. Neu dabei waren etwa NAWA mit regionalem Wiesensaatgut, das Grüne-Tiger-Netzwerk mit allerlei alten Kultursaaten und Belisama mit Kräutern und anderen Samen.

"Ich pflanze ja selbst kaum, weil ich nur einen schattigen Balkon habe. Aber ich will seit Jahren hierher und freue mich über die Eindrücke", begeistert sich eine Besucherin und stürzt sich ins Getümmel.

Ein Stammgast verrät, dass sie schon bei der Bank im Ort war, um "Nachschub" zu holen. Kann Sie denn das alles auch verarbeiten? "Ach, da muss der Ehemann eben noch ein Stück vom Garten umgraben", zwinkert sie. Und ein dritter Besucher freut sich: "Eigentlich bin ich wegen der Vorträge da."

So war für alle was dabei – und am Ende hatten über 900 Besucher das SamenFest beehrt.

Videos und Vorträge auf dem SamenFest 2020


Kompostierung mit der Wurmkiste
David Witzeneder, Wormsystems GmbH


Da sitzt einer auf einem kistenförmigen Holzhocker, steht für den Besucher auf und öffnet den Deckel der Kiste. Das Innere ist mit organischen Küchenabfällen gefüllt – und stinkt kein bisschen. Wie ist das möglich? David Witzeneder, Inhaber von Wormsystems GmbH in Österreich, schmunzelt. Die Grundzutaten für diesen geruchsneutralen Kompost sind mit Mikroorganismen in Symbiose lebende Würmer plus Sauerstoff. Eine kleine Kiste schafft so, täglich 200 g an organischen Abfällen neu aufzunehmen. Größere Kisten fassen mehr.

„Das ist die Lösung für die Zukunft“, erklärt David Witzeneder. „Besonders für die Städte!“ Wenig Raum zur Verfügung? Kein Problem, eine Hockerkiste lässt sich auch als Möbel verwenden. Die Würmer sind genügsam. „Klar, es ist Tierhaltung, da muss man dran bleiben.“ Aber mit ein bisschen Vorsorge steht auch dem Urlaub nichts im Wege. Kühl und feucht gehalten halten es die Würmer eine gute Weile auch ohne Pflege aus.

Für eine Wurmkiste sprechen also viele Gründe: Keine Möglichkeiten, den Biomüll ordentlich zu entsorgen? Kompostierung in den eigenen vier Wänden? Bedarf nach Wurmhumus und Wurmtee als Pflanzendünger? Die Wurmkiste richtet es. So sorgen Sie nicht nur für einen geschlossenen Nährstoffkreislauf, sondern produzieren auch weniger klimarelevante Treibhausgase. Diese und viele weitere spannende Themen zum Thema Ökosystem Wurmkomposter legt David Witzenender in seinem Vortrag dar und bringt jede Menge Tipps mit.

David Witzeneder studierte Agrarwissenschaft an der Universität für Bodenkultur in Wien und ist Gründer und Geschäftsführer von Wormsystems GmbH, auch bekannt als wurmkiste.at.

wurmkiste.at

Kompostieren einfach gemacht!
Dipl.-Ing. Martina Kolarek, DIE BODEN SCHAFFT


Kompostieren war noch nie so schnell und einfach. Die Bodenexpertin Martina Kolarek hat ein neues Verfahren zur biologischen Schnellkompostierung entwickelt, mit dem Sie in Rekordzeit, ohne Vorwissen und standortunabhängig kompostieren können. Das Verfahren lässt sich im Kleingarten ebenso anwenden wie in der Landwirtschaft. Kein mühsames Umsetzen des Komposts, keine Geruchsbelästigung, kein Unkraut und kein Ungeziefer mehr – und alles rein biologisch!

Wer kompostiert, tut etwas für das Klima, das Grundwasser und die Artenvielfalt. Im Gegenzug erhalten Sie nährstoffreichen Boden und gesunde Pflanzen. Die detaillierten Anleitungen und hilfreichen Praxistipps zeigen Ihnen, wie Sie Zeit, Geld und Mühe sparen können. Sie werden sehen: Eigener Kompost ist so wertvoll, den kann man nicht kaufen!

Martina Kolarek ist Dipl.-Ing. für Angewandte Ökologie und Sachverständige für Landwirtschaftliche Bodenkunde und Nachhaltige Ernährung. Seit 2010 setzt sie mit ihrer Initiative DIE BODEN SCHAFFT dafür ein, dass wir den Boden unter den Füßen nicht verlieren.

die-boden-schafft.de

Bodenfruchtbarkeit – was ist das und wie können wir sie fördern?


Der Boden als Vermittlungsschicht zwischen Himmel und Erde beherbergt ein reiches Leben von Pflanzenwurzeln und Bodenleben. Diese Symbiose macht Böden fruchtbar. Ohne fruchtbaren Boden könnten Tiere und Menschen auf der Erde nicht überleben.

Ulrich Hampl führt uns in seinem Vortrag in das Ökosystem Boden ein, das unseren Blicken meist verborgen bleibt. Die Bodenbeurteilung mit dem Spaten ermöglicht jedoch eine gute Abschätzung, wie lebendig der Boden ist. Anhand der lebendigen Zusammenhänge, die einen fruchtbaren Boden ausmachen, erläuterte der Referent in seinem überaus gut besuchten Vortrag die wichtigsten Maßnahmen, um natürliche Bodenfruchtbarkeit aufzubauen und zu erhalten.

Dr. Ulrich Hampl ist Berater für Ökolandbau und unter anderem für das Projekt Bodenfruchtbarkeitsfonds der Bio Stiftung Schweiz tätig.

www.bodenfruchtbarkeit.bio

Praxistipps zu Fruchtfolge und Bodenbearbeitung


Neben der Kompostierung können wir auf vielerlei andere Weise im ökologischen Landbau auf die Bodenqualität Einfluss nehmen. Wie gelingt uns eine gesunde Fruchtfolge, also Nutzen bringender Wechsel der Kulturen auf einer Fläche von Jahr zu Jahr? Welche Methoden, den Boden aufzulockern, sind sinnvoll und was ist dabei zu beachten? Und wie lassen sich Beikräuter begrenzen? Landwirt Florian Pfänder bringt in seinem Vortrag so manchen Tipp – und viele anschauliche Fotos – für den heimischen Gemüseanbau und die Bodenverbesserung mit.

Florian Pfänder ist Bio-Landwirt. Der Pfänder-Hof ist Preisträger des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau 2019.

www.pfaender-hof.de

Workshop


Warum das Thema „Gene Drives“ uns alle betrifft
Selina Tenzer, Zukunftsstiftung Landwirtschaft/Save Our Seeds

„Gene Drive“ – das sind neue gentechnische Methoden zur beschleunigten Ausbreitung von Genen in Populationen. Sie werfen die Gesetze der Vererbungslehre über den Haufen: Ein Merkmal (Genom) wird üblicherweise an 50 % der Nachkommen weitergegeben. Eine mit Gene Drive erzielte Mutation aber betrifft 100 % der Nachkommen.
Was sind die Ziele dieser Forschung? Und welche Gründe sprechen für ihre Bedenklichkeit, ja Gefährlichkeit? Selina Tenzer von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und aktiv in der Kampagne „Stop Gene Drives!“ erklärte im Rapunzel Museum einem kleinen, aber aufmerksamen Publikum das nicht ganz einfache Thema.

Nicht abzuschätzende Folgen

Ein klassisches angestrebtes Anwendungsgebiet ist es, die Population einer Krankheiten übertragenden Art – etwa der Tsetsefliege – vollständig zu ändern oder auch auszulöschen. Auch Schädlingsbekämpfung, die Beseitigung invasiver Arten oder gar neuartige Waffentechnologien sind Forschungsgebiete der Gene Drives.
Solche Eingriffe hätten nicht abzuschätzende Folgen – eine Kettenwirkung von Effekten im Ökosystem, die wir gar nicht abzuschätzen in der Lage sind. Die Wirkungen und all ihre Nebeneffekte sind nicht kontrollierbar und nicht rückholbar!
Diese und andere drohende Folgen sowie die mit Gene Drives verbundenen ethischen Fragen stellte Selina Tenzer dem Publikum vor – und zeigte, wie wir alle tätig werden können. Auch ohne dass wir dafür Gentechnikspezialisten sein müssten. Denn Aufklärung zum Thema Gene Drive können wir alle leisten.

www.stop-genedrives.eu

Über 30 Aussteller auf der Saatgutbörse


Bingenheimer Saatgut AGChristoph Bollesen61209Echzellwww.bingenheimersaatgut.de
Bio Saatgut alter KulturpflanzenAndrea Fischer94166Stubenberg
Biogärtnerei Christian HerbChristian Herb87439Kemptenwww.bio-kraeuter.de
Bio-Saatgut Klaus LangKlaus Lang88364Wolfegg
Blickfang: Alte ZeitenPeter Menzel72131Ofterdingenwww.blickfang-alte-zeiten.de
Blühwiesen NAWAHerbert Schmid89155Erbach
Buchhandlung KapplerDaniela Schulte88299Leutkirchwww.buchhandlung-kappler.de
Das LavendelhausMaria Reisinger-Voit74199Untergruppenbachwww.das-lavendelhaus.com
Effektive Mikroorganismen (EM Produkte)Luise u. Hans Unglert 87463Dietmannsried
Genbänkle – Netzwerk zur Förderung d. Kulturpflanzenvielfalt in BaWü e.VPatrick Kaiser72622Nürtingenwww.genbaenkle.de
Grüner TigerFelix Lage82433Bad Kohlgrubwww.gruenertiger.de
Renate HiebleRenate Hieble87700Memmingen
Lucia HiemerLucia Hiemer87448Waltenhofenwww.luciahiemer.de
LandschaftenSchmeckenBernd Socher55596Oberstreit/Nahewww.landschaftenschmecken.com
Natur & Erlebnisgarten
Bienenweide
Christina Ulzhöfer
Benedict Vierneise 
74731Walldürn-Rippberg
NaturErlebnisGärtenMichael Schick88480Aichstettenwww.naturerlebnisgaerten.de
Margot PaukeMargot Paucke 87647Unterthingau
Pflanz' GutesElisabeth KösslerI - 39012Meranwww.pflanzgutes.com
Projekt "Kirschblüte"Luitgard Tshiang Tshiananga88416Ochsenhausen
Raritäten-SamenSandra u. Christine Erlacher71686Remseckwww.garten-raritaeten.de
RegenbogenschmiedeSabine (Lütt)54497Morbach
Gabriele ReuterGabriele Reuter87700Memmingen
Rötberghof  (Der Wolldünger) Klaus Mebus74423Obersontheimwww.roetberghof.de
Saliterhof Alpaka GbR            Thomas Kutzner86971Peitingwww.alpakas-saliterhof.de
Samengärtnerei BelisamaAnita Kähler79379Müllheim-Dattingenwww.belisama.shop
Sativa Biosaatgut GmbHMichael Beismann CH-8462
79798 
Rheinau
Jesstetten 
www.sativa-rheinau.ch
SoLaWiPeter Scharl und Sebastian Mezger87700Memmingen
Tomaten aus Kurpfalz Angela Hinz69181Leimenwww.tomaten-aus-kurpfalz.de
Vielfaltsgärtner von den Fildern & Mechthild Hubl
Ingo Hubl 
70771Leinfelden
-Echterdingen
www.vielfaltsgarten.de
WurmkisteDavid WitzenederA - 4770 Andorfwww.wurmkiste.at
Zukunftsstiftung Landwirtschaft / Save our SeedsSelina Tenzer10117Berlinwww.saveourseeds.org


Videos und Eindrücke vom SamenFest 2020


Spazieren Sie über die Saatgutbörse und haben Sie Teil an der herzlichen Atmosphäre auf dem Festival!
Landwirt Florian Pfänder brachte in seinem Vortrag so manchen Tipp – und viele anschauliche Fotos – für den heimischen Gemüseanbau und die Bodenverbesserung mit.
Ulrich Hampl führte uns in seinem Vortrag in das Ökosystem Boden, das unseren Blicken meist verborgen bleibt. 
Jedes Essen zählt!

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